Der 'Tank Man' wurde zur Symbolfigur der chinesischen Demokratiebewegung. Das Video, in dem er am Tiananmen allein eine Panzerkolonne stoppte, ging um die Welt (Foto: Deborah Kelly).

 
 

Zwischenergebnisse im Projekt ViDemo

 

2-mai-pariser-platz1Das Projekt ViDemo, welches sich mit Videoüberwachung von Demonstrationen befasst, befindet sich nun in seiner Abschlussphase. In der letzten Zeit entstanden mehrere Publikationen, u.a. jüngst ein Blick auf die prekäre Beziehung von Versammlungsrecht und Polizeipraxis nach der Föderalismusreform („Versammlungsfreiheit versus polizeiliche Kontroll- und Überwachungspraxis“, von Clemens Arzt und Peter Ullrich 2016). Demnächst werden weitere Beiträge folgen. Um die polizeilichen Sichtweisen auf Protestierende geht es in „‚Normalbürger‘ versus ‚Krawalltouristen’“ im Band „Polizei und Minderheiten“ der Empirischen Polizeiforschung. Einblick in die Erfahrungen aus der Praxis der Polizeiforschung behandelt der Aufsatz „Polizei im/unter Protest erforschen. Polizeiforschung als Entdeckungsreise mit Hindernissen“ in einem von Christiane Howe und Lars Ostermeier herausgegebenen Grundlagenband über „Reflexive Polizeiforschung“. Außerdem wurde in dem Aufsatz „Kampf um die Bilder“ der konflikthafte und ambivalente Prozess der Einführung von Videoüberwachung auf Demonstrationen in Österreich untersucht. Die Autoren Phillip Knopp und Peter Ullrich betonen dabei besonders, wie sich Überwachung und Gegenüberwachung aufeinander beziehen und gegenseitig verstärken können.
Zentrale Projektergebnisse werden am 14.12.16 im Kolloquium Techniksoziologie am Institut für Soziologie der TU Berlin (18 Uhr, Fraunhoferstr., FH 919), und am  17./18.12.16 an der Universität Bielefeld und an der Katholischen Universität Eichstätt unter dem Titel „Videoüberwachung von Demonstrationen und polizeiliche Definitionsmacht. Zum fiktionalen Charakter der Rechtsgesteuertheit im Protest Policing“ vorgestellt.

 

Literaturangaben der jüngsten Veröffentlichungen:
Arzt, C., & Ullrich, P. (2016). Versammlungsfreiheit versus polizeiliche Kontroll- und Überwachungspraxis. vorgänge. Zeitschrift für Bürgerrechte und Gesellschaftspolitik, 55(1), 46–60.
Ullrich, P. (2017). „Normalbürger“ versus „Krawalltouristen“. Polizeiliche Kategorisierungen von Demonstrationen zwischen Recht und Soziologischem Ermessen. In Polizei und Minderheiten (Empirische Polizeiforschung, Bd. XX). Frankfurt: Verlag für Polizeiwissenschaft (im Druck).
Ullrich, P. (2017). Polizei im/unter Protest erforschen. Polizeiforschung als Entdeckungsreise mit Hindernissen. In C. Howe & L. Ostermeier (Hrsg.), Polizei und Gesellschaft. Transdisziplinäre Perspektiven zu Methoden, Theorie und Empirie reflexiver Polizeiforschung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften (im Druck).
Knopp, P., & Ullrich, P. (2016). Kampf um die Bilder. Videoüberwachung und Gegenüberwachung von Demonstrationen in Österreich. Juridikum. Zeitschrift für Kritik, Recht, Gesellschaft, (4) (im Druck).

 

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  • Zum Beispiel wurde jetzt bei den Protesten gegen G20 gesagt, diese Eskalation der Gewalt sei einmalig in der Geschichte der Bundesrepublik. Da sage ich: Nun mal langsam. Wir hatten massive Ausschreitungen am 1. Mai in Berlin, wir hatten die ausländerfeindlichen Attacken in Rostock-Lichtenhagen, wir hatten den Terrorismus der 70er und 80er Jahre, wir hatten gewaltsame Konflikte in Brokdorf und anderswo. Ganz zu schweigen vom Ausmaß der Gewalt in anderen Ländern.

    die tageszeitung, 16.9.2017: „Ich lege auch die wunden Punkte einer Bewegung offen“

    Prof. Dr. Dieter Rucht, Vorsitzender des Vereins für Protest- und Bewegungsforschung
     
 

Anstehende Termine

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