Yes We Camp! Diskussion zu einer sich ausbreitenden Protestform

 

Yes we camp! Das Protest Camp als politische Organisationsform

Zeit: 11. Dezember, 19.00 bis 21.00 Uhr
Ort: Rosa Luxemburg Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1, Salon

Veranstaltet vom Institut für Protest und Bewegungsforschung i.G. (ipb) und der Zeitschrift LuXemburg

Seit der Sturz Hosni Mubaraks 2011 von einem Protest Camp auf dem Tahrir-Platz seinen Ausgang nahm, ist diese Form von politischem Protest in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Seitdem sind die Namen besetzter Plätze, von der Puerta del Sol und den Syntagma Platz über den Zuccotti Park, bis zum Taksim und Oranienplatz zum Synonym von dauerhaften, radikalen Protesten geworden. Schon in der Bundesrepublik und in den USA der 1970er Jahre waren Platzbesetzungen gegen Großprojekte eine zentrale Taktik von sozialen Bewegungen. Seit dieser Zeit ist die Protestform Camp in verschiedenen Bewegungen aufgegriffen worden. In den 1980er Jahren gab es Aktionscamps der Frauen- und Friedensbewegung, seit den 1990er Jahren treffen sich Antirassist_innen und Geflüchtete in No Border Camps. Große, transnational organisierte Camps begleiteten mehrere G8 Gipfel und schließlich haben Klimakamps, ausgehend von Großbritannien, in der ganzen Welt Schlagzeilen gemacht. Nahezu alle Camps waren und sind dabei von Repressionen betroffen, die von der Kriminalisierung bis zur Räumung reichen.

Was macht die wachsende Attraktivität von Protestcamps aus? Wie hat sich die Protestform historisch entwickelt? Und welche taktischen und strategischen, organisatorischen und symbolischen Funktionen erfüllt sie in den verschiedenen Kontexten? Das Buch Protest Camps von Anna Feigenbaum, Fabian Frenzel und Patrick McCurdy, das im Oktober dieses Jahres im britischen Verlag ZEDBooks erschien, hält einige Antworten auf diese Fragen bereit. Wir wollen diese Neuerscheinung zum Anlass nehmen, um über die Protest- und Organisationsform Camp zu diskutieren. Neben Fabian Frenzel reden wir mit Christiane Leidinger, die zu Geschichte sowie Camp-Strategien und zu feministischen Camps publiziert hat, und mit Corinna Genschel, die den Umgang mit Protestcamps in Deutschland aus einer grundrechteorientierten Perspektive beobachtet hat.

Es diskutieren:

  • Priska Daphi, ipb (Moderation)
  • Fabian Frenzel, Uni Potsdam
  • Christiane Leidinger, freie Politikwissenschaftlerin, Autorin eines LuXemburg-Texts zu politischem Zelten, Gesprächskreis Geschichte der RLS
  • Corinna Genschel, Komitee für Grundrechte und Demokratie, Kontaktstelle soziale Bewegungen der Fraktion Die Linke im Bundestag und Redakteurin der Zeitschrift LuXemburg
 

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  • Das Repertoire an anderen Protest- und Widerstandsmöglichkeiten ist bei Weitem noch nicht ausgereizt. Damit meine ich nicht nur fröhlich-freundliche Straßenproteste, sondern auch zivilen Ungehorsam. Sowohl in Qualität als auch in Quantität ist das Spektrum da noch nicht ausgeschöpft.

    die tageszeitung, 20.9.2021: „Gandhi war auch im Hungerstreik“

    ipb-Forscher Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
 

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