Wissenschaftliche Perspektiven in der Diskussion

Orte: Alte Kantine Wedding (im Stadtplan ansehen) und Zentrum Technik und Gesellschaft (im Stadtplan ansehen), Berlin
Zeit: 25.-26. November 2016

Der öffentliche Teil der Tagung am 25. November wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung

Hinter dem gängigen, meist nicht hinterfragten und zuweilen verharmlosend gebrauchten Etikett „Rechtspopulismus“ verbergen sich höchst verschiedenartige Phänomene. Lange Zeit war der Begriff für Parteien außerhalb der Bundesrepublik reserviert. Mit dem Aufkommen der Pegida-Proteste und dem Aufstieg der Partei Alternative für Deutschland hat sich das geändert. Mit der Vernetzung kollektiver Akteure, der Nutzung von Protesten als Aktionsform und einer systemtranszendenten Perspektive scheint das Konzept einer sozialen Bewegung von rechts das Geschehen schlüssig zu erklären. Mittlerweile hat sich auch in Deutschland eine völkische Bewegung formiert, die rechtspopulistische Deutungs- und Aktionsmuster als Strategie nutzt und damit erfolgreich die Parteienlandschaft und die gesellschaftliche Diskussion verändert. Um diese Annahme zu prüfen, stellt die Tagung bewegungssoziologische und andere wissenschaftliche Perspektiven auf das Phänomen zur Diskussion und organisiert einen Austausch mit Journalist_innen, Parteipolitiker_innen, und zivilgesellschaftlich Engagierten.

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Auftakt der Jahrestagung am 25. November ist eine dreiteilige Diskussion darüber, wie man die jüngste Mobilisierung auf den Begriff bringt, wie sich die rechtspopulistische Bewegung von öffentlicher Aufmerksamkeit ernährt und welche Rolle dabei Gewalt spielt. Eingeleitet werden die Fishbowl-Diskussionen von thesenhaften Impulsen aus der Wissenschaft, die anschließend durch Vertreter_innen anderer Bereiche – der Medien, der Parteipolitik und Behörden, der gegen rechte Kräfte engagierten zivilgesellschaftlichen Gruppen – kommentiert werden. Nach dieser ersten Runde wird die Diskussion im Fishbowl-Format fortgeführt, sodass alle Teilnehmer_innen sich niedrigschwellig beteiligen können.

Am zweiten Tag, dem 26. November, treffen sich die Arbeitskreise des Instituts, um die Diskussionen des Vortags für ihre Themenfelder zu vertiefen.

Tagungsprogramm

Freitag, 25. November 2016

Ort: Alte Kantine Wedding

12:30 Ankommen und Sitznachbar_innen kennenlernen

13:00 Begrüßung und Einführung in die Thematik
Simon Teune (TU Berlin) und Roland Roth (Institut für demokratische Entwicklung und soziale Integration)

13:20-14:40 Fishbowl 1: Rechtspopulismus, Rechtsextremismus, völkische Bewegung: Wie lässt sich die neue Rechte auf den Begriff bringen?
Impulse: Dieter Rucht (WZB) und Ilse Lenz (Uni Bochum)
Kommentare: Astrid Geisler (Zeit Online), Klaus Lederer (DIE LINKE, MdA Berlin)
Moderation: Heike Walk (FU Berlin)

14:40-15:00 Pause

15:00-16:20 Fishbowl 2: Kalkulierte Aufmerksamkeitskaskaden. Die öffentliche Resonanz auf rechtspopulistische Bewegungen
Impulse: Tino Heim (TU Dresden) und Mark Haarfeldt (Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung)
Kommentare: Axel Hemmerling (mdr), Alice Lanzke (Neue deutsche Medienmacher) und Uta Plate (freie Regisseurin, Bürgerbühne Dresden)
Moderation: Simon Teune (TU Berlin)

16:20-16:40 Pause

16:40-18:00 Fishbowl 3: (Un-)berechenbar? Rechtspopulistische Bewegungen und Gewalt
Impulse: Wilhelm Heitmeyer (Uni Bielefeld) und N.N., Matthias Quent (Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft) musste leider absagen
Kommentare: Enrico Glaser (Amadeu Antonio Stiftung), Christina Büttner (ezra – Mobile Beratung für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen) und Elena Domingo (Integrations- und Ausländerbeirat Dresden)
Moderation: Peter Ullrich (TU Berlin)

18:00 Ausklang

Samstag, 26. November 2016

Ort: Zentrum Technik und Gesellschaft

10:00 Begrüßung und aktuelle Hinweise (Plenum)

10:20-12:00 Parallele Treffen der Arbeitskreise
Anlässlich der Tagung treffen sich die Arbeitskreise:

  • AK Medien
  • AK Poststrukturalistische Perspektiven
  • AK Theorien sozialer Bewegungen

Und die Initiativgruppen

  • Forschen zu Pegida
  • Protest und Polizei

12:00-12:30 Berichte, Impulse und Vorhaben der Arbeitskreise (Plenum)

12:30-14:00 Mittagspause

14:00-16:00 Fortsetzung der AK-Treffen

16:15-17:00 Abschlussplenum

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtenden Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Download

Hier gibt es das Tagungsplakat zum Ausdrucken: pdf-Datei (16 MB)