Der 'Tank Man' wurde zur Symbolfigur der chinesischen Demokratiebewegung. Das Video, in dem er am Tiananmen allein eine Panzerkolonne stoppte, ging um die Welt (Foto: Deborah Kelly).

 
 

Auftaktkonferenz

 

Viel Bewegung – wenig Forschung?

Proteste und soziale Bewegungen sind treibende Kräfte gesellschaftlicher Veränderung. Sie bestimmen immer wieder die Schlagzeilen, beeinflussen Entscheidungen und verändern den Blick auf die Welt. Obwohl Politik „von unten“ so wirkmächtig ist, bleibt die wissenschaftlliche Analyse ihrer Entstehung, Entwicklung und Wirkung unterentwickelt. Mit dem entstehenden Institut für Protest‐ und Bewegungsforschung wollen wir diese Lücke füllen. Zum Auftakt luden wir zu einer Positionsbestimmung ein: Welche Rolle kann Forschung in der gesellschaftlichen Debatte über Protest und soziale Bewegungen spielen? Wo sind ihre blinden Flecken? Welches akademisch produzierte Wissen zu diesen Themen wollen wir? Vor welchen Herausforderungen stehen wir? Die Konferenz hielt anregende Diskussion bereit – mit Wissenschaftler_innen und vielen, die außerhalb des akademischen Feldes Wissen über Proteste und soziale Bewegungen schaffen.

Der Konferenzbericht und das Video von der Podiumsdiskussion „Konflikte in der Stadt“ finden sich im Blog. Ein Konferenzbericht, der die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung der Bewegungsforschung in den Mittelpunkt stellt, findet sich in den WZB-Mitteilungen 141.

Auftakt_front

Zum Mitnehmen: der Flyer zur Konferenz (pdf)

Zeit: 19. und 20. Juni 2013

Ort: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Reichpietschufer 50, 10785 Berlin (Anfahrt)

Teilnehmer_innen: ca. 120

Veranstalter der Konferenz ist der Verein für Protest- und Bewegungsforschung in Zusammenarbeit mit der Buchreihe „Bürgergesellschaft und Demokratie“, dem Wissenschaftszentrum Berlin und der Technischen Universität Berlin.

Organisation: Sebastian Bödecker (WZB), Priska Daphi (HU Berlin), Dieter Rucht (ipb), Moritz Sommer (ipb), Simon Teune (ipb), Peter Ullrich (TU Berlin), Judith Vey (Goethe Universität Frankfurt/TU Berlin), Heike Walk (TU Berlin, WZB), Sabrina Zajak (HU Berlin)

Programm (Stand: 20. Juni 2013)

Mittwoch, 19. Juni 2013

10.45 – 11.00 Uhr: Eintreffen und Kaffee

11.00 – 11.30 Uhr: Begrüßung
Vorstellung des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung i.G. ( Heike Walk), Grußwort von Frank Nullmeier (Buchreihe Bürgergesellschaft und Demokratie)

11.30 – 12.30 Uhr: Der Werkzeugkasten
Pecha Kucha-Präsentation unterschiedlicher methodischer Zugänge der Bewegungsforschung: 1) Protestereignisanalyse (Swen Hutter), 2) Biografieanalyse (Alexander Leistner), 3) teilnehmende Beobachtung (Christoph Haug), 4) Aktionsforschung (Fabian Frenzel), 5) Inhaltsanalyse, Diskurs-/ Deutungsmusteranalyse (Ruud Koopmans), 6) standardisierte Befragung von Demonstrierenden (Simon Teune)
Moderation: Judith Vey

12.30 – 14.00 Uhr: Mittagspause

14.00 – 16.45 Uhr: World Café
Welches Wissen schafft die Wissenschaft? Mit Aktivist_innen, Journalist_innen, Politiker_innen, politischen Bildner_innen, Kulturschaffenden, u.v.m.: drei parallele Diskussionsrunden à 30 Minuten und abschliessende Berichte von den Diskussionen im Plenum.
Moderation: Simon Teune

16.45 – 17.15 Uhr: Imbiss

17.15 – 17.30 Uhr: Bewegte Bilder
Protestfotografien von Stefan Boness

17.30 – 19.00 Uhr: Podiumsdiskussion
Konflikte in der Stadt ‐ Proteste und soziale Bewegungen in Berlin. Mit Katharina Brichetti (TU Berlin, zu Mediaspree Versenken), Andrej Holm (HU Berlin, zu Mieterprotesten), Margit Mayer (FU Berlin, zu Sozialprotesten) und Luise Neumann‐Cosel (Initiative Bürgerenergie Berlin). Moderation: Martin Kaul (taz)

Donnerstag, 20. Juni 2013 – „Bewegungsforschung in der Krise“

9.00 – 9.15 Uhr: Eintreffen, Kaffee

9.15 – 9.30 Uhr: Rückblick
Anfänge der Bewegungsforschung in Deutschland (Video-Interviews von Dieter Rucht)
Moderation: Heike Walk

9.30 – 10.30 Uhr: Überblick
Forum Bewegungsforschung. Präsentation und Informationsstände wichtiger Institutionen der deutschen und europäischen Bewegungsforschung: Centre de Recherche sur l’Action Politique de l’Université de Lausanne, Consortium on Social Movement Studies (Florenz), DFG-Nachwuchsnetzwerk Neue Perspektiven auf soziale Bewegungen und Protest, Bundesnetztwerk Bürgerschaftliches Engagement – BBE (Berlin), Institut für Demokratieforschung (Göttingen), Institut für Protest- und Bewegungsforschung i.G. (Berlin), Zentrum für Sozialpolitik (Bremen), Forschungsjournal Soziale Bewegungen.
Moderation: Peter Ullrich

10.30 – 10.45 Uhr: Pause

10.45 – 11.45 Uhr: Durchblick
Herausforderungen für die Bewegungsforschung. Drei Impulsvorträge von Roland Roth (Institut für Protest- und Bewegungsforschung), Nicole Deitelhoff (Uni Frankfurt) und Friederike Habermann (freie Sozialwissenschaftlerin)
Moderation: Sabrina Zajak

11.45 – 12.00 Uhr: Kleiner Imbiss

12.00 – 12.45 Uhr: Rundblick
Fishbowl-Diskussionen zu den Perspektiven der Bewegungsforschung
Moderation: Peter Ullrich, Judith Vey und Andrea Pabst

12.45 – 13.30 Uhr: Ausblick
Abschlussdiskussion
Moderation: Peter Ullrich

 
 
 
 
  • Zum Beispiel wurde jetzt bei den Protesten gegen G20 gesagt, diese Eskalation der Gewalt sei einmalig in der Geschichte der Bundesrepublik. Da sage ich: Nun mal langsam. Wir hatten massive Ausschreitungen am 1. Mai in Berlin, wir hatten die ausländerfeindlichen Attacken in Rostock-Lichtenhagen, wir hatten den Terrorismus der 70er und 80er Jahre, wir hatten gewaltsame Konflikte in Brokdorf und anderswo. Ganz zu schweigen vom Ausmaß der Gewalt in anderen Ländern.

    die tageszeitung, 16.9.2017: „Ich lege auch die wunden Punkte einer Bewegung offen“

    Prof. Dr. Dieter Rucht, Vorsitzender des Vereins für Protest- und Bewegungsforschung
     
 

Anstehende Termine

  1. Politik von unten: Weltgesellschaft und Globalisierung sozialer Bewegungen

    30. Oktober, 18:00 - 19:30
  2. Politik von unten: Digitale Protestakteure

    13. November, 18:00 - 19:30
  3. ipb-Jahrestagung

    24. November, 10:00 - 25. November, 17:00