Sogenannte “Latschdemos” wie die traditionellen Ostermärsche wirkten inzwischen “ein bisschen angestaubt“, sagt der Bewegungsforscher Dieter Rucht vom Wissenschaftszentrum Berlin. “Viele der jungen Leute, die wollen sich selbst auch irgendwie betätigen, die wollen das Gesicht bunt bemalen, die wollen auch ein Stück feiern.” Oder sie organisieren Protest im Internet: “Man sitzt zuhause, ein Mausklick – und dann hat man was für das Gewissen getan.” Inwieweit dieser “Klicktivismus” traditionelle Protestformen ersetzen kann, ist Rucht zufolge allerdings umstritten: “Es gibt durchaus Diskussionen, auch unter den Organisatoren, unter den Aktivisten, dass dieser Klicktivismus im Grunde schädigend ist.”

Deutschlandfunk Kultur, 03.04.2018: Ein Mausklick für das gute Gewissen