Publikation

Politische Ernährung

Mobilisierung, Konsumverhalten und Motive von Teilnehmer*innen der Wir haben es satt!-Demonstration 2020

Madalena Meinecke, Renata Motta, Michael Neuber, Moritz Sommer, Simon Teune, Janina Hennigfeld, Noémi Unkel und Carolin Küppers

Januar 2021 (I.2021)

ipb working papers

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Die von dem Bündnis Meine Landwirtschaft organisierte Großdemonstration Wir haben es satt! findet seit zehn Jahren zum Auftakt der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin statt. Das Bündnis setzt sich für eine nachhaltige, faire Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion ein und unterstützt deutschlandweit bäuerliche Betriebe. Das working paper fasst die Ergebnisse einer Befragung unter den Teilnehmer*innen der Wir haben es satt!-Demonstration am 18. Januar 2020 zusammen. Es gibt Auskunft darüber, wer die Demonstrant*innen waren, was ihre Anliegen und politischen Haltungen sind und, nicht zuletzt, wie sie durch ihr eigenes Verhalten in Konsum und Lebensführung eine andere Landwirtschaft unterstützen. Die Wir haben es satt!-Demonstration ist stärker von Frauen geprägt als andere Proteste, junge Teilnehmende machen einen geringeren Anteil aus. Die Mehrheit gab an, über einen Hochschulabschluss und ein mittleres bis hohes Einkommen zu verfügen. Die Befragten ordnen sich politisch deutlich links der Mitte ein und sie teilen ein vergleichsweise starkes politisches Engagement: Sie sind häufig Mitglieder in politischen Organisationen und zudem erfahrene Demonstrierende. Fast alle Befragten hatten in der Vergangenheit bereits an Demonstrationen teilgenommen. Wir haben es satt!-Demonstrierende sind besonders ernährungsbewusst und bringen ihre politische Position insbesondere durch ethische Kaufentscheidungen zum Ausdruck. Unter den Befragten befanden sich nur wenige Demonstrierende, die selbst Lebensmittel erzeugen. Dieser Befund ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass die auf Traktoren mitfahrenden Teilnehmenden nicht befragt werden konnten.

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