Willkommen oder beschimpft

 

Projekttitel

Willkommen oder beschimpft. Eine vergleichende empirische Studie zur (Nicht-) Akzeptanz von Einrichtungen für Asylbewerber/innen in deutschen Kommunen

Finanzierung

TU-interne Anschubfinanzierung

Laufzeit

2014

Beteiligte Wissenschaftler_innen

Priska Daphi, Judith Vey

Zusammenfassung

In vielen Städten und Gemeinden, in denen Einrichtungen für Asylbewerber/innen vorhanden oder geplant sind, regt sich Widerstand. Dies konnte jüngst zum Beispiel in Berlin-Hellersdorf und im sächsischen Schneeberg beobachtet werden. Dabei werden oft Vorurteile, Falschinformationen und gewaltförmige Aggressionen sichtbar, teilweise geschürt von rechtsradikalen und ausländerfeindlichen Gruppierungen. Aber es gibt auch Standorte, an denen die Unterbringung von Asylbewerber/innen weithin akzeptiert wird. Hier verläuft die Debatte um derartige Einrichtungen relativ ruhig und unter weitgehender Abwesenheit von ausländerfeindlichen Akten und Parolen. Auch finden in einigen Fällen Proteste gegen rechtsradikale Gruppen statt und konkrete Unterstützungsangebote für Asylbewerber/innen kommen aus der örtlichen Bevölkerung.

Wie kommen diese unterschiedlichen Reaktionen zustande? Das Ziel der geplanten Studie ist herauszufinden, unter welchen Bedingungen Einrichtungen für Asylbewerber/innen eher akzeptiert werden und unter welchen sie eher auf Ablehnung stoßen. Besondere Aufmerksamkeit gilt hierbei den konkreten Kontextbedingungen von Akzeptanz und Ablehnung sowie der Rolle linker und rechter sozialer Bewegungen. Die Studie vergleicht damit Fälle mit unterschiedlichen Kombinationen von Bedingungen wie die Art der Unterbringung, der sozialen Situation des Standortes, dem Verwaltungshandeln und der Präsenz zivilgesellschaftlicher und politischer Gruppen.

 
 
 
 
  • Das Repertoire an anderen Protest- und Widerstandsmöglichkeiten ist bei Weitem noch nicht ausgereizt. Damit meine ich nicht nur fröhlich-freundliche Straßenproteste, sondern auch zivilen Ungehorsam. Sowohl in Qualität als auch in Quantität ist das Spektrum da noch nicht ausgeschöpft.

    die tageszeitung, 20.9.2021: „Gandhi war auch im Hungerstreik“

    ipb-Forscher Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
 

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