Die Arbeit des Instituts gründet auf Forschungsprojekten, die das Wissen über soziale Bewegungen und ihre Dynamik erweitern sollen. Dabei steht zunächst die Bestandsaufnahme des Protestgeschehens in der Bundesrepublik im Mittelpunkt. Verlässliche Daten über die Entwicklung von Protesten über einen langen Zeitraum sind eine Grundvoraussetzung, um deren Rolle in gesellschaftlichen Prozessen zu verstehen. Im Längsschnitt zeigen nicht nur Verschiebungen in der Organisation und in den thematischen Schwerpunkten von Protesten, sondern auch die Nutzung von Demonstrationen und anderen Protestformen durch einen größer werdenden Teil der Bevölkerung. Stellvertretend für diese Bestandsaufnahme steht das Prodat-Projekt, das in den 1990er Jahren am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung begründet wurde und Daten über mehr als 17.000 Protestereignisse zusammenbringt. Von 1950 bis 2002 zeigt sich ein wellenförmiger Anstieg der Protestereignisse in der Bundesrepublik (s. Grafik, entnommen aus ‚Politik auf der Straße‘).
Über die Grundlagenarbeit hinaus werden in den Forschungsprojekten Ausschnitte des Wirkens von sozialen Bewegungen und spezielle Konfliktfelder beleuchtet.

Vereinzelt führt das Institut auch kurzfristige Befragungen durch, um das tagesaktuelle Protestgeschehen besser einordnen zu können. Proteste werden häufig auf spektakuläre Einzelaspekte verkürzt, historische Zusammenhänge gehen verloren. Ein Beispiel dafür, wie schnell Wissen generiert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann, sind Demonstrationsbefragungen, wie zuletzt bei den G20- und Pegida-Protesten.

Derzeit laufende Projekte

  • Bilder der Empörung. Amateurpraktiken der Visualisierung von Protest (Projektseite)
  • Befragung bei zwei G20-Demonstrationen (Projektseite)
  • Zwischen Verwaltungsobjekt und handlungsfähigem Subjekt. Raumkonstituierung, Subjektivierungsprozesse und Handlungsfähigkeit in der bundesdeutschen Flüchtlingsunterbringung (Projektseite)

Abgeschlossene Projekte

  • Großdemonstrationen in der Medienberichterstattung (Projektseite)
  • Videoüberwachung von Versammlungen und Demonstrationen – Praxis und Wissensformen von Polizei und Protestierenden (Projektseite)
  • Ermutigt oder Entmutigt? Kontextbedingungen für lokales Engagement gegen die extreme Rechte (Projektseite)
  • Befragung Stop TTIP | CETA-Demonstration 2015 (Projektseite)
  • Willkommensinitiativen in Brandenburg. Bedarfsanalyse zu bürgerschaftlichem Engagement für Flüchtlinge (Projektseite)
  • Expertise zur Flüchtlingsaufnahme in den Ländern und Kommunen (Projektseite)
  • Pegida-Demonstrationsbefragung (Projektseite)
  • Willkommen oder beschimpft. Eine vergleichende empirische Studie zur (Nicht-) Akzeptanz von Einrichtungen für Asylbewerber/innen in deutschen Kommunen (Projektseite)
  • Demonstrationsbefragung bei den Montagsmahnwachen für den Frieden (Projektseite)
  • Engagement, Engagementpotenzial und das Potenzial für Gewerkschaftsengagement bei Jugendlichen in den Neuen Bundesländern (Projektseite)