Postdemokratische Empörung – neues ipb working paper

 

In der Reihe “ipb working papers” ist soeben ein neues Heft von Peter Ullrich erschienen. Es widmet sich dem Zusammenhang von Protest und Demokratie und dabei auch der Frage, ob wir es in der postdemokratischen Gegenwart mit einem neuen Typ sozialer Bewegungen zu tun bekommen.

Ullrich, Peter. 2015. Postdemokratische Empörung. Ein Versuch über Demokratie, soziale Bewegungen und gegenwärtige Protestforschung. ipb working papers. Berlin. https://ipb.ipgovernance.eu/wp-content/uploads/2015/07/postdemokratische-empc3b6rung_ipb-working-paper_web3.pdf.

ABSTRACT

Der Aufsatz führt in ausgewählte Problemstellungen der gegenwärtigen Forschung zu Sozialen Bewegungen und Protest, insbesondere den Zusammenhang von sozialen Bewegungen und Demokratie, ein. Zunächst wird der Begriff der sozialen Bewegung und der Bewegungsgesellschaft im Hinblick auf den Gesellschaftsbezug und die Selbstverhältnisse kollektiver Protestakteure erläutert. Im zweiten Abschnitt wird die Bedeutung sozialer Bewegungen in der Diskussion um die ‘Krise der Repräsentation’ und die ‘Demokratisierung der Demokratie’ herausgearbeitet. Drittens wird anhand aktueller Bewegungen (Occupy, Mahnwachen für den Frieden/Montagsmahnwachen, Pegida) gefragt, ob sich in postdemokratischen Verhältnissen ein bestimmter neuer Bewegungstyp herausbildet, der insbesondere von immenser politischer Entfremdung und spezifisch Web-2.0-geprägten Subjektivitäten gekennzeichnet ist. Diese Bewegungen werden als dreifacher Ausdruck postdemokratischer Verhältnisse begriffen: als Reaktion auf die Postdemokratie, als Kritik an der Postdemokratie und als Verkörperung postdemokratischer Strukturen. Viertens werden einige Herausforderungen für soziale Bewegungen analysiert, die sich aus autoritären Krisenbewältigungsstrategien und dem gegenwärtigen polizeilichen Umgang mit Protest ergeben. Im Fazit wird kurz auf weitere Forschungslücken und theoretische Herausforderungen für die Protestforschung eingegangen.

 

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  • Das Repertoire an anderen Protest- und Widerstandsmöglichkeiten ist bei Weitem noch nicht ausgereizt. Damit meine ich nicht nur fröhlich-freundliche Straßenproteste, sondern auch zivilen Ungehorsam. Sowohl in Qualität als auch in Quantität ist das Spektrum da noch nicht ausgeschöpft.

    die tageszeitung, 20.9.2021: „Gandhi war auch im Hungerstreik“

    ipb-Forscher Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
 

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