Debatte: Wo liegen die Grenzen von Demonstrationsbefragungen?

 

Die Befragung von Demonstrierenden hat sich seit den 1990er Jahren als eine Methode der Protest- und Bewegungsforschung etabliert. Seitdem ist die Methode kontinuierlich variiert und weiter entwickelt worden. Oft werden solche Befragungen spontan und mit wenig Ressourcen realisiert. Es gibt aber auch hochgradig standardisierte Projekte, die Daten über die Motivation und Zusammensetzung von Demonstrierenden an vielen Orten gleichzeitig sammeln.

Zu Anfang des Jahres stürzten sich gleich vier Befragungsteams, zwei aus der TU Dresden, und jeweils eins aus dem Göttinger Institut für Demokratieforschung und dem Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) auf die Pegida-Demonstrationen in Dresden. Spätestens bei der Präsentation der Ergebnisse stellte sich heraus, dass diese mit Vorsicht zu geniessen waren und dass ein Großteil der Demonstrierenden sich der Befragung entzogen hatten.

Foto: @kentrail_ticker (via Twitter)

Diese Erfahrung und die damit verbundenen internen Debatten waren der Anlass für eine Diskussion, die am 4. Mai diesen Jahres im Rahmen des Kolloquiums ‘Politik von unten’ geführt wurde. Unter anderem waren Vertreter_innen des ipb und der Göttinger Projektgruppe unter den Diskutierenden. Simon Teune und Peter Ullrich haben wesentliche Punkte der Diskussion zusammengefasst. Eine gekürzte Fassung dieses Papiers wird in der nächsten Ausgabe des Forschungsjournals soziale Bewegungen erscheinen.

Download: Simon Teune und Peter Ullrich: Demonstrationsbefragungen. Grenzen und Potenziale einer Forschungsmethode (pdf-Datei der Langfassung)

 

Tags: , , ,

 
 

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

 

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.

 

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

 
 
  • Das Repertoire an anderen Protest- und Widerstandsmöglichkeiten ist bei Weitem noch nicht ausgereizt. Damit meine ich nicht nur fröhlich-freundliche Straßenproteste, sondern auch zivilen Ungehorsam. Sowohl in Qualität als auch in Quantität ist das Spektrum da noch nicht ausgeschöpft.

    die tageszeitung, 20.9.2021: „Gandhi war auch im Hungerstreik“

    ipb-Forscher Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
 

Das ipb bei Twitter