Das Kolloquium Politik von unten, ein Forum zur Diskussion laufender Arbeiten zu Protesten, sozialen Bewegungen und politischem Engagement geht in die nächste Runde. In der Regel werden im Vorfeld jeder Sitzung Papiere über eine separate Email-Liste verschickt

Am 27. Februar beginnt das Programm mit einer Diskussion zum No-Border-Movement, das Leslie Gauditz an der Universität Bremen mit einer ethnographischen Perspektive auf Kooperationen zwischen neu ankommenden und alteingesessenen Aktivist_innen erforscht. Die Gegenbewegung, die Migration aus völkischen Motiven ablehnt, werden an zwei Terminen thematisiert: am 10. April stellt Lisa Richter ihre Masters-Arbeit zum historischen Erbe von DDR und Wende in den Pegida-Protesten vor. Die Arbeit beruht auf biographischen Interviews mit Pegida-Unterstützer_innen aus dem akademischen Millieu Dresdens. Bei dem darauf folgenden Termin, am 24. April, präsentiert Matthias Hoffmann seine netzwerkanalytische Forschung zu den Verbindungen zwischen Nein-zum-Heim-Seiten auf Facebook. Im Rahmen seiner Dissertation untersucht er Verknüpfungen unter anderem in der Anhängerschaft, in der Deutung der Situation und in der Mobilisierung für Offline-Aktionen.

Corinna Trogisch hat in ihrer Dissertation die Entwicklung des sozialistischen Flügels der türkischen Frauenbewegung rekonstruiert. Das Kapitel zur Geschichte der 1980er Jahre stellt sie unter dem Titel „Zur Geisterstunde“ am 27. März zur Diskussion.

Einen Blick auf die Formierung politischer Identitäten eröffnen Lisa Vollmer (am 22. Mai) und Dimitris Soudias (am 10. Juli). Lisa Vollmer stellt einen Text zur Entwicklung politischer Kollektivität vor, die sie für Mieter_innenbewegungen in Berlin und New York nachvollzogen hat. Dimitris Soudias widmet sich den rebellischen Subjektivitäten, die in den griechischen Krisenprotesten vom Syntagma-Platz zu beobachten waren.

Der Kontext von Protestmobilisierungen wird an zwei Terminen näher beleuchtet. Zuerst diskutieren Peter Ullrich und Philipp Knopp ihre Erkenntnisse aus Gruppendiskussionen zur Videoüberwachung auf Demonstrationen. Am 13. März liegt der Fokus auf den Reaktionen der Betroffenen aus dem linken und rechten Protestspektrum. Kurz vor den erwartbar großen Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg, am 26. Juni, stellen Dieter Rucht, Moritz Sommer und Simon Teune erste Ergebnisse des Forschungsprojektes „Medienberichterstattung zu Großdemonstrationen“ vor. Die Analyse kombiniert eine quantitative und qualitative Inhaltsanalyse zur Berichterstattung über sieben große Protestereignisse mit Interviews, die das Team mit Journalist_innen geführt hat.

An einem Termin setzt das Kolloquium die Reflektion der gesellschaftlichen Rolle der Bewegungsforschung fort. Wir diskutieren am 12. Juni einen Impuls von Jean Peters vom Peng-Kollektiv zur Frage, wie sich Wissenschaft in den gegenwärtigen Auseinandersetzungen positionieren sollte.

Das Kolloquium findet 14-tägig Montags von 17.30-19.00 Uhr im Zentrum Technik und Gesellschaft statt (Hardenbergstraße 16-18, Berlin-Charlottenburg, Raum 6.06). Ein Überblick über das Programm findet sich auf der Seite des Arbeitskreises soziale Bewegungen der DVPW.

 

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