Das ipb in den Medien

„Die pro-europäischen Demonstrationen von Pulse of Europe wurden als neuartig wahrgenommen”, schreibt mir Moritz Sommer vom Institut für Protest- und Bewegungsforschung per Mail, „und sie trafen in Zeiten von Rechtspopulismus und Euroskeptizismus einen Nerv.”

Krautreporter, 12.06.2017: Warum politische Bewegungen Erfolg haben (und warum nicht)

 

Moritz Sommer bei Krautreporter

„In [ihrer Studie „Handlungsfähigkeit in der bundesdeutschen Flüchtlingsunterbringung“]  hat sich Studienleiterin Dr. Judith Vey von der Technischen Universität Berlin verschiedene Flüchtlingsunterkünfte angeschaut. Doch sie hat nicht nur mit den Bewohnern, dem Personal und Betreibern gesprochen, sondern sie ist auch selbst aktiv geworden. Als freiwillige Helferin hatte sie noch einmal einen anderen Blickwinkel auf die Situation.“

detektor.fm; Forschungsquartett, 09.05.2017: Mehr als ein Dach über dem Kopf

Judith Vey bei detektor.fm

“Wenn ich etwas erreichen will, das mir die im Parlament vertretenen Parteien nicht ermöglichen, komme ich um eine Demo nicht herum”, sagt Haunss. Proteste würden zuerst die Aufmerksamkeit auf ein Thema lenken – und so schließlich Debatten auch in die Politik bringen.

bento, 4.5.2017: Bringt es überhaupt was, demonstrieren zu gehen?

Sebastian Haunss auf bento

„Früher war die Friedensbewegung größer, weil es den einen großen Konflikt gegeben hat.“ Den gebe es heute trotz der gefühlten Bedrohungslage nicht. Vielmehr seien es viele einzelne Anlässe, auf die Menschen direkt reagierten. […] „Engagement wird anders kanalisiert, es müssen nicht immer Friedensläufe sein“, sagt die Soziologin.

WAZ, 14/15.05.2017: Die Friedensbewegung harrt aus / Warum die Ostermärsche trotz weltweiter Krisen klein bleiben

Sabrina Zajak in der WAZ

Die Situation ist ja wie jedes Jahr kompliziert, aber relativ stabil. In den letzten Jahren ist [der Berliner erste Mai] davon geprägt gewesen, dass alle Akteure einen Gang zurückgeschaltet haben, die Polizei, die Medien und auch die Organisatoren des Protestes. Insofern kann man auch davon ausgehen, dass das eine gewisse Kontinuität haben wird. […] Die Tatsache, dass es jetzt eine rot-rot-grüne Regierung gibt, bedeutet nicht, dass eine linksradikale Stadtpolitik obsolet geworden ist. Man sieht ja, das jedes Jahr wieder 20.000 Menschen zu einer antikapitalistischen, linksradikalen Demonstration gehen – der erste Mai ist nicht wirklich entpolitisiert.

rbb Inforadio, 28.4.2017: 1. Mai: Kompliziert, aber stabil

Simon Teune bei rbb Inforadio

Ein Post alleine hat nie etwas in einem relevanten Themenbereich bewegt, sagt Protestforscher Haunss, sie stehen aber durchaus am Anfang einer Bewegung und können Aufmerksamkeitsverstärker sein.

Glamour, 5/2017: Bringt das Überhaupt etwas?

Sebastian Haunss in der Glamour

Das ist im Grunde eine offene Situation gerade. Es besteht schon eine große Gefahr, dass sich die Menschen von der Demokratie abwenden, weil sie sich von ihr im Grunde im Stich gelassen fühlen durch die Globalisierung, der die Demokratie nichts entgegensetzt. [Andererseits wollen sich] sehr viele Menschen, auch in Deutschland, für etwas anderes, für eine bessere, zivilisiertere Welt engagieren. Wir sehen gerade die AfD, andererseits übersehen wir häufig, wie viele Menschen – es sind Millionen – sich für Flüchtlinge engagiert haben, eine sehr zivilisierte Handlung. Und deshalb ist es eine offene Situation, aber wir müssen durchaus besorgt sein.

Deutschlandradio Kultur, 10.4.2017: Doch kein Ende der Geschichte

Oliver Nachtwey im Deutschlandradio

Über Pulse of Europe sagt Rucht: Diese Leute haben sich zusammengefunden in dem Glauben, dass sie eine gemeinsame Basis hätten. Haben sie auch – aber nur begrenzt. […] Früher oder später werden die Teilnehmer feststellen, wie dünn ihre Gemeinsamkeiten sind – und wie groß die Unterschiede. Debatten werden ausbrechen. Vielleicht über den richtigen Umgang mit Flüchtlingen, vielleicht über die Frage, ob Freihandel gut oder schlecht ist. Dieter Rucht sagt: Pulse of Europe wird zerfasern.

Welt.de, 30.3.2017: Reicht es heute, einfach nur für Europa zu sein?

Dieter Rucht in der Welt

Die [pulse of Europe] Proteste sprechen vor allem jene Menschen an, die vom Status-Quo-Europa profitieren: international Orientierte, besser Gebildete und besser Verdienende. … Pulse of Europe bleibt eine wichtige Gelegenheit, um den Entwicklungen, die auf dem Kontinent Überhand nehmen, nicht tatenlos gegenüber zu stehen. Solche Anlässe sind notwendig, um die enormen Gewinne an Freiheit und Stabilität des europäischen Projektes ins Gedächtnis zu rufen.

dpa, 17.3.2017: Für Europa auf die Straße

Simon Teune bei der dpa

Es gibt keine Radikalisierung, die im luftleeren Raum passiert, die sich also jenseits von bestimmten Diskursen, von der Bestärkung aus Gruppen bewegt, was nicht heißt, dass es nicht auch – wie im Fall beispielsweise Anders Breivik – Täter gibt, die auch durchaus kalkulierend alleine handeln und ihre Taten dann alleine durchführen. Das heißt aber eben nicht, dass sie aus einem Diskursklima, auch aus einer politischen Bewegung zu isolieren sind.

Deutschlandradio Kultur, 7.3.2017: Prozess gegen rechtsextremistische “Gruppe Freital”. Ein Akt des Terrorismus

Matthias Quent im Deutschlandradio Kultur