Das ipb in den Medien

Der Leipziger Protestforscher Alexander Leistner sieht in dieser undifferenzierten Sichtweise auf Konflikte eine der größten Schwächen der heutigen Friedensbewegung. Mit der Zeit habe dies zu einem »leeren Friedensbegriff« geführt, den sich verschiedenste Akteure zu eigen machten.


Spiegel Online, 6.4.2023: Wie der Ukrainekrieg Deutschlands Friedensszene zersplittert

Alexander Leistner (Uni Leipzig)

„Wir beobachten verschiedene soziale Bewegungen, die auf den Krieg gegen die Ukraine auf unterschiedliche Weise reagieren: die traditionelle Friedensbewegung, die sich bei den Ostermärschen zusammenfindet, eine rechtspopulistische Bewegung, die sich zu dem Schwarzer-Wagenknecht-Aufruf bekannte, und eine pro-ukrainische Solidaritätsbewegung, die entschieden für Waffenlieferungen eintritt.“ Diese Gruppierungen orientierten sich teilweise gegeneinander.


Frankfurter Rundschau, 6.4.2023: Rufe nach Frieden im Ukraine-Krieg: Junge Menschen fühlen sich kaum angesprochen

Larissa Meier (Uni Bielefeld)

Protestantisch, wirtschaftlich abgesichert und etwas alternativ: An diesen Mix können Verschwörungstheorien in Württemberg andocken, sagt Meiering. „Vieles, was ‚von oben‘ angeordnet ist – sei es die Empfehlung, sich zu impfen oder der Zwang, sich an Gesetze zu halten – wird kritisch beäugt“, sagt Meiering. Somit liege es in der Natur der Sache, Dinge stärker zu hinterfragen. „Teilweise wird aus dieser Skepsis generelles Misstrauen, das dann auf die politischen Eliten und Institutionen projiziert wird“.


Frankfurter Rundschau, 5.4.2023: „Querdenker“ und „Reichsbürger“: Warum immer wieder Stuttgart?

David Meiering (HU Berlin)

Bei Protesten haben wir einen anderen Zugang, dadurch, dass wir ihn auch emotional und sinnlich erleben. Gefühle wie Loyalität, Solidarität und Freundschaft können dadurch entstehen, dass ich dieses Erlebnis mit anderen teile.


DLF Nova, 4.4.2023: Klima, Krieg, Energie. Warum wir demonstrieren

Lisa Bogerts

Die Funktion von Protesten ist es, Konflikte sichtbar und damit verhandelbar zu machen. Ausgangspunkt dafür ist eine Minderheit, die ein Problem früh erkennt, versucht, es in den Fokus zu rücken, und dabei auch in Kauf nimmt, die Mehrheit gegen sich aufzubringen. Der Letzten Generation ist doch klar, dass sich die Menschen im Stau empören. Damit lenkt sie aber zugleich den Blick darauf, dass diese Menschen selten dieselbe Leidenschaft aufbringen, um sich mit der Klimakatastrophe auseinanderzusetzen oder mit denen, die eine wirksame Klimapolitik ausbremsen.


fluter, 4.4.2023: Bitte protestieren Sie unauffällig

Simon Teune (FU Berlin)

La investigadora de conflictos Larissa Meier, de la Universidad de Bielefeld, realizó al respecto un estudio con su colega Priska Daphi. Allí se constató que el movimiento pacifista no logra movilizar casi en absoluto a la gente joven. Eso obedece, a su juicio, a que la retórica está fuertemente marcada por los discursos de la década de 1980. […] Y esto es algo que „no encaja mucho con los temores actuales de la gente“, dice Larissa Meier, aunque cree que el interés de los jóvenes por la política de seguridad y el tema de la paz ha aumentado mucho.


Deutsche Welle, 3.4.2023: La guerra de Ucrania divide al movimiento pacifista en Alemania

Larissa Meier (Uni Bielefeld)

Protestbewegungen haben in den seltensten Fällen so großen Einfluss, dass ihre Proteste unmittelbar zu Gesetzesänderungen führen. Wichtig ist, … dass sie es schaffen, ihre Themen auf die politische Agenda zu setzen. Sie können also die öffentliche Debatte prägen.


mdr recap, 31.3.2023: „Letzte Generation“: Wie radikal darf Protest sein?

Manès Weisskircher (TU Dresden)

Schon bei Demonstrationen mit wenigen Hundert Teilnehmern kann die Polizei ihre Kamerawagen auffahren oder sogar ihre Kameradrohnen in der Luft kreisen lassen – dies genügt aus Sicht der Rechtsprechung meist schon als „unübersichtliche“ Lage, die Übersichtsaufnahmen rechtfertigt. Und heikel daran ist, zumindest aus der Sicht von Kritikern, dass eine Identifizierung einzelner Personen zwar weiter die Ausnahme sein soll. Aber welcher Betroffene kann beim Anblick einer Kamera schon so genau unterscheiden, ob er oder sie nun als Teil einer Masse gefilmt wird – oder doch individuell? Ein Abschreckungseffekt sei jedenfalls zu befürchten, meint etwa der Polizeirechtler Clemens Arzt, der an der Berliner Polizeihochschule lehrt.


Süddeutsche Zeitung, 29.3.2023: Strengere Regeln für Demonstrationen

Clemens Arzt (HWR Berlin)

[Für die neue  Welle von Streiks und Protesten] gibt es viele Faktoren. Einerseits die Inflation, die im letzten Jahr zu vier Prozent Reallohnverlust geführt hat. Andererseits ein gesteigertes Bewusstsein für Ungerechtigkeit in der Gesellschaft und nicht zuletzt auch das Bewusstsein einer neuen Macht der Arbeitnehmer*innen.


3Sat Kulturzeit, 27.3.2023: Streik im Land der Ungleichheit

Oliver Nachtwey (Uni Basel)

Inzwischen ist die ganze linke Szene [in den USA] durchdrungen von diesen Geldgeberstrukturen. Jede Stiftung, auch die progressiven – und es gibt wirklich tolle Stiftungen –, hat ihren eigenen Kopf und setzt ihre eigenen Ziele, beziehungsweise modifiziert die Zielsetzung der Organisationen vor Ort. Das heißt, dass die Empfänger kaum ihre eigene Programmatik entwickeln können. Sie sind in einer dauerhaften finanziellen Abhängigkeit von externen Geldgebern gefangen.


nd aktuell, 26.3.2023: „Die Demokraten haben sich nicht fundamental gewandelt“

Margit Mayer (TU Berlin)