Die Wahrnehmung, dass die Politik der Regierungen von der Kommune über Länder und Bund bis zur EU nicht ausreicht, um die Entwicklung zu einer katastrophalen Entwicklung abzuwenden, wird immer breiter geteilt. Das kann für konkrete Vorschläge die Tür öffnen.
Main-Echo, 29.5.2023: Gegenseitige Kritik: Droht Spaltung der Klimabewegung?
Simon Teune (FU Berlin)
[Protest ist] ein ganz zentrales Element von Rechtsstaaten und ziviler Ungehorsam ist ein Mittel, das auch immer wieder in Demokratien und Rechtsstaaten in bestimmten Grenzen und Rahmen möglich sein muss.
SWR Aktuell, 25.5.2023: „Letzte Generation“: Ist die Gruppe kriminell?
Julia Zilles (SOFI Göttingen)
[Die Letzte Generation] verzichtet auf Gewalt, vor allem Gewalt gegen Personen und man muss dazu sagen, ihre Forderungen sind wirklich nicht sehr radikal, sondern bewegen sich in einem doch eher moderaten Spektrum, wenn wir daran denken, dass es um Tempolimits und Bürgerräte hier geht als zentrale Forderung.
zdf heute, 24.5.2023: Klimaschützer kritisieren Razzia
Priska Daphi (Uni Bielefeld)
Wer die Klimaproteste für das zentrale Problem unserer Zeit hält, dem man mit jedem Mittel Einhalt gebieten muss, wird sich noch ganz schön umschauen. Zu dem Konfliktniveau, wo sich Protestierende wegtragen lassen, Gewalt gegen sich ertragen, wird man sich noch zurückwünschen. Denn eins ist klar: die Konflikte, die eine sich verschärfende Klimakrise mit sich bringt, werden nicht weniger und sie werden nicht milder.
Deutschlandfunk, 24.5.2023: Soziologe Simon Teune zu Razzien gegen „Letzte Generation“
Simon Teune (FU Berlin)
Es ist gut möglich, dass die Kriminalisierung innerhalb der Klimabewegung zu Radikalisierung führen kann und dass diese auch im Interesse ihrer politischen Gegner ist. Denn bei ihnen entsteht der Eindruck, dass der Staat mehr gegen Menschen macht, die gegen den Klimawandel protestieren, als gegen den Klimawandel selbst. Und plötzlich sehen sich einige Aktivisten wie Terroristen behandelt.
zdf.de, 24.5.2023: Soziologe kritisiert Razzia gegen „Letzte Generation“
Matthias Quent (HS Magdeburg-Stendal)
Der Skandal soll nicht der schleppende Umgang der Politik mit der Klimakrise sein, sondern die Proteste dagegen.
Tagesspiegel, 24.5.2023: Pressekonferenz der „Letzten Generation“
Simon Teune (FU Berlin)
Erklärter Zweck der Letzten Generation ist nicht die Begehung von Straftaten, sondern die Verhinderung einer Klimakatastrophe. Die Durchführung von Protesten inklusive von Blockaden und anderen illegalen Aktionen ist nach dem Selbstverständnis der Gruppe ein probates Mittel, um diesen Zweck zu erreichen.
Tagesspiegel, 24.5.2023: Ist die „Letzte Generation“ eine „kriminelle Vereinigung“?
Dieter Rucht (WZB)
Wir haben es mit einer überdrehten Form des Liberalismus zu tun. Weiter fortgeschritten sehen wir das in den USA, besonders in der Tech-Szene. Da sind Menschen unterwegs, die sich selbst als Mittelpunkt der Welt begreifen und dem Glauben anhängen, selbstständig die Welt zu verändern. Elon Musk ist dafür das beste Beispiel.
Merkur.de, 23.5.2023: Experte erklärt, warum „Reichsbürger“ ähnlich ticken wie Musk
David Meiering (HU Berlin)
Takich grup, występujących „w imię pokoju” – zarówno skrajnie lewicowych jak skrajnie prawicowych – jest w Niemczech wiele. – Nie wykształcił się jednolity ruch jak w przypadku tradycyjnego ruchu pokojowego, który powstał w Niemczech po drugiej wojnie światowej, mówi Kocyba
In Deutschland gibt es viele solcher Gruppen, die „im Namen des Friedens“ agieren – sowohl ganz links als auch ganz rechts. – Eine einheitliche Bewegung wie die traditionelle Friedensbewegung, die in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist, hat sich nicht entwickelt, sagt Kocyba
oko.press, 21.5.2023: Kim są „przebudzeni”, którzy spotkali się na Trójstyku?
Piotr Kocyba (Uni Leipzig)
„Wenn jemand sich darüber aufregt, dass er oder sie wegen einer Blockade nicht rechtzeitig zu einem Termin kommt, dann ist das kein individuelles Phänomen, sondern das findet in einem Rahmen statt, in dem diese Proteste kollektiv bewertet werden und auch der Umgang damit kollektiv festgelegt wird“, so der Wissenschaftler. Der Diskurs normalisiere Hass und Gewalt. Somit werde eine moralische Grundlage für Übergriffe gegen Aktivist:innen geschaffen und Gewalt als Antwort auf politische Konflikte enttabuisiert.
die tageszeitung, 18.5.2023: Gewalt gegen Klimaaktivist:innen: Sie nennen es Notwehr
Simon Teune (FU Berlin)