Das ipb in den Medien

Die Fridays for Future […] stehen dafür, dass die Kritik nicht zu unversöhnlich formuliert ist. In der Konsequenz gedacht sind die Forderungen der Fridays for Future aber nur mit einem ganz radikalen Umbau des Wirtschaftssystems machbar. Es ist eine strategisch gewählte, moderate Position.


nd aktuell, 14.9.2023: Fridays for Future: »Systemkritisch, aber breit anschlussfähig«

Simon Teune (FU Berlin)

„Die Stimmung gegenüber Klimaaktivismus hat sich insgesamt verschärft“, sagt Protestforscher Simon Teune. Trotzdem sei seiner Meinung nach noch nicht klar, ob die Letzte Generation dem Anliegen Klimaschutz mehr schade oder nutze. „Es kann sein, dass vor dem Hintergrund von deren Aktionen FFF eher als diejenigen Akteure der Bewegung erscheinen, mit denen man in Dialog treten will.“


Berliner Morgenpost, 12.9.2023: Fridays for Future noch aktiv?

Simon Teune (FU Berlin)

Ein Großteil der betroffenen Autofahrer ärgert sich vielleicht, bleibt aber sitzen und wartet auf die Polizei. Die gewaltsamen Übergriffe werden allerdings häufig mitgefilmt, nicht zuletzt von den Klima-Aktivisten selbst. Das macht sie sichtbar und das führt womöglich auch zu einem Nachahmungseffekt: Die Angriffe scheinen eine normale Reaktion zu sein.


BR24, 6.9.2023: Ohrfeige, Beleidigungen: nimmt Gewalt gegen Klima-Aktivisten zu?

Simon Teune (FU Berlin)

Man kann kritisieren, dass die Letzte Generation eine unterkomplexe Vorstellung von Politik transportiert. Die Annahme, man könne politische Entscheidungen mehr oder weniger direkt beeinflussen, indem man den Druck erhöht, ist zu schlicht. Aber die Proteste erfüllen sicher eine wichtige Funktion, indem sie es zum Prinzip erheben, das Weiter-so zu stören.


Der Spiegel, 18.8.2023: „Sie stören die Illusion, dass man sein Leben weiterführen kann, wie bisher“

Simon Teune (FU Berlin)

[1969] erging das sogenannte Laepple-Urteil, das hieß, Sitzblockaden sind eine Form von psychischer Gewalt und das ist zu verurteilen. Und erst mit langer Verzögerung und vielen dazwischenliegenden Diskussionen wurde diese Rechtsprechung korrigiert durch das Bundesverfassungsgericht und nachfolgende Entscheidungen des Bundesgerichtshof.


Deutschlandfunk Podcast „Der Rest ist Geschichte“, 10.8.2023: Über die Wirksamkeit von zivilem Ungehorsam

Dieter Rucht (WZB)

Letztlich braucht eine Bewegung immer auch die Manifestation großer Unterstützung und die geht nur über die Straßendemonstrationen.


ZDF heute, 9.8.2023: Welche Zukunft hat Fridays for Future?

Sebastian Haunss (Uni Bremen)

[Es gibt] bis auf Einladungen zu Veranstaltungen und Gastbeiträgen keine wirklichen Strukturen, die für eine Verfestigung der Kooperation [in einer Querfront] stehen würden. Diesen Befund konnten wir über die Netzwerkanalysen auf den viel frequentierten Plattformen Telegram und YouTube nachweisen. So finden sich etwa in den Netzwerken der Akteure selbst kaum Stimmen, die die Diskussion von Positionen zwischen ihnen vermitteln; es fehlen die ideologischen Brückenbauer.


Zeit Online, 7.7.2023: Linke und Rechte: Im Feindbild vereint, doch kaum vernetzt

Maik Fielitz (IDZ Jena) zusammen mit Holger Marcks

[Die französische Polizei] ist konfliktfreudiger als die deutsche Polizei. Hierzulande wird eher deeskaliert, in Frankreich ist man handgreiflicher. Das lässt sich auch bei dem brutalen Vorgehen rund um Demonstrationen beobachten.


Ippen Media, 29.6.2023: Frankreich-Experte zu Gewalt

Johannes Maria Becker (Uni Marburg)

Angemeldete Demos und Kundgebungen, so eine Quintessenz des Forschers, kämen an ihre Grenzen, wenn starke Kräfte dagegen stehen. Ziviler Ungehorsam als Protestform werde erst gewählt, wo andere Mittel sich als unwirksam erwiesen hätten: „Das kann man bei der ‚Letzten Generation‘ geradezu lehrbuchhaft verfolgen.“


Leipziger Zeitung, 29.6.2023: Erster Prozess gegen Mitglieder der Letzten Generation in Leipzig

Simon Teune (FU Berlin)

Da hat irgendjemand ins Internet geschrieben: »Es wird knallen«, und dann fließt das in die Gefahrenprognosen ein. Dann sagen die Behörden, man rechne mit etwa tausend Gewaltbereiten, die Leipzig in Schutt und Asche legen wollen. Die tatsächliche Situation passte aber gar nicht zu diesen Bildern. Die Zahl der militanten Demonstrantinnen und Demonstranten ist auch viel niedriger. Anschließend wird dann gesagt: Wenn wir nicht so gehandelt hätten, wie wir gehandelt haben, dann wäre das alles passiert.


Kreuzer, 28.6.2023: „Da wird ein Bild von großer Gefährlichkeit aufgebaut“

Nils Schuhmacher (Uni Hamburg)