Das ipb in den Medien

Wir erleben eine Zuspitzung von Erzählungen, die schon länger etabliert sind. Erzählungen wie: “ Das Volk muss sich wehren.“ Wir sehen eine feindbildhafte Wahrnehmung von Politik und Politikern, eine Zuspitzung auf Grünen-Politiker und die Ampel. Es ist nicht beliebig, wen es trifft.


Freie Presse, 6.1.2024: Was ein Sozialforscher zu den Bauernprotesten sagt: „Es lag ein bisschen in der Luft“

Alexander Leistner (Uni Leipzig)

Es gibt verschiedenste Gruppen, die jetzt mobilisieren. Und viele davon reklamieren für sich, für „die Bauern“ zu sprechen. Das sollten wir nicht so akzeptieren, sondern man muss genau hinschauen, wer da was macht.


zdf heute, 5.1.2024: Konfliktforscher: Es gibt nicht den einen Bauernprotest

Felix Anderl (Uni Marburg)

Wenn sich die Proteste nicht mehr um die Behebung von konkreten, greifbaren Missständen drehen, sondern wenn sich eine generelle Wut gegen „die da oben“ aufstaut, dann wird es problematisch, weil es das Vertrauen in die Demokratie und deren Fähigkeit zu friedlichen Problemlösungen untergräbt. Und da werden dann auch Menschen, die eigentlich gar keine rechte Gesinnung haben, sondern aus einem anderen Grund bei einer Demo sind, allmählich infiziert.


Allgäuer Zeitung, 4.1.2024: Forscher zu Bauern-Protesten: „Politisch sehr schwer einsortierbar“

Dieter Rucht (WZB)

Die Proteste der Bauern und der Klimaaktivisten werden in der Bevölkerung völlig unterschiedlich wahrgenommen. Protestforscher Teune beschreibt das so: Während die Proteste der Bauern als „wütend“ beschrieben würden und anerkannt würde, dass deren „Existenz bedroht“ sei, würde das Anliegen der Klimaaktivisten, „das existenzbedrohende Ausmaß der Klimakrise zu thematisieren“, nicht so breit anerkannt. Deren Proteste würden oft als „rücksichtslos“ empfunden.


BR24, 21.12.2023: Letzte Generation versus Bauern: Gute und schlechte Blockierer?

Simon Teune (FU Berlin)

Die Proteste [von Bauern und Klimaaktivisten werden von der Union] sehr unterschiedlich beurteilt, weil die Forderungen sehr unterschiedlich sind. Hier geht es nicht darum, dass die Form Ähnlichkeiten hat, sondern hier wird die Form als legitim oder illegitim angesehen, je nachdem, ob die Inhalte im Sinne der Partei sind.


WDR Aktuelle Stunde, 19.12.2023: Landwirt:innen blockieren und drohen. Ist dieser Protest legitim?

Lisa Bogerts

The anti-Deutsch movement broadly started as an attempt to oppose a resurgence of murderous German nationalism triggered by Germany’s reunification in 1990 according to Berlin-based sociologist Peter Ullrich. Speaking to Novara Media, he explained that the anti-Deutsch movement feared reunification would lead to a “fourth Reich.”


Novara Media, 11.12.2023: What’s up with Germany’s Pro-Israel ‚Left‘?

Peter Ullrich (TU Berlin)

Sehr oft verweist der Protest online auf einen Protest, der offline stattfindet, entweder indem er online sichtbar gemacht wird, […] oder indem die Anliegen, die auf der Straße vertreten werden, mit anderen Mitteln auch online vorangetrieben werden.


Deutschlandfunk Kultur, 2.12.2023: Öffentlicher Raum – Wie Demos sich die Straße für politische Anliegen aneignen

Simon Teune (FU Berlin)

An Konturen gewann das Konzept des zivilen Ungehorsams aber erst so richtig im 20. Jahrhundert. Es handele sich also um ein neuzeitliches Konzept, sagt der Protestforscher Dieter Rucht. Das hängt mit der liberalen Öffentlichkeit und der damit verbundenen Medienlandschaft zusammen, die sich zu dieser Zeit stärker herauskristallisierten.


Deutschlandfunk, 25.11.2023: Ziviler Ungehorsam – Worauf sich die Aktivisten der Letzten Generation berufen

Dieter Rucht (WZB)

„Bilder ermöglichen uns einen anderen Zugang zur Welt als Worte und politische Pamphlete“, sagt Lisa Bogerts. „Sie verbinden logische Argumente mit affektiver Überzeugungskraft, sie lassen uns etwas sinnlich erfahren. Bilder können beeinflussen, wie wir Politik wahrnehmen, ob wir sie für legitim halten oder nicht.“


Amnesty Journal, 24.11.2023: Protest in bunt

Lisa Bogerts

Es sei beachtlich, dass man angesichts der gesamtgesellschaftlich hart geführten Debatte über den Nahostkonflikt überhaupt eine gemeinsame Linie gefunden habe, sagt Ullrich. „Das kann durchaus als eine Leistung betrachtet werden, die möglicherweise auch das Potenzial des Neuaufbruchs der Partei zeigt.“


web.de, 21.11.2023: Neuer Start, alter Streit? Wie die Linkspartei mit dem Nahostkonflikt hadert

Peter Ullrich (TU Berlin)