Das ipb in den Medien

Grundsätzlich hält Teune es daher für möglich, dass sich auch aus dem rechtsextremen Spektrum noch Proteste formieren könnten – etwa dann, wenn sich das Thema vor den Landtagswahlen als politisch nützlich erweisen würde. Für Konservative sei jedoch Protest nicht das Mittel der Wahl, um politische Unzufriedenheit auszudrücken.


euronews, 13.1.2026: Nach Terror-Anschlag auf Berliner Stromnetz: Warum es keine Demos gab

Simon Teune (FU Berlin)

„Es kann also gut sein, dass Menschen zu Demos bezüglich beider Themen gegangen sind, um gegen den Bruch des Völkerrechts zu demonstrieren.“ Zudem gebe es Gemeinsamkeiten: „Sowohl die USA als auch Israel setzen das ‚Recht des Stärkeren‘ gewaltsam durch“, erklärt Anderl. „Das gibt durchaus Anlass zur transnationalen Mobilisierung.“


nau.ch, 11.1.2026: „Free Maduro“: Darum jubeln Palästina-Linke Venezuela-Diktator zu

Felix Anderl (Uni Marburg)

Auch in dieser Protestwelle haben wir es mit einem Sammelsurium an Themen zu tun. Die Akteure sind sich oft nicht unbedingt einig in ihren Forderungen oder darin, was eigentlich die Hauptforderungen sind. Daher sind die Aktionen ja auch so dezentral, es gibt keine zentrale Organisationsstruktur. Wir sehen Feministinnen, ethnische Minderheiten, Arbeiter oder auch Anhänger der Monarchie. In dem Moment, wo die Protestepisode losgeht, gehen die unterschiedlichen Gruppen für ihre Anliegen auf die Straße. Diesmal hat es eben mit wirtschaftlichen Forderungen begonnen.


Tagesspiegel, 10.1.2026: „Die Forderungen werden radikaler“: Können die Proteste im Iran zum Regimesturz führen?

Tareq Sydiq (Uni Marburg)

„Die Proteste sind immer wieder ein Stresstest für das System“, sagt der Politikwissenschaftler Tareq Sydiq von der Universität Marburg. Diese Momente zwängen das System inmitten einer politischen Krise zur Reaktion. Dabei könne die Staatsmacht Fehler machen, „die sich vielleicht akkumulieren und zu einem Regime Change oder Systemkollaps führen.“ Gleichzeitig erhalte der Staat die Gelegenheit, seine Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen.


dpa, 8.1.2026: Wut ohne Hoffnung – Neuer Stresstest für Irans Staatsmacht

Tareq Sydiq (Uni Marburg)

Auch in der radikalen Linken gebe es Kritik an solchen Aktionen, sagt Teune und spricht von „roten Linien“, die hier überschritten wurden. „Ein wesentlicher Punkt ist, dass solche militante Aktionen nicht Selbstzweck sein dürfen, sondern dass sie eine politische Botschaft vermitteln müssen.“ Etwa bei Blockaden von Castortransporten oder Sabotage an Atomanlagen sei deutlich, wogegen sich die Aktion richte.


Berliner Morgenpost, 7.1.2025: Soziologe zu Brandanschlag: Den Tätern gehe es „um den Schaden selbst“

Simon Teune (FU Berlin)

Die Rede von Feminismus von Rechts ist aus Leidingers Perspektive falsch: Feminismus könne nie antidemokratisch sein oder solle nie explizit rassistisch sein. Die Professorin betont, dass der zentrale Kern einer feministischen Analyse bei Lukreta fehle: Machtverhältnisse, patriarchale Strukturen und unterschiedliche Betroffenheiten blende Lukreta aus.


die tageszeitung, 1.1.2026: Feminismus von Rechts? Über die Masche von Lukreta

Christiane Leidinger (FH Düsseldorf)

In seinem Buch Die neue Protestkultur dokumentiert Sydiq den identitätsstiftenden Faktor von Protesten in unterschiedlichen Ländern. Er wird allzu gern in der allgemeinen Wahrnehmung vernachlässigt. Dabei ist er maßgeblich, ob sich aus einer einmaligen Aktion aufgrund „kurzfristiger Empörung“ oder eines „moralischen Schocks“ über ein Ereignis ein langfristiges Engagement herausbildet.


Deutschlandfunk, 26.12.2025: Eine Beschwörung demokratischer Langsamkeit

Tareq Sydiq (Uni Marburg)

Wir haben seit [den Baseballschlägerjahren] ein sehr hohes Niveau rechter Gewalt […], wir haben mindestens seit 2014, 2015 eine Zunahme von rechtsterroristischen Strukturen, also diejenigen, die glauben, dass sie mit Gewalt eine völkische Reinheit herstellen können, indem sie versuchen, Menschen, die hier eingewandert sind oder Zuflucht gesucht haben, zu vertreiben.


WDR Podcast 18 Millionen, 12.12.2025: Wie normal ist Rechtsextremismus?

Fabian Virchow (FH Düsseldorf)

Da finden sich verschiedene Fraktionen zusammen. Junge Menschen sind ja nicht homogen, die demonstrieren aus unterschiedlichen Gründen. Manche sind pazifistisch eingestellt, andere wollen lieber gleich Karriere machen, dritte ärgern sich über den Politikstil. Das ist nicht einheitlich, aber es gibt ein verbindendes Interesse.


Deutschlandfunk Kultur, 5.12.2025: Schulstreiks gegen Wehrpflicht: Wie eine neue Jugendbewegung entsteht

Felix Anderl (Uni Marburg)

Die Schönheit liegt nicht unbedingt in der Ausführung dieses Denkmals, sondern eher in der Schaffung dieser Situation, in der sich die CDU zu ihrer Haltung gegenüber der AfD bekennen muss. […] Aber man muss auch sagen, dass in dem Denkmal ein Potenzial der Kunst auch ungenutzt geblieben ist, nämlich gerade nicht klare Antworten zu liefern, sondern ambivalent zu bleiben und einen Raum für Debatten zu öffnen.


NDR Kultur, 3.12.2025: „Lübcke Memorial“: Protestforscher kritisiert die Botschaft der Aktion

Simon Teune (FU Berlin)