Proteste und soziale Bewegungen verstehen

Proteste sind allgegenwärtig – von der Bürgerinitiative gegen eine Umgehungsstraße zur Revolte in autoritären Regimen, von rechtsradikalen Aufmärschen zu mit Graffiti versehenen Wänden. Trotz der offensichtlichen Bedeutung von Protesten und sozialen Bewegungen für die Demokratie wissen wir nur wenig über ihre Dynamik. Wen treibt es zu Protesten auf die Straße, wer findet andere Formen des Widerstandes? Unter welchen Bedingungen sind Demokratiebewegungen erfolgreich und wann scheitern sie? Wenn die Menschen sich zunehmend digital vernetzen, wie wandelt sich die Rolle von politischen Organisationen? Welches Engagement schafft eine demokratische Kultur, welches fördert Diskriminierung?

Um solche und andere Fragen zu beantworten, bedarf es systematischer Analysen. Die sozialwissenschaftliche Forschung zu dem Thema im deutschsprachigen Raum ist aber episodisch und lückenhaft. Das Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) will diese Lücke füllen. Es ist ein Arbeitszusammenhang, in dem dauerhaft zu einer ‚Politik von unten‘ geforscht wird. Dabei bringt das ipb Wissenschaftler_innen aus Deutschland, Europa und dem Rest der Welt zusammen, um sich auszutauschen und gemeinsam zu forschen.

 
 
  • Das Risiko für rechten Terror ist im Grunde permanent sehr groß, denn wir haben alle Zutaten. Wir haben eine gesellschaftliche Polarisierung, wir haben eine Diskussion, in der die Kernthemen der radikalen Rechten, nämlich antimuslimischer Rassismus beispielsweise sehr hoch auf der öffentlichen Agenda stehen. Wir haben feste rechtsextreme Strukturen, die verankert sind, die vernetzt sind, die hoch professionell auch sind.

    Deutschlandfunk, 18.3.2019: „Wir haben feste rechtsextreme Strukturen“

    ipb-Forscher Dr. Matthias Quent, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena