Proteste und soziale Bewegungen verstehen

Proteste sind allgegenwärtig – von der Bürgerinitiative gegen eine Umgehungsstraße zur Revolte in autoritären Regimen, von rechtsradikalen Aufmärschen zu mit Graffiti versehenen Wänden. Trotz der offensichtlichen Bedeutung von Protesten und sozialen Bewegungen für die Demokratie wissen wir nur wenig über ihre Dynamik. Wen treibt es zu Protesten auf die Straße, wer findet andere Formen des Widerstandes? Unter welchen Bedingungen sind Demokratiebewegungen erfolgreich und wann scheitern sie? Wenn die Menschen sich zunehmend digital vernetzen, wie wandelt sich die Rolle von politischen Organisationen? Welches Engagement schafft eine demokratische Kultur, welches fördert Diskriminierung?

Um solche und andere Fragen zu beantworten, bedarf es systematischer Analysen. Die sozialwissenschaftliche Forschung zu dem Thema im deutschsprachigen Raum ist aber episodisch und lückenhaft. Das Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) will diese Lücke füllen. Es ist ein Arbeitszusammenhang, in dem dauerhaft zu einer ‚Politik von unten‘ geforscht wird. Dabei bringt das ipb Wissenschaftler_innen aus Deutschland, Europa und dem Rest der Welt zusammen, um sich auszutauschen und gemeinsam zu forschen.

 
 
  • Das Gefühl, dass derzeit besonders viel demonstriert und protestiert wird, trügt nicht. Tatsächlich lässt sich empirisch ganz gut feststellen, dass die Anzahl der Proteste weltweit zunimmt. Wir nehmen die aktuellen Protestwellen aber auch deshalb besonders wahr, weil wir ganz einfach besser darin werden, Proteste zu erkennen und darüber zu berichten, erklärt Sydiq.

    Stern, 14.11.2019: Die Welt in Aufruhr: Wo Menschen gerade auf die Straße gehen – und vor allem: wofür

    ipb-Mitglied Tareq Sydiq, Universität Marburg
     
 

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