Protest und soziale Bewegungen verstehen

Proteste sind allgegenwärtig – von der Bürgerinitiative gegen eine Umgehungsstraße zur Revolte in autoritären Regimen, von rechtsradikalen Aufmärschen zu mit Graffiti versehenen Wänden. Trotz der offensichtlichen Bedeutung von Protesten und sozialen Bewegungen für die Demokratie wissen wir nur wenig über ihre Dynamik. Wen treibt es zu Protesten auf die Straße, wer findet andere Formen des Widerstandes? Unter welchen Bedingungen sind Demokratiebewegungen erfolgreich und wann scheitern sie? Wenn die Menschen sich zunehmend digital vernetzen, wie wandelt sich die Rolle von politischen Organisationen? Welches Engagement schafft eine demokratische Kultur, welches fördert Diskriminierung?

Um solche und andere Fragen zu beantworten, bedarf es systematischer Analysen. Die sozialwissenschaftliche Forschung zu dem Thema im deutschsprachigen Raum ist aber episodisch und lückenhaft. Das Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) will diese Lücke füllen. Es ist ein Arbeitszusammenhang, in dem dauerhaft zu einer ‚Politik von unten‘ geforscht wird. Dabei bringt das ipb Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Europa und dem Rest der Welt zusammen, um sich auszutauschen und gemeinsam zu forschen.

 
 
  • Die Klimabewegung bzw. die Fridays for Future haben ja gleich zu Beginn gesagt: bekämpft jede Krise. Und die Erfahrung, dass eine Pandemie zu so tiefgreifenden Veränderungen führen kann, hat für viele auch um so schmerzhafter sichtbar gemacht, dass mit Blick auf eine andere Krise, nämlich die Klimakrise, über Jahrzehnte business as usual stattfand und dass es eben nicht den Mut der Verantwortlichen gab, zu sagen: die Kosten der Klimakrise sind zu hoch und wir wollen nicht, dass durch Untätigkeit Tausende sterben.

    Deutschlandfunk, 8.4.2021: Das Schweigen der Linken in den Corona-Protesten

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, TU Berlin
     
 

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