Proteste und soziale Bewegungen verstehen

Proteste sind allgegenwärtig – von der Bürgerinitiative gegen eine Umgehungsstraße zur Revolte in autoritären Regimen, von rechtsradikalen Aufmärschen zu mit Graffiti versehenen Wänden. Trotz der offensichtlichen Bedeutung von Protesten und sozialen Bewegungen für die Demokratie wissen wir nur wenig über ihre Dynamik. Wen treibt es zu Protesten auf die Straße, wer findet andere Formen des Widerstandes? Unter welchen Bedingungen sind Demokratiebewegungen erfolgreich und wann scheitern sie? Wenn die Menschen sich zunehmend digital vernetzen, wie wandelt sich die Rolle von politischen Organisationen? Welches Engagement schafft eine demokratische Kultur, welches fördert Diskriminierung?

Um solche und andere Fragen zu beantworten, bedarf es systematischer Analysen. Die sozialwissenschaftliche Forschung zu dem Thema im deutschsprachigen Raum ist aber episodisch und lückenhaft. Das Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) will diese Lücke füllen. Es ist ein Arbeitszusammenhang, in dem dauerhaft zu einer ‚Politik von unten‘ geforscht wird. Dabei bringt das ipb Wissenschaftler_innen aus Deutschland, Europa und dem Rest der Welt zusammen, um sich auszutauschen und gemeinsam zu forschen.

 
 
  • Radikalisieren sich die Schüler*innen jetzt also? Moritz Sommer vom Berliner Institut für Protest- und Bewegungsforschung, der FfF insgesamt als „große Erfolgsgeschichte“ bezeichnet, sieht das nicht so. Aktuell bestehe durch den engen Kontakt zu „Ende Gelände“ eher „eine Möglichkeit für Weiterentwicklung“: „Viele haben sich mit Fridays for Future zum ersten Mal der Klimabewegung angeschlossen. Für sie ist es wichtig, sich neue Protestformen anschauen und sie ausprobieren zu können.“ Für Ende Juli ist ein FfF-Sommerkongress in Dortmund geplant, da werde sicher diskutiert, welche Aktionsformen noch in Frage kämen

    Jetzt.de, 24.06.2019: Wie geht es weiter mit „Fridays for Future“?

    ipb-Forscher Moritz Sommer, Freie Universität Berlin