Der 'Tank Man' wurde zur Symbolfigur der chinesischen Demokratiebewegung. Das Video, in dem er am Tiananmen allein eine Panzerkolonne stoppte, ging um die Welt (Foto: Deborah Kelly).

 
 

Proteste und soziale Bewegungen verstehen

Proteste sind allgegenwärtig – von der Bürgerinitiative gegen eine Umgehungsstraße zur Revolte in autoritären Regimen, von rechtsradikalen Aufmärschen zu mit Graffiti versehenen Wänden. Trotz der offensichtlichen Bedeutung von Protesten und sozialen Bewegungen für die Demokratie wissen wir nur wenig über ihre Dynamik. Wen treibt es zu Protesten auf die Straße, wer findet andere Formen des Widerstandes? Unter welchen Bedingungen sind Demokratiebewegungen erfolgreich und wann scheitern sie? Wenn die Menschen sich zunehmend digital vernetzen, wie wandelt sich die Rolle von politischen Organisationen? Welches Engagement schafft eine demokratische Kultur, welches fördert Diskriminierung?

Um solche und andere Fragen zu beantworten, bedarf es systematischer Analysen. Die sozialwissenschaftliche Forschung zu dem Thema im deutschsprachigen Raum ist aber episodisch und lückenhaft. Das Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) will diese Lücke füllen. Es ist ein Arbeitszusammenhang, in dem dauerhaft zu einer ‚Politik von unten‘ geforscht wird. Dabei bringt das ipb Wissenschaftler_innen aus Deutschland, Europa und dem Rest der Welt zusammen, um sich auszutauschen und gemeinsam zu forschen.

 
 
  • Die Rhetorik des Widerstands, die Rhetorik der Zensur, die der deutschen Presse unterstellt wird, ist eine Rhetorik, die versucht, die Berliner Republik, die Bundesrepublik Deutschland in eine Traditionslinie mit dem SED-Unrechtsstaat, mit dem Nationalsozialismus zu stellen im Grunde, die herrschende Demokratie als eine Diktatur darzustellen, in der es keine freie Meinung, keine freie Presse gebe und deshalb sei es legitim Widerstand zu leisten. Da wird eine ganz, ganz krude Vermischung von Geschichtsbildern betrieben.

    mdr Kultur-Spezial, 14.12.2016: Wer ist die neue Rechte?

    ipb-Forscher Dr. Matthias Quent, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft