Moderator_innen:
Alexandra Bechtum (abechtum(at)uni-bonn.de),
Ingmar Hagemann (ingmar.hagemann(at)uni-due.de),
Johanna Leinius (johanna.leinius(at)normativeorders.net)
Dr. Judith Vey (judith.vey(at)googlemail.com)

Auf dieser Seite findet Ihre kurze Informationen zur inhaltlichen Ausrichtung des AKs und zu den weiteren geplanten Schritten (siehe unten). Bitte meldet Euch bei Interesse bei den ModeratorInnen.

Inhaltliche Ausrichtung des AKs

In einem Großteil der Arbeiten über sozialen Bewegungen wird überwiegend auf Spezialansätze mittlerer Reichweite über soziale Bewegungen rekurriert. Soziale Bewegungen, Protest und widerständige Praxen können jedoch auch als sichtbarer Ausdruck tiefgreifender gesamtgesellschaftlicher Dynamiken und damit als in vielfältige Macht- und Herrschaftsverhältnisse eingebettetes Phänomen begriffen werden, so dass es sinnvoll erscheintsoziale Bewegungen verstärkt unter einem gesellschaftstheoretischen Blickwinkel zu untersuchen. Zugleich ermöglichen soziale Bewegungen als besonders kontrastreicher Analysegegenstand ein besseres Verständnis ebenjener gesamtgesellschaftlicher Dynamiken, so dass Bewegungsforschung aus dieser Perspektive weniger als wissenschaftliches Spezialfeld erscheint, sondern vielmehr ein zentrales Element der Analyse moderner sozialer Phänomene darstellt.

Gerade in den vergangenen 10-40 Jahren wurden zahlreiche sozial- und kulturtheoretische Ansätze entwickelt, die soziale Bewegungen als gesamtgesellschaftlich eingebettes und relevantes Phänomen verstehen. Diese Ansätze, wie bspw. diskurs- und hegemonietheoretische bzw. poststrukturalistischen Analysen (Laclau/Mouffe, Foucault, Butler, Spivak, Deleuze) oder praxeologische Modelle (Bourdieu, Boltanski/Thévenot, Latour), gilt es in die Bewegungsforschung zu integrieren.

Im Rahmen des AKs sollen mit Hilfe dieser theoretischen Modelle und Analysen neue Perspektiven auf soziale Bewegungen zusammen geführt und diskutiert werden, durch die soziale Bewegungen vor dem Hintergrund eines komplexeren sozialtheoretischen Modells analysiert werden können. Auf diese Weise können neue, in der deutschen Bewegungsfoschung noch nicht so stark verbreitete Blickwinkel auf soziale Bewegungen eröffnet werden.

Weitere Planung – ein Handbuch zu poststrukturalistischen Perspektiven auf soziale Bewegungen.

Die nächsten Aktivitäten des AKs möchten wir gerne entlang eines konkreten Projekts fort führen. Dabei haben wir uns das Ziel gesetzt, gemeinsam – und natürlich mit einigen Zwischenschritten – ein Handbuch zu poststrukturalistischen Perspektiven auf soziale Bewegungen zu realisieren. Dieses Buchprojekt soll erstens einen Überblick über die vielfältigen Ansätze und ihre Perspektiven auf soziale Bewegungen geben. Zweitens soll dieses Handbuch einen Einblick in die Forschungspraxis ermöglichen – hier werden also bspw. methodische Fragen oder Berichte aus konkreten Forschungsprojekten behandelt.

Mit Hilfe des Handbuchs soll den poststrukturalistischen Perspektiven in der Bewegungsforschung mehr Sichtbarkeit verschafft werden und zugleich soll es den Zugang zu den unterschiedlichen Ansätzen und ihrer Anwendung auf soziale Bewegungen erleichtern.

Als Zwischenschritte zu diesem Buch sind aktuell eine erste Kurzskizze, ein Überblicksartikel und ein Autorenworkshop geplant.