Über den AK | Sprecher*innen

Auf dieser Seite findet ihr kurze Informationen zur inhaltlichen Ausrichtung des AKs und zu aktuellen Projekten. Bitte meldet Euch bei Interesse bei den Sprecher*innen.

Über den AK

In einem Großteil der Arbeiten über sozialen Bewegungen wird überwiegend auf Spezialansätze mittlerer Reichweite über soziale Bewegungen rekurriert. Soziale Bewegungen, Protest und widerständige Praxen können jedoch auch als sichtbarer Ausdruck tiefgreifender gesamtgesellschaftlicher Dynamiken und damit als in vielfältige Macht- und Herrschaftsverhältnisse eingebettetes Phänomen begriffen werden, so dass es sinnvoll erscheintsoziale Bewegungen verstärkt unter einem gesellschaftstheoretischen Blickwinkel zu untersuchen. Zugleich ermöglichen soziale Bewegungen als besonders kontrastreicher Analysegegenstand ein besseres Verständnis ebenjener gesamtgesellschaftlicher Dynamiken, so dass Bewegungsforschung aus dieser Perspektive weniger als wissenschaftliches Spezialfeld erscheint, sondern vielmehr ein zentrales Element der Analyse moderner sozialer Phänomene darstellt.

Gerade in den vergangenen 10-40 Jahren wurden zahlreiche sozial- und kulturtheoretische Ansätze entwickelt, die soziale Bewegungen als gesamtgesellschaftlich eingebettes und relevantes Phänomen verstehen. Diese Ansätze, wie bspw. diskurs- und hegemonietheoretische bzw. poststrukturalistischen Analysen (Laclau/Mouffe, Foucault, Butler, Spivak, Deleuze) oder praxeologische Modelle (Bourdieu, Boltanski/Thévenot, Latour), gilt es in die Bewegungsforschung zu integrieren.

Im Rahmen des AKs sollen mit Hilfe dieser theoretischen Modelle und Analysen neue Perspektiven auf soziale Bewegungen zusammen geführt und diskutiert werden, durch die soziale Bewegungen vor dem Hintergrund eines komplexeren sozialtheoretischen Modells analysiert werden können. Auf diese Weise können neue, in der deutschen Bewegungsforschung noch nicht so stark verbreitete Blickwinkel auf soziale Bewegungen eröffnet werden.

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Im Forschungsjournal Soziale Bewegungen (4/2017) ist aus dem Kontext des Arbeitskreises ein Plädoyer für eine notwendige Blickverschiebung in der Bewegungsforschung erschienen. Der Text steht auf der Webseite des Journals frei zum Download zur Verfügung:

Johanna Leinius/Judith Vey/Ingmar Hagemann: Poststrukturalistische  Perspektiven auf soziale Bewegungen: Plädoyer für eine notwendige Blickverschiebung  (FJSB 4/2017, 6-20)

Sprecher*innen

Dr. Ingmar Hagemann (ingmar.hagemann(at)uni-due.de),
Johanna Leinius (johanna.leinius(at)normativeorders.net)
Dr. Judith Vey (judith.vey(at)googlemail.com)

Handbuch “Poststrukturalistischen Perspektiven auf soziale Bewegungen”

Wir freuen uns sehr, dass unser gemeinsames Projekt, das Handbuch zu Poststrukturalistischen Perspektiven auf sozialen Bewegungen veröffentlicht wurde. Die Sprecher*innen des AK, Judith Vey, Johanna Leinius und Ingmar Hagemann haben als Herausgeber*innen eine Vielzahl spannender empirischer Analysen über soziale Bewegungen in in der Tradition poststrukturalistischer und/oder postfundamentalistischer Ansätze zusammengebracht. Es bietet einen systematischen und vergleichenden Überblick und bietet so eine schnelle Orientierung.

Das Handbuch ist bei Transcript erschienen und frei zum Download verfügbar.