Arbeitskreis

AK Poststrukturalistische Perspektiven

Über den AK

In vielen Arbeiten zu sozialen Bewegungen wird überwiegend auf Ansätze mittlerer Reichweite rekurriert. Soziale Bewegungen, Protest und widerständige Praxen können jedoch auch als Ausdruck gesamtgesellschaftlicher Dynamiken und damit als in vielfältige Macht- und Herrschaftsverhältnisse eingebettetes Phänomen begriffen werden, das verstärkt aus einem gesellschaftstheoretischen Blickwinkel untersucht werden sollte. Die Analyse sozialer Bewegungen kann dann zu einem besseren Verständnis ebenjener gesamtgesellschaftlicher Dynamiken beitragen, so dass Bewegungsforschung zu einem zentralen Ansatz der Analyse sozialer Phänomene wird. 

Gerade in den vergangenen 50 Jahren wurden zahlreiche sozial- und kulturtheoretische Ansätze entwickelt, die soziale Bewegungen als gesamtgesellschaftlich eingebettetes Phänomen verstehen. Diese Ansätze umfassen diskurs- und hegemonietheoretische bzw. poststrukturalistische Analysen (Foucault, Deleuze, Laclau/Mouffe), praxeologische Modelle (Bourdieu, Boltanski/Thévenot, Latour), aber auch postkoloniale und feministische Perspektiven (Spivak, Butler, Ahmed, Hall). Diese werden in vielfältiger Weise in die Bewegungsforschung integriert.

Der AK bietet einen Rahmen, um solche poststrukturalistische Perspektiven auf soziale Bewegungen zusammenzuführen und zu diskutieren, wie soziale Bewegungen vor dem Hintergrund eines komplexeren sozialtheoretischen Modells analysiert werden können.

Kontakt

Johanna Leinius
E-Mail: Leinius@em.uni-frankfurt.de

Judith Vey
E-Mail: vey@ztg.tu-berlin.de

Mailingliste:

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Bisherige Aktivitäten

2021

Auf der Jahrestagung des ipb 2021 haben wir das Panel“The master’stools will neverdismantle the master’shouse“ Soziale Ungleichheiten in der Wissensproduktion über und mit sozialen Bewegungen organisiert.

2019

Ende 2019 haben wir das Handbuch „Poststrukturalistischen Perspektiven auf soziale Bewegungen. Ansätze, Methoden und Forschungspraxis“ bei transcript veröffentlicht. Der Sammelband bietet einen systematischen und vergleichenden Überblick über die verschiedenen aktuellen Ansätze und deren empirische Anwendung und bietet so eine schnelle Orientierung und Handlungsanleitung. Das Handbuch frei zum Download verfügbar.

2017

In einem Grundsatzartikel im Forschungsjournal Soziale Bewegungen (4/2017) haben wir unsere spezifische Perspektive vorgestellt Der Text steht auf der Webseite des Journals frei zum Download zur Verfügung:

Johanna Leinius/Judith Vey/Ingmar Hagemann: Poststrukturalistische  Perspektiven auf soziale Bewegungen: Plädoyer für eine notwendige Blickverschiebung  (FJSB 4/2017, 6-20)

Aktuelles

Zurzeit arbeitet der AK an der Entwicklung eines systematischen Forschungsansatzes für die Erforschung sozialer Bewegungen aus einer poststrukturalistischen Perspektive.

Auf der Jahrestagung des ipb 2022 werden wir ein Panel über „(Queer-)feministische, postkoloniale und hegemonietheoretische Perspektiven auf Methoden der sozialen Bewegungsforschung“ organisieren. Hier gibt es mehr Infos zur ipb-Tagung.

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