Über den AK | Sprecher*innen

Auf dieser Seite findet ihr kurze Informationen zur inhaltlichen Ausrichtung des AKs und zu aktuellen Projekten. Bitte meldet Euch bei Interesse bei den Sprecher*innen.

Über den AK

In vielen Arbeiten zu sozialen Bewegungen wird überwiegend auf Ansätze mittlerer Reichweite rekurriert. Soziale Bewegungen, Protest und widerständige Praxen können jedoch auch als Ausdruck gesamtgesellschaftlicher Dynamiken und damit als in vielfältige Macht- und Herrschaftsverhältnisse eingebettetes Phänomen begriffen werden, das verstärkt aus einem gesellschaftstheoretischen Blickwinkel untersucht werden sollte. Die Analyse sozialer Bewegungen kann dann zu einem besseren Verständnis ebenjener gesamtgesellschaftlicher Dynamiken beitragen, so dass Bewegungsforschung zu einem zentralen Ansatz der Analyse sozialer Phänomene wird. 

Gerade in den vergangenen 50 Jahren wurden zahlreiche sozial- und kulturtheoretische Ansätze entwickelt, die soziale Bewegungen als gesamtgesellschaftlich eingebettetes Phänomen verstehen. Diese Ansätze umfassen diskurs- und hegemonietheoretische bzw. poststrukturalistische Analysen (Foucault, Deleuze, Laclau/Mouffe), praxeologische Modelle (Bourdieu, Boltanski/Thévenot, Latour), aber auch postkoloniale und feministische Perspektiven (Spivak, Butler, Ahmed, Hall). Diese gilt es in die Bewegungsforschung zu integrieren.

Im Rahmen des AKs werden solche poststrukturalistische Perspektiven auf soziale Bewegungen zusammengeführt und diskutiert, wie soziale Bewegungen vor dem Hintergrund eines komplexeren sozialtheoretischen Modells analysiert werden können. Auf diese Weise können neue, in der deutschen Bewegungsforschung noch nicht so stark verbreitete Blickwinkel auf soziale Bewegungen eröffnet werden.

Bisherige Aktivitäten und Publikationen:

In einem Grundsatzartikel im Forschungsjournal Soziale Bewegungen (4/2017) haben wir unsere spezifische Perspektive vorgestellt Der Text steht auf der Webseite des Journals frei zum Download zur Verfügung:

Johanna Leinius/Judith Vey/Ingmar Hagemann: Poststrukturalistische  Perspektiven auf soziale Bewegungen: Plädoyer für eine notwendige Blickverschiebung  (FJSB 4/2017, 6-20)

Ende 2019 haben wir das Handbuch „Poststrukturalistischen Perspektiven auf soziale Bewegungen. Ansätze, Methoden und Forschungspraxis“ bei transcript veröffentlicht. Der Sammelband bietet einen systematischen und vergleichenden Überblick über die verschiedenen aktuellen Ansätze und deren empirische Anwendung und bietet so eine schnelle Orientierung und Handlungsanleitung.

Das Handbuch frei zum Download verfügbar.

Aktuelle Aktivitäten

Zurzeit arbeitet der AK an der Entwicklung eines systematischen Forschungsansatzes für die Erforschung sozialer Bewegungen aus einer poststrukturalistischen Perspektive.

Sprecher*innen

Dr. Ingmar Hagemann: ingmar.hagemann(at)uni-due.de
Dr. Johanna Leinius: leinius(at)uni-kassel.de 

Dr. Judith Vey: vey(at)ztg.tu-berlin.de