Arbeitskreis

AK Poststrukturalistische Perspektiven auf Soziale Bewegungen

Über den AK

Der AK „Poststrukturalistische Perspektiven auf Soziale Bewegungen“ besteht seit 2015. Im Rahmen unseres AKs diskutieren wir, wie soziale Bewegungen vor dem Hintergrund eines komplexen sozialtheoretischen Modells analysiert werden können, wobei der Schwerpunkt auf poststrukturalistischen Perspektiven liegt.

Seit 2025 wird der AK als DFG-Netzwerk „Poststrukturalistische Protest- und Bewegungsforschung: Ein multiperspektivischer Analyseansatz (POPMAP)“ fortgeführt. (Blogbeitrag hier) In unserem DFG-Netzwerk sind wir 20 Forscher*innen aus verschiedenen Disziplinen, die alle das gemeinsame Ziel haben, soziale Bewegungen besser zu verstehen – besser auch in der Hoffnung, die Akteur*innen progressiver Bewegungen mit unseren Erkenntnissen zu unterstützen.

Wir ziehen dafür Theorien heran, die man unter das Label Poststrukturalismus fassen kann: machtkritische Diskursanalyse; Dekonstruktion normativer Identitätsvorstellungen; Hegemonietheorie; Analysen der Materialität von Kommunikation und der Körperlichkeit des Zusammenhandelns (darunter New Materialism, posthumanistische und ökologische Ansätze); Queer und Gender Studies; dekoloniale Ansätze; Disability and Crip Studies; Science and Technology Studies, praxeologische Ansätze…

Wir sind der Überzeugung, dass diese Theorien helfen können, empirische Forschung zu reflektieren – und dass umgekehrt konkrete Begegnung mit der Praxis die Theorien schärft und präzisiert. Poststrukturalistische Theorien ermutigen zu komplexeren Fragestellungen, die ihre eigenen Vorannahmen in den Blick nehmen. Situiertheit und Subjektivität der Forscher*innen erscheinen nicht als Problem, das es zu neutralisieren gilt, sondern als Einsatz für engagiertes, verantwortliches Forschen miteinander – sowohl im akademischen Austausch als auch in Kooperation mit dem Praxiswissen des Aktivismus und der sozialen Selbstorganisation. Ziel ist es, einen eigenständigen Ansatz in der Bewegungsforschung zu erarbeiten, der diesen Aspekten und Theorien Rechnung trägt und direkt für die empirische Forschung fruchtbar gemacht werden kann.

Mitglieder
Dem Netzwerk gehören an: Céline Barry (TU Berlin); Nicole Doerr (University of Copenhagen); Mareike Gebhardt (Universität Innsbruck/Universität Münster, Sprecherin); Laura Gorriahn (HU Berlin); Antonia Graf (Universität Münster); Ingmar Hagemann (Universität Duisburg-Essen); Saskia Jaschek (Universität Bayreuth); Petra Kolb (Universität Wien); Friederike Landau-Donnelly (HU Berlin); Johanna Leinius (Goethe-Universität Frankfurt/Main); Conrad Lluis (Universität Kassel); Martin Nonhoff (Universität Bremen); Christian Helge Peters (Friedrich- Schiller-Universität Jena); Madeleine Sauer (Berlin); Tanja Scheiterbauer (Hochschule Fulda); Helge Schwiertz (Universität Hamburg, Sprecher); Maria Ullrich (Universität Bonn); Peter Ullrich (TU Berlin); Kai van Eikels (Universität Hildesheim); Judith Vey (Universität Bremen, Sprecherin)

Kontakt

Judith Vey
E-Mail: jvey@bigsss-bremen.de

Mareike Gebhardt
E-Mail: mareike.gebhardt@uni-muenster.de

Mailingliste:

Kontakt:

Helge Schwiertz

helge.schwiertz@uni-hamburg.de

Bisherige Aktivitäten

2025

Ab 1. April 2025 führen wir die AK-Arbeit für drei Jahre als das wissenschaftliche DFG-Netzwerk „Poststrukturalistische Protest- und Bewegungsforschung: Ein multiperspektivischer Analyseansatz“ (POPMAP) weiter, um gemeinsam einen systematischen Forschungsansatz für die Erforschung sozialer Bewegungen aus einer poststrukturalistischen Perspektive zu entwickeln.

2023

Im April 2023 haben wir den Antrag auf Förderung des wissenschaftlichen Netzwerks „Poststrukturalistische Protest- und Bewegungsforschung: Ein multiperspektivischer Analyseansatz“ (POPMAP) bei der DFG eingereicht, der Ende 2023 auch bewilligt wurde. Hurra!

2022

Wir waren auf der ipb-Jahrestagung dieses Mal mit dem spannenden Panel „(Queer-)feministische, postkoloniale und hegemonietheoretische Perspektiven auf Methoden der sozialen Bewegungsforschung“ vertreten.

2021

Auf der Jahrestagung des ipb 2021 haben wir das Panel“The master’stools will neverdismantle the master’shouse“ Soziale Ungleichheiten in der Wissensproduktion über und mit sozialen Bewegungen organisiert.

2019

Ende 2019 haben wir das Handbuch „Poststrukturalistischen Perspektiven auf soziale Bewegungen. Ansätze, Methoden und Forschungspraxis“ bei transcript veröffentlicht. Der Sammelband bietet einen systematischen und vergleichenden Überblick über die verschiedenen aktuellen Ansätze und deren empirische Anwendung und bietet so eine schnelle Orientierung und Handlungsanleitung. Das Handbuch frei zum Download verfügbar.

2017

In einem Grundsatzartikel im Forschungsjournal Soziale Bewegungen (4/2017) haben wir unsere spezifische Perspektive vorgestellt Der Text steht auf der Webseite des Journals frei zum Download zur Verfügung:

Johanna Leinius/Judith Vey/Ingmar Hagemann: Poststrukturalistische  Perspektiven auf soziale Bewegungen: Plädoyer für eine notwendige Blickverschiebung  (FJSB 4/2017, 6-20)