„Der Nahostkonflikt ist in seiner Grundstruktur ein nationalistischer Konflikt“, sagt [Ullrich]. Diese nationalistische Logik würde von der Solidaritätsbewegung reproduziert und entfalte einen Sog, in dem die Vergehen der eigenen Seite verschwinden. Auf propalästinensischer Seite würde dann der Terror der Hamas legitimiert – und im proisraelischen Diskurs noch die Kritik am israelischen Aushungern von Gaza als Hamas-Inszenierung abgetan. „Alle Ambivalenzen drohen in dieser binären Logik zu verschwinden“
die tageszeitung, 26.9.2025: Solidarität sucht Anschluss
Peter Ullrich (TU Berlin)
Klimafolgen wie Gesundheitsprobleme und Nahrungsmittelknappheit sind in Uganda und Bangladesch schon lange akut. „Dort verwebt man die Klimakrise mit diesen Aspekten, welche die Ungleichheitserfahrungen verstärken“, erklärt Antje Daniel. „In beiden Ländern geht es um Klimakolonialität – also die Ungleichheit in Anbetracht der Klimakrise und auch der globalen Klimapolitik.“
Der Standard, 22.9.2025: Alternd, akademisch, aber aktiv: Wie sich Fridays for Future wandelt
Antje Daniel (Uni Wien)
Insgesamt gibt es auch mit der AfD ein Klima, das eher kritisch gegenüber Klimaaktivisten eingestellt ist. […] Es gibt immer noch das Interesse und die Ängste von Kindern und Jugendlichen, aber die Einstiegspunkte sind schwieriger geworden.
rbb Brandenburg aktuell, 19.9.2025: Wo ist die Klimabewegung hin?
Michael Neuber (TU Berlin)
Man muss sich die Frage stellen: was heißt es, wenn zu polarisierenden Themen wie dem Nahostkonflikt oder Antisemitismus die Leute, die es am besten wissen, die am meisten Differenz in den öffentlichen Diskurs bringen könnten, und die auch verfassungsmäßig die Aufgabe haben, zu diesen Themen frei zu forschen und Tiefe in die Öffentliche Debatte zu bringen, wenn genau die sich zurückhalten?
rbb Radio3, 18.9.2025: Gefährdet Selbstzensur die Freiheit der Wissenschaft?
Jannis Grimm (FU Berlin)
„Ich kenne keine Kollegin, keinen Kollegen, die zu Themen mit Nahostbezug arbeiten, die nicht in irgendeiner Form betroffen sind – sei es durch Selbstbeschränkung, Hate-Mails, Einschüchterungen oder berufliche Nachteile“, sagt Grimm
Tagesspiegel, 16.9.2025: „Man fühlt sich bedroht und betreibt Selbstzensur“: Forschende sehen Wissenschaftsfreiheit zunehmend als „gefährdet“
Jannis Grimm (FU Berlin)
Sind aus der „letzten Generation“ also zwei völlig voneinander unabhängige Gruppierungen hervorgegangen? Protestforscherin Johanna Wahl beobachtet, dass die beiden Splittergruppen untereinander durchaus noch im Austausch stehen. Zudem gebe es regional große Unterschiede in der Entwicklung der Klimabewegung. Mancherorts wurde die lokale Gruppe der „Letzten Generation“ etwa komplett zum Widerstands-Kollektiv, in anderen Orten zur „Neuen Generation“.
BR24, 12.9.2025: Zurück zum Kleben: Wer sind die neuen Klimaaktivisten?
Johanna Wahl (Uni Oldenburg)
Viele bleiben auch lange dran, wenn Protest zur Identitätsfrage wird. Das bedeutet, wenn es nicht darum geht, ob ich jetzt erfolgreich bin oder nicht, sondern ich beteilige mich daran, weil das ein Teil von dem ist, was ich selbst bin: Ich bin ein Mensch, der solche Dinge macht, also tue ich das.
Wiener Zeitung, 12.9.2025: „Protest ist ein gesellschaftliches Grundrauschen“
Tareq Sydiq (Uni Marburg)
„Bereits in Vor-Internet-Zeiten gab es den Begriff der Meinungsführer“, sagt Medienexperte Armin Scholl vom Institut für Protestforschung. „Das waren Menschen, die innerhalb ihrer Community einen gewissen Einfluss hatten, weil sie besonders kommunikativ aktiv waren. Aber genauso funktioniert Öffentlichkeit. Es braucht Menschen, die vorangehen, die eine besondere Fähigkeit zur Vernetzung haben.“
die tageszeitung, 12.9.2025: Social Media Influencer:innen. Ein Ticket Hoffnung
Armin Scholl (Uni Münster)
Künstlerische und kreative Protestformen können eine problematisierte Situation auf den Punkt bringen und ihr eine ästhetische Form geben.
die tageszeitung, 25.7.2025: Protest gegen die AfD: Laut und schön
Simon Teune (FU Berlin)
Das war ein Moment, in dem die Selbstdarstellung der AfD vor einem Millionenpublikum in Frage gestellt worden ist, eine Guerilla-Aktion, in der das Zentrum für politische Schönheit diese Medienaufmerksamkeit für die AfD gekapert hat und mit ihrem Kommentar versehen hat. Und es ist eine Plattform für den Corner-Chor aus Augsburg, der besteht aus FLINTA*-Leuten […], das sind genau die Gruppen, deren Lebenssituation bedroht wird durch die Politik der AfD.
rbb radio3, 22.7.2025: War die Störaktion beim ARD-Sommerinterview mit der AfD legitim?
Simon Teune (FU Berlin) und seine Katze