Das ipb in den Medien

Simon Teune glaubt, dass viele Aktive resigniert und hoffnungslos seien, „in dem Gefühl, das reißen wir nicht mehr rum, wir steuern nun mit Vollgas in die Katastrophe“. Die Klimaforscher warnen und warnen, die Treibhausemissionen steigen trotzdem und die Temperaturen gleich mit. Dass es keinen plausiblen Hebel für Veränderungen gebe, mache es deutlich schwieriger, neue Leute für diese Sache zu begeistern.


Süddeutsche Zeitung, 29.4.2026: Klimawandel? Puh, schwierig

Simon Teune (FU Berlin)

Diese Tests mit Bewegungsdetektion haben interessante neue Formen der Widerständigkeit hervorgebracht: Tanzperformances, die die angenommene Korrelation von Bewegung und Kriminalität hinterfragen. Das gab es in Mannheim und darüber haben Medien dann auch berichtet. Was sich außerdem gezeigt hat: Die meisten Bündnisse, die sich mit solchen Überwachungsprojekten beschäftigen, überlegen, wie sie eine soziale Basis aufbauen und alternative Sicherheitskonzepte weiterentwickeln können wie etwa soziale Sicherheit. Sie schauen über den Anlass Kamera hinaus und stellen die Frage: Welche Probleme gibt es im Viertel und wie können wir damit arbeiten?


Netzpolitik.org, 27.4.2026: „Die Polizei wird zum Datenlieferanten“

Philipp Knopp (TU Chemnitz)

Den Freundinnen Natalie Liebknecht und Julie Bebel habe gerade diese Solidarität unter den Frauen Mut gemacht und sie in ihrem sozialen und politischen Engagement noch weiter bestärkt. Obwohl sie in ständiger Sorge gelebt hätten und Repressalien, wie Hausdurchsuchungen, an der Tagesordnung gewesen seien. „Sie hielten den Laden zusammen und waren gleichzeitig Beraterinnen ihrer Männer und viel mehr als nur die Frauen an der Seite der Gründungsväter der SPD“, würdigte Dr. Gisela Notz die beiden Frauen.


Gießener Anzeiger, 23.4.2026: Die Frauen hinter Liebknecht waren unverzichtbar für die Arbeiterbewegung

Gisela Notz

Demokratie ist eigentlich ein Anti-Ohnmachts-System. Der Bürger ist der Souverän, und mithilfe gleicher, allgemeiner und freier Wahlen bestimmen prinzipiell erst einmal alle. Doch in der Wahrnehmung vieler funktioniert dieses System nicht mehr gut. Menschen aus allen Teilen des politischen Spektrums haben den Eindruck, keinen Einfluss auf gesellschaftliche Entwicklungen nehmen zu können. Sogar Spitzenpolitiker äußern Ohnmachtsgefühle.


Der Spiegel, 21.4.2026: „Viele Menschen sind in einem Kampfmodus“

Matthias Quent (Ernst-Abbe-Hochschule Jena)

„Die Generationen, die innerhalb der Revolutionsgarden nachrücken, sind tendenziell eher Hardliner.“ […] Sie alle waren in der Vergangenheit unter anderem maßgeblich an der Niederschlagung von Protesten beteiligt. Auch diese Fähigkeit des Regimes, also die eigene Bevölkerung zu unterdrücken, habe der Krieg nicht geschwächt, so Sydiq. Im Gegenteil: „Der Repressionsapparat operiert noch stärker als zuvor. Die Kompromissbereitschaft geht gegen Null.“


Kurier, 19.4.2026: Für die Menschen im Iran scheint die Freiheit ferner denn je

Tareq Sydiq (Uni Marburg)

„Um wieder eine höhere Zahl an Teilnehmern für die Streiks zu mobilisieren, muss die Klimabewegung versuchen, die eigenen Strukturen weiterhin aufrechtzuerhalten und nach Gelegenheiten suchen, die es wieder möglich machen, mehr Leute auf die Straße zu bringen“, erklärt Teune. Die derzeitige Debatte um Rückschritte beim Ausbau der erneuerbaren Energien könnte ein Anlass sein, dass wieder mehr Menschen für Klimaschutz auf die Straße gehen. „Das hängt aber auch davon ab, ob das Gefühl entsteht, dass man mit dem Protest die Regierung unter Druck setzen kann.“


Rheinische Post, 17.4.2026: Warum die Klimabewegung ihre Massen verloren hat

Simon Teune (FU Berlin)

Wer bei systemischen Fragen nur auf Eigenverantwortung setzt, produziert Überforderung und die Individualisierungsfalle. Aber gleichzeitig ist das Erleben von Selbstwirksamkeit im Rahmen des Möglichen der Ursprung jeder kollektiven Aktion und Veränderung. Grüne Energien sind die Antwort auf die Energieabhängigkeit, an der sich noch viel mehr Menschen schon durch kleine Balkonanlagen demonstrativ beteiligen und als wirksam erleben können. Haustürgespräche, öffentliche Infostände, Nachbarschaftstreffs, Präsenz in sozialen Medien oder die Nutzung freier Softwarealternativen helfen, Ohnmacht und Polarisierung zu durchbrechen.


die tageszeitung, 14.4.2026: Keine Macht der Ohnmacht

Matthias Quent (Ernst-Abbe-Hochschule Jena)

„Es braucht einen klaren Antrieb, damit Menschen während ihrer privaten Zeit auf die Straße gehen“, sagt er. Höher sei das Mobilisierungspotenzial etwa dann, wenn es einen klaren Gegner gibt.


Oberhessische Presse, 11,4,2026: Demonstrationen in Marburg nehmen zu: Was bringt die Menschen auf die Straße?

Felix Anderl (Uni Marburg)

Wenn Planungen starten, dann ist noch relativ viel offen. […] Da könnte man über Parteien, über politisches Engagement Einfluss nehmen. Aber wenn dann die Planungen abgeschlossen sind, dann wird es ungleich schwieriger. Aber die Bürger*innen im lokalen Kontext setzen sich erst mit dem Thema auseinander, wenn ganz konkret berichtet wird oder wenn ersten Baumaßnahmen stattfinden. Und dann zu denken, man kann das noch verhindern, ist nicht mehr möglich. Und das führt zu Frustration.


mdr Fakt ist!, 8.4.2026: Windwut auf dem Land – Wenn Protest ins Leere läuft

Julia Zilles (SOFI Göttingen)

„Krieg ist allgemein eine schlechte Ausgangslage für zivilgesellschaftliche Organisationen“, erklärt er. Die Sicherheitslage sei weiter angespannt. Auch in Form der verstärkten Präsenz von Sicherheitskräften auf den Straßen und mehr Checkpoints zur Kontrolle der Bürger. „Die Einschüchterung bleibt bestehen, auch die Repression ging während des Krieges weiter“, sagt Sydiq. So gab es Verurteilungen und Hinrichtungen von Demonstranten.


Tagesspiegel, 8.4.2026: Was folgt aus der Waffenruhe?: „Weder die USA und Israel noch Iran haben gewonnen“

Tareq Sydiq (Uni Marburg)