Das ipb in den Medien

„Es braucht einen klaren Antrieb, damit Menschen während ihrer privaten Zeit auf die Straße gehen“, sagt er. Höher sei das Mobilisierungspotenzial etwa dann, wenn es einen klaren Gegner gibt.


Oberhessische Presse, 11,4,2026: Demonstrationen in Marburg nehmen zu: Was bringt die Menschen auf die Straße?

Felix Anderl (Uni Marburg)

Wenn Planungen starten, dann ist noch relativ viel offen. […] Da könnte man über Parteien, über politisches Engagement Einfluss nehmen. Aber wenn dann die Planungen abgeschlossen sind, dann wird es ungleich schwieriger. Aber die Bürger*innen im lokalen Kontext setzen sich erst mit dem Thema auseinander, wenn ganz konkret berichtet wird oder wenn ersten Baumaßnahmen stattfinden. Und dann zu denken, man kann das noch verhindern, ist nicht mehr möglich. Und das führt zu Frustration.


mdr Fakt ist!, 8.4.2026: Windwut auf dem Land – Wenn Protest ins Leere läuft

Julia Zilles (SOFI Göttingen)

„Krieg ist allgemein eine schlechte Ausgangslage für zivilgesellschaftliche Organisationen“, erklärt er. Die Sicherheitslage sei weiter angespannt. Auch in Form der verstärkten Präsenz von Sicherheitskräften auf den Straßen und mehr Checkpoints zur Kontrolle der Bürger. „Die Einschüchterung bleibt bestehen, auch die Repression ging während des Krieges weiter“, sagt Sydiq. So gab es Verurteilungen und Hinrichtungen von Demonstranten.


Tagesspiegel, 8.4.2026: Was folgt aus der Waffenruhe?: „Weder die USA und Israel noch Iran haben gewonnen“

Tareq Sydiq (Uni Marburg)

Auch bezüglich der CSD-Gegenmobilisierung sei 2024 eine »Zäsur« gewesen, heißt es in der Studie. Seitdem fänden rechte Gegenveranstaltungen »besser koordiniert, aggressiver und in deutlich größerem Maßstab« statt. 2025 habe sich dieser Trend gefestigt, und auch im laufenden Jahr werde das Thema für die Szene »ein großer Treiber bleiben«, sagt Stock. Das »strategische Ziel« sei eine »aktive Verunmöglichung queerer Sichtbarkeit im öffentlichen Raum«.


nd.Der Tag, 31.3.2026: Pride in Sachsen: Bestärkt trotz Bedrohung

Bastian Stock (TU Dresden)

Studien-Mitautor Bastian Stock sagte, während die Versammlungen selbst wegen des hohen Polizeiaufgebots, privater Sicherheitsdienste und der zivilgesellschaftlichen Gegenproteste meistens geschützt waren, seien insbesondere die An- und Abreisewege in öffentlichen Verkehrsmitteln zu unkontrollierten Angsträumen geworden. Bei den Anreisen zu den CSDs fühlten sich 30 Prozent der Befragten unsicher, auf dem Rückweg etwa 40 Prozent, sagte der Politikwissenschaftler.


die tageszeitung, 31.3.2026: Rechte mobilisieren gegen queere Menschen

Bastian Stock (TU Dresden)

Weil in der Vergangenheit viele Aktivistinnen und Aktivisten erschöpft aufgaben, hat Fridays for Future auch intern an seinen Strukturen gearbeitet und spricht gezielt neue Mitglieder an, erklärt Protestforscherin Daniel: „Das Ziel ist es, langfristig aktiv zu sein und resistent und resilient zu werden – gegen politische Wenden und Burnout.“


Der Standard, 18.3.2026: Letzte Generation vor Gericht: Wo steht der Klimaaktivismus in Österreich?

Antje Daniel (Uni Wien)

Es gibt vier idealtypische Reaktionsmuster auf politische Bedrohungen: die Schockstarre, die Unterwerfung, die Flucht oder den Kampf. Und aus keiner dieser Reaktionen ist eine Verbesserung der politischen Situation zu erwarten, außer aus dem Kämpfen, also dem Engagement. Wir brauchen eine aktive Zivilgesellschaft, die für ihre Interessen streitet.


web.de, 11.3.2026: „Die Wut muss die Seiten wechseln“

Matthias Quent (HS Magdeburg-Stendal)

„Viele haben Hemmungen, sich zu beteiligen, weil sie sich politisch nicht für informiert genug halten oder nicht wissen, wie so eine Demonstration abläuft.“ Niedrigschwellige Ansätze wie ein Mittagessen mit Gleichgesinnten, das lila Armband oder auch ein entsprechend eingefärbtes Profilbild in den sozialen Medien, hält die Politikwissenschaftlerin deshalb für unverzichtbar, wenn ein Protest wirklich eine breitere Masse ansprechen soll.


Süddeutsche Zeitung, 9.3.2026: Picknick gegen das Patriarchat

Lisa Bogerts

As movement scholar Simon Teune points out, school strikes have a long history as a political tactic employed by students in Germany and beyond. As early as during the German revolution of 1918–19, students organized themselves in councils, inspired by the spread of workers’ and soldiers’ councils. In 1919, they called for a big school strike aimed at abolishing corporal punishment and improving learning conditions in schools.


Jacobin, 7.3.2026: Germany’s Gen Z Is Revolting Against Militarism

Simon Teune (FU Berlin)

Leider kann man als Einzelner nicht einfach den Ukrainekrieg beenden. Aber man kann doch etwas tun. Man kann solidarisch sein, Menschen helfen und Propaganda widersprechen. Man kann Firmen boykottieren, von denen Russland trotz Sanktionen profitiert. Als Disney in den USA die Talkshow des Trump-kritischen Jimmy Kimmel abgesetzt hat, haben viele Menschen ihre Abos gekündigt. Kimmel durfte dann wieder auf Sendung gehen. Widerstand wirkt.


Die Zeit, 7.3.2026: „Demokratien nehmen Gefühle nicht ernst genug“

Matthias Quent (HS Magdeburg-Stendal)