Das ipb in den Medien

Der Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke forderte 2017 ein Ende der „dämlichen Bewältigungspolitik“. Von solchen Möglichkeiten sei die Partei im Bund allerdings auch deshalb weit entfernt, weil die Gedenkkultur und Aufarbeitung der NS-Zeit in der Mitte der Gesellschaft verankert sei. Das Besondere daran: Diese Aufarbeitung sei eben gerade nicht „von oben“ verordnet gewesen. „Die kritische Holocaust-Aufarbeitung und Erinnerung wurde von der Zivilgesellschaft angestoßen und erst später von der Politik aufgenommen.“


Neue Osnabrücker Zeitung, 9.2.2026: Die AfD und der Holocaust – so will die Partei das Geschichtsbild der Deutschen umkrempeln

Sabine Volk (Uni Tübingen)

Wenn die extreme Rechte an der Macht ist, berühre dies die gesamte Gesellschaft – nicht nur Parlamente und Gerichte, sondern auch den Arbeitsplatz und das Alltagsleben vor Ort. „Das heißt aber auch: Wir alle können genau dort aktiv werden, wo wir uns bewegen – bei der Arbeit, in der Schule, im Sport- oder Faschingsverein, im Stadtteil oder Dorf“.


Stuttgarter Nachrichten, 6.2.2026: Was die Demokratie schützt

Daniel Mullis (mit Victoria Gulde)

Nach dem Niedergang der sogenannten Globalisierungskritik hat die gesellschaftliche Linke generell an Einfluss verloren. Viele waren aber auch frustriert über die Rigidität der Kämpfe um Antisemitismus und Nahost in den Nullerjahren. Einige linksradikale Gruppen stellten deshalb in den Zehnerjahren dann doch wieder Gemeinsamkeiten in den Vordergrund, um sich nicht noch weiter selbst zu marginalisieren und gegen das Austeritätsregime bündnisfähig zu werden. Das ging allerdings oft nur, indem das Thema ausgespart wurde.


Der Freitag, 31.1.2026: Peter Ullrich: „Manche verorten Antisemitismus nur noch bei Migranten und Linken“

Peter Ullrich (TU Berlin)

Während des Wahlkampfs wurde häufig eingewendet, dass die Massenmobilisierung der Kampagne nicht auf Dauer aufrechtzuerhalten sein werde. Zur Unterstützung Mamdanis hatten mehr als 100 000 Freiwillige an über drei Millionen Haustüren geklopft. Doch der Bürgermeister und seine Mitstreiter von den Democratic Socialists of America (DSA) hatten stets betont, dass die Massenmobilisierung notwendig bleiben werde, um die von Konzernen und Milliardären gekaperten Institutionen zur Verantwortung ziehen zu können. Das »Office of Mass Engagement« soll unterrepräsentierten Gruppen – also Menschen, denen Zeit, Geld oder die Beziehungen fehlen, um sich Gehör zu verschaffen – den Zugang zu den Institutionen erleichtern.


nd, 29.1.2026: Die ersten Wochen Mamdanis

Margit Mayer (FU Berlin)

Die Niederschlagung der Proteste im November 2019 galt bisher als Tiefpunkt im Umgang des Systems mit Protestierenden. Nun aber liegen die Todeszahlen um ein Vielfaches darüber. Schwer vorstellbar, wie der Staat hier zurückrudern und dauerhaft wieder mit weniger Gewalt herrschen soll. […] wenn die Islamische Republik noch Vertrauen außerhalb ihrer engsten Kreise genoss: Damit dürfte es endgültig vorbei sein.


Zeit Online, 26.1.2026: Jetzt bleibt den Herrschenden nur noch Gewalt

Tareq Sydiq (Uni Marburg)

Sehr häufig ist in den Interviews [mit den Menschen, die besonders destruktiv waren] herausgekommen, dass sie viele Verwundungen im Leben hatten, viele Blockaden gesehen haben: es geht nicht mehr weiter mit dem Aufstieg oder es geht nicht so voran mit der Gesellschaft. Wir haben das Nullsummendenken genannt. Das ist zentral um die Zerstörungslust zu erklären, dass sie so rechts geworden ist.


Falter Radio, 18.1.2026: Was tun gegen einen demokratischen Faschismus

Oliver Nachtwey (Uni Basel)

Viele Demonstrierende in Iran treten nicht vordergründig für ein bestimmtes politisches System an, sagt Sydiq, sondern für ein Thema: Umwelt, Frauenrechte, Wirtschaft. Sich auf einen Inhalt zu konzentrieren, könne Akteuren mehr Redefreiheit in Iran ermöglichen, weil ihr Protest keine Generalkritik am Regime darstelle.


Spiegel Online, 18.1.2026:Wer protestiert gegen das Regime? Ein Blick auf Irans Opposition

Tareq Sydiq (Uni Marburg)

Es hat überhaupt keinen Sinn, die Augen zu verschließen vor den Problemen der Welt. Davon verschwinden sie nicht. Im Gegenteil: Wenn wir nicht tätig werden, wenn wir nicht die Hoffnung haben, etwas zum Besseren verändern zu können, erst dann gibt es die Sicherheit, dass alles noch schlimmer wird. Wichtig ist, dass wir die Ohnmacht reflektieren, dass wir darüber reden. Natürlich sind wir ohnmächtig in ganz vielen Fragen. Aber dieses Eingeständnis kann den Blick darauf wenden, wo wir nicht ohnmächtig sind. Und daraus kann eine Energie entstehen, die auch gesellschaftlich die Weichen in eine andere Richtung stellt.


BR2, 16.1.2026: Demokratie als Aufgabe

Matthias Quent (HS Magdeburg-Stendal)

Grundsätzlich hält Teune es daher für möglich, dass sich auch aus dem rechtsextremen Spektrum noch Proteste formieren könnten – etwa dann, wenn sich das Thema vor den Landtagswahlen als politisch nützlich erweisen würde. Für Konservative sei jedoch Protest nicht das Mittel der Wahl, um politische Unzufriedenheit auszudrücken.


euronews, 13.1.2026: Nach Terror-Anschlag auf Berliner Stromnetz: Warum es keine Demos gab

Simon Teune (FU Berlin)

„Es kann also gut sein, dass Menschen zu Demos bezüglich beider Themen gegangen sind, um gegen den Bruch des Völkerrechts zu demonstrieren.“ Zudem gebe es Gemeinsamkeiten: „Sowohl die USA als auch Israel setzen das ‚Recht des Stärkeren‘ gewaltsam durch“, erklärt Anderl. „Das gibt durchaus Anlass zur transnationalen Mobilisierung.“


nau.ch, 11.1.2026: „Free Maduro“: Darum jubeln Palästina-Linke Venezuela-Diktator zu

Felix Anderl (Uni Marburg)