Das ipb in den Medien

„Die Protestkulturen unterscheiden sich, vor allem darin, wie Unzufriedenheit geäußert wird“, sagt Johanna Wahl, Protestforscherin der Universität Oldenburg.


Funke Mediengruppe, 19.10.2026: Wie kam es zu den Krawallen in Frankreich?

Johanna Wahl (Uni Oldenburg)

„Wir haben sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit Blick auf das politische System, auf die Protestkultur und die sozialen Bedingungen“, sagte der Soziologe am Montag in Berlin dem Evangelischen Pressedienst (epd). In Frankreich sei konfrontativer Protest normalisierter.


epd, 19.10.2026: Protestforscher: Keine Exzesse wie in Frankreich zu erwarten

Simon Teune (FU Berlin)

Gerade Bewegungen, die am rechten Rand fischen, haben eine hohe Toleranz gegenüber unterschiedlichen Meinungen in Detailfragen, solange die grobe Richtung stimmt.


WDR Westpol, 11.10.2026: Wer steckt hinter der Protestbewegung „M1llion“?

Bastian Stock (TU Dresden)

Bastian Stock von der TU Dresden […] sagt, die Bewegung nehme durchaus eine Funktion innerhalb des Vorfelds der extremen Rechten ein. „Schon in der Bildsprache von Online-Posts und Plakaten zeigt sich, worum es geht“, sagt Stock. Das Programm sei laut dem Forscher in vielen Punkten deckungsgleich mit Positionen der AfD.


WDR.de, 12.9.2026: Gegen Merz, Migration und Rundfunkbeitrag

Bastian Stock (TU Dresden)

Wenn ich mich erst durch zehn Gremien diskutieren muss, bevor eine Planung konkrete Gestalt annimmt, dann ist viel Zeit ins Land gegangen und eventuell das Momentum auch schon wieder verschwunden.


mdr.de, 9.9.2026: Sozialproteste: Können Gewerkschaften noch mobilisieren?

Bastian Stock (TU Dresden)

Wir müssen aus Communities und einer starken Zivilgesellschaft heraus für eine Gesellschaft streiten, in der alle Menschen ohne Angst verschieden sein können. Das ist eine Gesellschaft, in der Menschen sich entfalten können. Das ist keine Utopie, sondern eine Frage ökonomischer und sozialer Bedingungen.


die tageszeitung, 9.8.2026: „Männer, die autoritäre Männlichkeit ausleben“

Tarek Shukrallah (Uni Gießen)

„Proteste erzeugen Demokratinnen und Demokraten, indem Menschen Selbstwirksamkeit erfahren und sich selbst als Teil einer gestaltbaren Demokratie erleben.“ Wenn Menschen einmal diese Erfahrung gemacht haben, engagieren sie sich später oft weiter. „Für Demokratien sind solche Bürgerinnen und Bürger ganz starke Ressourcen.“


Augsburger Allgemeine, 8.8.2026: Straßenblockaden vorbei, Klimacamps abgebaut: Was ist aus den Klimaaktivisten geworden?

Simon Teune (FU Berlin)

Der Protestforscher Simon Teune verweist auf die Vereinzelung der Betroffenen, die Niederlage der Agenda-2010-Proteste und die fehlende Protesterfahrung von Menschen in Armut. „Die Wahrnehmung, dass man mit seinem Einsatz etwas erreichen kann, dass man gehört wird, wenn man ein Problem benennt, ist eine zentrale Ressource demokratischer Kultur, die zunehmend zu versiegen droht“.


Der Freitag, 24.7.2026: Sein Sparschwein ist ein Panzer: Das ist der Grund, warum kaum einer gegen Merz aufbegehrt

Simon Teune (FU Berlin)

Wie mobilisiert man gegen Regierungspolitik, ohne mit der größten Oppositionspartei zu kooperieren oder von ihr vereinnahmt zu werden? Das hat schon manche soziale Bewegung vor Probleme gestellt. Andererseits ist es auch eine strategisch geschickte Möglichkeit für Regierungsvertreter zu demobilisieren: den potenziellen Protest gegen die eigene Politik diskursiv mit AfD und Co. zu verbinden.


Frankfurter Rundschau, 20.7.2026: Wo bleiben die Proteste gegen den Sozialabbau?

Manès Weisskircher (TU Dresden)

„In Erfurt ist letztlich das passiert, was die Protestgruppen angekündigt haben. Das, was im Vorfeld an Schreckensszenarien ausgemalt worden ist, hatte damit schlicht nichts zu tun“, sagt der Protestforscher Simon Teune von der Freien Universität Berlin. Die Blockaden von „Widersetzen“ beruhen auf einem „bereits etablierten Aktionskonsens“, […] die Aktionsform reihe sich in eine lange Geschichte massenhaften zivilen Ungehorsams ein. „Da geht es ausdrücklich nicht darum, Menschen zu attackieren oder Barrikaden in Brand zu stecken, sondern eher um das Bild eines gut organisierten, entschlossenen Widerstands.“


Tagesspiegel, 12.7.2026: „Die klassische autonome Szene existiert nicht mehr“

Simon Teune (FU Berlin)