Das ipb in den Medien

Die Berichterstattung zur Letzten Generation [war] emotionalisierender und extremer als wir das bei Fridays for Future im gleichen Zeitraum beobachtet haben. Wir konnten aber auch sehen, dass das auf den sozialen Medien nochmal krasser war. Da gelten ja nicht journalistische Normvorstellungen […] Da posten die Menschen, was ihnen in den Kopf kommt und das kann krass eskalieren.


Podcast Zukunftswissen, 6.5.2026: Was Debatten in sozialen Medien über die Energiewende verraten

Louisa Pröschel (Uni Hamburg)

Die Wissenschaftler nehmen eine „demokratietheoretisch bedenkliche Verschiebung“ wahr: weg von der Absicherung pluralistischer Meinungsäußerungen, hin zu einer normativen Kontrolle symbolischer Provokationen. „Der Staat begibt sich hierbei zunehmend in eine paternalistische Rolle, in der er die Gesellschaft vor ‚zumutbaren Zumutungen‘ zu schützen beansprucht“, heißt es in der Studie.


Berliner Morgenpost, 4.5.2026: Experten widersprechen CDU-Forderung nach Einschränkung der Versammlungsfreiheit

Daniela Hunold (HWR Berlin) und Hartmut Aden

Dabei war recht offensichtlich, dass die Ergebnisse dem Senat schlichtweg nicht schmeckten. Im Evaluationsbericht empfehlen die Au­to­r*in­nen unter anderem, die Rolle der Ver­samm­lungs­lei­te­r*in­nen abzuschaffen, stellen „stereotypisierende Narrative“ innerhalb der Polizei fest und kritisieren eine „Beschränkungs- und Verbotspraxis“ in Hinblick auf Palästina-Proteste. Außerdem sprechen sie sich deutlich gegen die von Schwarz-Rot geplante Wiederaufnahme des Begriffs der „öffentlichen Ordnung“ ins Versammlungsrecht aus.


die tageszeitung, 4.5.2026: Schwarz-Rot will von Wissenschaft nichts wissen

Daniela Hunold (HWR Berlin) und Hartmut Aden

Simon Teune glaubt, dass viele Aktive resigniert und hoffnungslos seien, „in dem Gefühl, das reißen wir nicht mehr rum, wir steuern nun mit Vollgas in die Katastrophe“. Die Klimaforscher warnen und warnen, die Treibhausemissionen steigen trotzdem und die Temperaturen gleich mit. Dass es keinen plausiblen Hebel für Veränderungen gebe, mache es deutlich schwieriger, neue Leute für diese Sache zu begeistern.


Süddeutsche Zeitung, 29.4.2026: Klimawandel? Puh, schwierig

Simon Teune (FU Berlin)

Diese Tests mit Bewegungsdetektion haben interessante neue Formen der Widerständigkeit hervorgebracht: Tanzperformances, die die angenommene Korrelation von Bewegung und Kriminalität hinterfragen. Das gab es in Mannheim und darüber haben Medien dann auch berichtet. Was sich außerdem gezeigt hat: Die meisten Bündnisse, die sich mit solchen Überwachungsprojekten beschäftigen, überlegen, wie sie eine soziale Basis aufbauen und alternative Sicherheitskonzepte weiterentwickeln können wie etwa soziale Sicherheit. Sie schauen über den Anlass Kamera hinaus und stellen die Frage: Welche Probleme gibt es im Viertel und wie können wir damit arbeiten?


Netzpolitik.org, 27.4.2026: „Die Polizei wird zum Datenlieferanten“

Philipp Knopp (TU Chemnitz)

Den Freundinnen Natalie Liebknecht und Julie Bebel habe gerade diese Solidarität unter den Frauen Mut gemacht und sie in ihrem sozialen und politischen Engagement noch weiter bestärkt. Obwohl sie in ständiger Sorge gelebt hätten und Repressalien, wie Hausdurchsuchungen, an der Tagesordnung gewesen seien. „Sie hielten den Laden zusammen und waren gleichzeitig Beraterinnen ihrer Männer und viel mehr als nur die Frauen an der Seite der Gründungsväter der SPD“, würdigte Dr. Gisela Notz die beiden Frauen.


Gießener Anzeiger, 23.4.2026: Die Frauen hinter Liebknecht waren unverzichtbar für die Arbeiterbewegung

Gisela Notz

Demokratie ist eigentlich ein Anti-Ohnmachts-System. Der Bürger ist der Souverän, und mithilfe gleicher, allgemeiner und freier Wahlen bestimmen prinzipiell erst einmal alle. Doch in der Wahrnehmung vieler funktioniert dieses System nicht mehr gut. Menschen aus allen Teilen des politischen Spektrums haben den Eindruck, keinen Einfluss auf gesellschaftliche Entwicklungen nehmen zu können. Sogar Spitzenpolitiker äußern Ohnmachtsgefühle.


Der Spiegel, 21.4.2026: „Viele Menschen sind in einem Kampfmodus“

Matthias Quent (Ernst-Abbe-Hochschule Jena)

„Die Generationen, die innerhalb der Revolutionsgarden nachrücken, sind tendenziell eher Hardliner.“ […] Sie alle waren in der Vergangenheit unter anderem maßgeblich an der Niederschlagung von Protesten beteiligt. Auch diese Fähigkeit des Regimes, also die eigene Bevölkerung zu unterdrücken, habe der Krieg nicht geschwächt, so Sydiq. Im Gegenteil: „Der Repressionsapparat operiert noch stärker als zuvor. Die Kompromissbereitschaft geht gegen Null.“


Kurier, 19.4.2026: Für die Menschen im Iran scheint die Freiheit ferner denn je

Tareq Sydiq (Uni Marburg)

„Um wieder eine höhere Zahl an Teilnehmern für die Streiks zu mobilisieren, muss die Klimabewegung versuchen, die eigenen Strukturen weiterhin aufrechtzuerhalten und nach Gelegenheiten suchen, die es wieder möglich machen, mehr Leute auf die Straße zu bringen“, erklärt Teune. Die derzeitige Debatte um Rückschritte beim Ausbau der erneuerbaren Energien könnte ein Anlass sein, dass wieder mehr Menschen für Klimaschutz auf die Straße gehen. „Das hängt aber auch davon ab, ob das Gefühl entsteht, dass man mit dem Protest die Regierung unter Druck setzen kann.“


Rheinische Post, 17.4.2026: Warum die Klimabewegung ihre Massen verloren hat

Simon Teune (FU Berlin)

Wer bei systemischen Fragen nur auf Eigenverantwortung setzt, produziert Überforderung und die Individualisierungsfalle. Aber gleichzeitig ist das Erleben von Selbstwirksamkeit im Rahmen des Möglichen der Ursprung jeder kollektiven Aktion und Veränderung. Grüne Energien sind die Antwort auf die Energieabhängigkeit, an der sich noch viel mehr Menschen schon durch kleine Balkonanlagen demonstrativ beteiligen und als wirksam erleben können. Haustürgespräche, öffentliche Infostände, Nachbarschaftstreffs, Präsenz in sozialen Medien oder die Nutzung freier Softwarealternativen helfen, Ohnmacht und Polarisierung zu durchbrechen.


die tageszeitung, 14.4.2026: Keine Macht der Ohnmacht

Matthias Quent (Ernst-Abbe-Hochschule Jena)