Die Zivilgesellschaft sei, so Matthias Quent, Soziologe aus Jena, „vielleicht die wichtigste Säule wehrhafter Demokratie“. Denn dort könne sich ein „demokratischer Emotions- und Selbstwirksamkeitsraum“ entfalten, den die schwarz-rote Regierung allerdings gerade zusammenkürzt. Quent […] hält das gerade für den Osten, wo es weniger stabile zivilgesellschaftliche Strukturen gibt, für fatal.
die tageszeitung, 25.5.2026: AfD und wehrhafte Demokratie
Matthias Quent (Ernst-Abbe-Hochschule Jena)
Ohne Engagement gäbe es keine Demokratie. Denn sie lebt davon, dass unterschiedliche Personen zusammenkommen und sich gemeinsam für Ziele einsetzen. Verbände, Initiativen und Vereine stiften Gemeinschaft. Außerdem übernehmen sie ganz wichtige gesellschaftliche Aufgaben, ob bewusst oder unbewusst.
Süddeutsche Zeitung JETZT, 22.5.2026: Wie kann ich die Welt ein Stück besser machen?
Swen Hutter (WZB)
Studien belegen, dass ein Mix aus konstruktiven und störenden Protesten wirksam sein kann. Konstruktive Schritte zeigen Lösungen, störende erzeugen Druck. Beide verstärken sich gegenseitig. Ein Beispiel: die brasilianische Landlosenbewegung MST. Sie besetzen brachliegendes Land, also störend, bauen dort aber Schulen und Dörfer auf: konstruktiv.
Nürnberger Nachrichten, 19.5.2026: Lea Bonasera: „Die Klimakrise eskaliert – und Klimaaktivisten werden weggesperrt“
Lea Bonasera (University of Oxford)
Simon Teune säger att medan våldsdåd inom extremhögern ofta vilar på ett bredare stöd inom den egna politiska sfären, agerar de vänsterextrema grupperna mer isolerat. „Där finns ingen miljö som stöder och legitimerar den här typen av handlingar. Tvärtom. Det finns knappt någon som säger att det var en bra idé att organisera de här attackerna.“
Nyheter24.se, 11.5.2026: Efter sabotagen: Polis jagar osynlig extremvänster
Simon Teune (FU Berlin)
Die Berichterstattung zur Letzten Generation [war] emotionalisierender und extremer als wir das bei Fridays for Future im gleichen Zeitraum beobachtet haben. Wir konnten aber auch sehen, dass das auf den sozialen Medien nochmal krasser war. Da gelten ja nicht journalistische Normvorstellungen […] Da posten die Menschen, was ihnen in den Kopf kommt und das kann krass eskalieren.
Podcast Zukunftswissen, 6.5.2026: Was Debatten in sozialen Medien über die Energiewende verraten
Louisa Pröschel (Uni Hamburg)
Die Wissenschaftler nehmen eine „demokratietheoretisch bedenkliche Verschiebung“ wahr: weg von der Absicherung pluralistischer Meinungsäußerungen, hin zu einer normativen Kontrolle symbolischer Provokationen. „Der Staat begibt sich hierbei zunehmend in eine paternalistische Rolle, in der er die Gesellschaft vor ‚zumutbaren Zumutungen‘ zu schützen beansprucht“, heißt es in der Studie.
Berliner Morgenpost, 4.5.2026: Experten widersprechen CDU-Forderung nach Einschränkung der Versammlungsfreiheit
Daniela Hunold (HWR Berlin) und Hartmut Aden
Dabei war recht offensichtlich, dass die Ergebnisse dem Senat schlichtweg nicht schmeckten. Im Evaluationsbericht empfehlen die Autor*innen unter anderem, die Rolle der Versammlungsleiter*innen abzuschaffen, stellen „stereotypisierende Narrative“ innerhalb der Polizei fest und kritisieren eine „Beschränkungs- und Verbotspraxis“ in Hinblick auf Palästina-Proteste. Außerdem sprechen sie sich deutlich gegen die von Schwarz-Rot geplante Wiederaufnahme des Begriffs der „öffentlichen Ordnung“ ins Versammlungsrecht aus.
die tageszeitung, 4.5.2026: Schwarz-Rot will von Wissenschaft nichts wissen
Daniela Hunold (HWR Berlin) und Hartmut Aden
Simon Teune glaubt, dass viele Aktive resigniert und hoffnungslos seien, „in dem Gefühl, das reißen wir nicht mehr rum, wir steuern nun mit Vollgas in die Katastrophe“. Die Klimaforscher warnen und warnen, die Treibhausemissionen steigen trotzdem und die Temperaturen gleich mit. Dass es keinen plausiblen Hebel für Veränderungen gebe, mache es deutlich schwieriger, neue Leute für diese Sache zu begeistern.
Süddeutsche Zeitung, 29.4.2026: Klimawandel? Puh, schwierig
Simon Teune (FU Berlin)
Diese Tests mit Bewegungsdetektion haben interessante neue Formen der Widerständigkeit hervorgebracht: Tanzperformances, die die angenommene Korrelation von Bewegung und Kriminalität hinterfragen. Das gab es in Mannheim und darüber haben Medien dann auch berichtet. Was sich außerdem gezeigt hat: Die meisten Bündnisse, die sich mit solchen Überwachungsprojekten beschäftigen, überlegen, wie sie eine soziale Basis aufbauen und alternative Sicherheitskonzepte weiterentwickeln können wie etwa soziale Sicherheit. Sie schauen über den Anlass Kamera hinaus und stellen die Frage: Welche Probleme gibt es im Viertel und wie können wir damit arbeiten?
Netzpolitik.org, 27.4.2026: „Die Polizei wird zum Datenlieferanten“
Philipp Knopp (TU Chemnitz)
Den Freundinnen Natalie Liebknecht und Julie Bebel habe gerade diese Solidarität unter den Frauen Mut gemacht und sie in ihrem sozialen und politischen Engagement noch weiter bestärkt. Obwohl sie in ständiger Sorge gelebt hätten und Repressalien, wie Hausdurchsuchungen, an der Tagesordnung gewesen seien. „Sie hielten den Laden zusammen und waren gleichzeitig Beraterinnen ihrer Männer und viel mehr als nur die Frauen an der Seite der Gründungsväter der SPD“, würdigte Dr. Gisela Notz die beiden Frauen.
Gießener Anzeiger, 23.4.2026: Die Frauen hinter Liebknecht waren unverzichtbar für die Arbeiterbewegung
Gisela Notz