Das ipb in den Medien

Protest, der lautstark ist, disruptiv ist, ist glaube ich immer legitim, solange er friedlich bleibt. Das ist ein Teil unserer streitbaren Demokratie. Und Demokratie bedeutet auch Streit, solange der Streit zivil ausgetragen wird. Es ist nichts Überraschendes, dass wir bei diesen organisierten Parteitagen der AfD mit lautem, massiven Widerstand auf der Straße zu rechnen haben.


mdr Fakt ist!, 10.6.2026: Linker Protest gegen rechte Politik

Piotr Kocyba (Uni Leipzig)

Als entscheidende Zäsur machte Leistner den ersten Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2014 aus. Zu diesem Zeitpunkt habe die „alte Friedensbewegung“ das erste Mal bemerkt, dass neue Bewegungen sich formierten. „Aus Stimmungen wurden Strukturen, und es entstand auch eine extrem rechte Gegenöffentlichkeit“, beschrieb Leistner. […] Spätestens 2022 mit dem zweiten Einmarsch Russlands in die Ukraine habe es dann in der Gesellschaft verschärftes öffentliches Misstrauen gegenüber der Friedensbewegung gegeben. So gebe es vor allem in Sachen Ukraine-Krieg eine „Krise des politischen Kompasses“.


Oberhessische Presse, 8.6.2026: Vortrag zu Friedensbewegungen: „Werkstätten für Weltreparatur“ werden dringend gebraucht

Alexander Leistner (Uni Lüneburg)

„Wer ein Hakenkreuz irgendwo hinmalt, hat ganz sicher in vollem Bewusstsein kein Peace-Zeichen dort hingemalt“, so Kriminologe Dr. Nils Schuhmacher. „Wer eine rechte Parole irgendwo hinschreibt, fordert eben nicht ‚Gleichheit für alle‘ und wer rechtsextremes Werbematerial verteilt, hat es sich ganz bewusst besorgt.“ Für Schuhmacher sind Hakenkreuz-Schmierereien kein Zufall, sondern ein bewusster Gebrauch rechtsextremer Zeichen.


Ostholsteiner Anzeiger, 7.6.2026: Mehr als nur Hakenkreuz-Schmierereien? Ein Blick auf rechte Straftaten in Ostholstein

Nils Schuhmacher (Uni Hamburg)

Die Zivilgesellschaft sei, so Matthias Quent, Soziologe aus Jena, „vielleicht die wichtigste Säule wehrhafter Demokratie“. Denn dort könne sich ein „demokratischer Emotions- und Selbstwirksamkeitsraum“ entfalten, den die schwarz-rote Regierung allerdings gerade zusammenkürzt. Quent […] hält das gerade für den Osten, wo es weniger stabile zivilgesellschaftliche Strukturen gibt, für fatal.


die tageszeitung, 25.5.2026: AfD und wehrhafte Demokratie

Matthias Quent (Ernst-Abbe-Hochschule Jena)

Ohne Engagement gäbe es keine Demokratie. Denn sie lebt davon, dass unterschiedliche Personen zusammenkommen und sich gemeinsam für Ziele einsetzen. Verbände, Initiativen und Vereine stiften Gemeinschaft. Außerdem übernehmen sie ganz wichtige gesellschaftliche Aufgaben, ob bewusst oder unbewusst.


Süddeutsche Zeitung JETZT, 22.5.2026: Wie kann ich die Welt ein Stück besser machen?

Swen Hutter (WZB)

Studien belegen, dass ein Mix aus konstruktiven und störenden Protesten wirksam sein kann. Konstruktive Schritte zeigen Lösungen, störende erzeugen Druck. Beide verstärken sich gegenseitig. Ein Beispiel: die brasilianische Landlosenbewegung MST. Sie besetzen brachliegendes Land, also störend, bauen dort aber Schulen und Dörfer auf: konstruktiv.


Nürnberger Nachrichten, 19.5.2026: Lea Bonasera: „Die Klimakrise eskaliert – und Klimaaktivisten werden weggesperrt“

Lea Bonasera (University of Oxford)

Simon Teune säger att medan våldsdåd inom extremhögern ofta vilar på ett bredare stöd inom den egna politiska sfären, agerar de vänsterextrema grupperna mer isolerat. „Där finns ingen miljö som stöder och legitimerar den här typen av handlingar. Tvärtom. Det finns knappt någon som säger att det var en bra idé att organisera de här attackerna.“


Nyheter24.se, 11.5.2026: Efter sabotagen: Polis jagar osynlig extremvänster

Simon Teune (FU Berlin)

Die Berichterstattung zur Letzten Generation [war] emotionalisierender und extremer als wir das bei Fridays for Future im gleichen Zeitraum beobachtet haben. Wir konnten aber auch sehen, dass das auf den sozialen Medien nochmal krasser war. Da gelten ja nicht journalistische Normvorstellungen […] Da posten die Menschen, was ihnen in den Kopf kommt und das kann krass eskalieren.


Podcast Zukunftswissen, 6.5.2026: Was Debatten in sozialen Medien über die Energiewende verraten

Louisa Pröschel (Uni Hamburg)

Die Wissenschaftler nehmen eine „demokratietheoretisch bedenkliche Verschiebung“ wahr: weg von der Absicherung pluralistischer Meinungsäußerungen, hin zu einer normativen Kontrolle symbolischer Provokationen. „Der Staat begibt sich hierbei zunehmend in eine paternalistische Rolle, in der er die Gesellschaft vor ‚zumutbaren Zumutungen‘ zu schützen beansprucht“, heißt es in der Studie.


Berliner Morgenpost, 4.5.2026: Experten widersprechen CDU-Forderung nach Einschränkung der Versammlungsfreiheit

Daniela Hunold (HWR Berlin) und Hartmut Aden

Dabei war recht offensichtlich, dass die Ergebnisse dem Senat schlichtweg nicht schmeckten. Im Evaluationsbericht empfehlen die Au­to­r*in­nen unter anderem, die Rolle der Ver­samm­lungs­lei­te­r*in­nen abzuschaffen, stellen „stereotypisierende Narrative“ innerhalb der Polizei fest und kritisieren eine „Beschränkungs- und Verbotspraxis“ in Hinblick auf Palästina-Proteste. Außerdem sprechen sie sich deutlich gegen die von Schwarz-Rot geplante Wiederaufnahme des Begriffs der „öffentlichen Ordnung“ ins Versammlungsrecht aus.


die tageszeitung, 4.5.2026: Schwarz-Rot will von Wissenschaft nichts wissen

Daniela Hunold (HWR Berlin) und Hartmut Aden