Der Protestforscher Dieter Rucht von der Freien Universität Berlin glaubt: „Fridays for Future hat im Vergleich zur Letzten Generation allemal an medialer Sichtbarkeit verloren.“ Doch „beide Gruppen, obgleich unterschiedlich vorgehend, scheinen ihr Potential weitgehend ausgereizt zu haben.“
DW.com, 1.3.2024: Fridays for Future mit neuer Strategie in Deutschland
Dieter Rucht (WZB)
Wer für Klimagerechtigkeit werbe, müsse auch glaubwürdig sein. Wie auch die Grünen hätten Fridays for Future in der Hinsicht ein Problem. Das akademische Milieu, das die Klimabewegung größtenteils repräsentiere, sei auch eine Schwäche. Denn der Bewegung fehle der Zugang zu anderen sozialen Gruppen. „Ich glaube, sie sind gut beraten, sich Allianzpartner hinzuzuholen“, sagt Anderl.
die tageszeitung, 29.2.2024: Fahren und gefahren werden
Felix Anderl (Uni Marburg)
Auch die Beteiligung an der Organisation der großen Demonstrationen gegen rechts Anfang des Jahres sei ein Teil dieser Strategie. Teune sagt, es sei klar geworden, dass „eine autoritäre, möglicherweise sogar faschistische Politik das Ende einer wirksamen Klimapolitik wäre“.
Für Protestforscher Dieter Rucht ist das „im Prinzip“ eine erfolgversprechende Strategie. „Die Bewegung gewinnt an Breite“, sagt er dazu. „Damit entsteht aber auch die Gefahr, dass die Bewegung an Profil verliert und es zu internen Konflikten kommt“.
Table Climate, 29.2.2024: Neue Ideen und Allianzen – die Klimabewegung sortiert sich neu
Dieter Rucht (WZB) und Simon Teune (FU Berlin)
Es sind wichtige Signale. Einmal an diejenigen, die nach den Plänen der AfD außer Landes geschafft werden sollen. Die Proteste zeigen ihnen: Ihr seid nicht allein, wir wollen das nicht zulassen. Zudem ist es ein wichtiger Akt der Selbstvergewisserung demokratisch gesinnter Menschen.
Rheinische Post, 23.2.2024: „Es geht um eine Kampagne gegen die AfD“
Fabian Virchow (HS Düsseldorf)
Es gibt Menschen, die sagen: „Höcke ist ein Nazi“. Aber die Mehrheit scheut so eine konkrete Aussage, weil man auch Angst hat vor Strafverfolgung. Da ist das Spiel mit Satire, Humor und Ironie ein Weg, ganz klar seine Haltung auszudrücken, ohne sich angreifbar zu machen.
DLF Nova, 22.2.2024: Protestforscher: „Humor ist wichtiger als Wut“
Jannis Grimm (FU Berlin)
Ärger kann durchaus positiv sein, konstruktiv. Ärger bringt uns dazu, selbst aktiv zu werden, wenn Hindernisse den Weg versperren. So muss man das vielleicht sehen zurzeit. Wären da nicht, wie Wienkoop sagt, diese spezielle deutsche Angst vor Konflikten, dieses Beharren auf Konsens, die Unfähigkeit, andere Meinungen auszuhalten. Was sie persönlich am meisten ärgert? „Wenn Menschen nicht bereit sind, Empathie zu zeigen.“
Berliner Zeitung, 21.2.2024: Sind linke Wähler unglücklicher als rechte?
Nina Wienkoop
„Ich bin mit dem Begriff der ‚Neuen Rechten‘ vorsichtig“, sagt der renommierte Rechtsextremismus-Forscher Fabian Virchow von der Hochschule Düsseldorf (HSD). „Denn weltanschaulich gibt es da überhaupt keine Unterschiede zu dem, was der Rest im Rechtsextremismus macht.“
Rheinische Post, 17.2.2024: Die neue Rechte und der Düsseldorfer Zahnarzt
Fabian Virchow (HS Düsseldorf)
Wenn sich Querdenker und Reichsbürger unter die Landwirte mischen, wird sich die Rhetorik auf den Demos radikalisieren.
zdf heute, 16.2.2024: Mischen sich Querdenker unter die Bauern?
Lisa Bogerts
Das Regime hat sich zu einem entwickelt, dem jede Art von unabhängiger, nicht kontrollierbarer Äußerung und politischer Aktivität nicht geheuer ist.
NDR Info, 16.2.2024: Experte: „Das russische Regime will jede Hoffnung zerstören“
Jan Matti Dollbaum (LMU München)
„Man sollte sich nicht der Illusion hingeben, dass man die Unbelehrbaren in einen Diskurs holen kann“, sagt er. Wichtiger sei es, den Diskurs vor ihnen zu schützen, und sei es durch die Polizei.
Süddeutsche Zeitung, 16.2.2024: Eingemauert in Schmalkalden
Dieter Rucht (WZB)