Das ipb in den Medien

 
 
  • Spaltung heißt, dass es eine Konfliktlinie gibt, die viele Menschen auf die eine oder andere Seite bringt, dass mittlere Positionen schwach besetzt sind und dass sich die Lager zunehmend anfeinden und polarisieren. Damit kann verbunden sein, dass sich Leute in ihrem persönlichen Umfeld auseinander dividieren, auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene kann das bedeuten, […] dass sich die Leute bekämpfen und dass langfristig gesehen die Demokratie in Gefahr gerät.

    rbb Inforadio, 15.1.22: Protestforscher sieht Spaltung der Gesellschaft kommen

    ipb-Forscher Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Corona hat große Wunden in der Gesellschaft aufgerissen. Das Misstrauen dieser Menschen gegen den Staat und der Wissenschaft ist nicht einfach weg mit dem Ende der Krise. Das ist ein immenser Schaden für unsere Demokratiequalität.

    mdr.de, 8.1.2022: Protestforscher: “Uns erwartet großes Reinemachen nach Ende der Corona-Pandemie”

    ipb-Vorstand Dr. Piotr Kocyba, TU Chemnitz
     
  • Die Idee vom Kampf gegen die Diktatur ist der Kitt der Proteste. Das wird aber regional unterschiedlich gespielt in Baden-Württemberg gibt es Anknüpfungspunkte an Stuttgart 21 und die schwäbische Aufmüpfigkeit, im Osten wird an 1989 erinnert.

    Märkische Allgemeine, 23.12.2021: Protestforscher zu Corona-Demos: “Die Idee vom Kampf gegen die Diktatur ist der Kitt der Proteste”

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, IASS Potsdam
     
  • Der Staat muss sich Bedingungen ausdenken, unter denen die Versammlungsfreiheit wahrgenommen werden kann. Hier denkt er sich nur Bedingungen aus, sie zu unterbinden.

    Oldenburger Onlinezeitung, 17.12.2021: Staatsrechtler rügen Einschränkungen der Versammlungsfreiheit

     

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Clemens Arzt, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
     
  • Die «Querdenker»-Bewegung sei in Baden-Württemberg sehr stark. «In Ostdeutschland gibt es einzelne Regionen, die stark von Rechtsradikalen dominiert werden. Dazu zählen Thüringen und Sachsen.”

    Zeit Online, 14.12.2021: “Demonstranten spielen “Katz-und-Maus-Spiel” mit Polizei”

    ipb-Forscher Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Das war nicht spontan. Man konnte in Telegram-Kanälen ablesen, dass hier schon seit Wochen dafür geworben wird, die Privatadressen von Politikerinnen und Politikern zu sammeln, um dann dort Vorort-Aktionen durchzuführen. Das war nicht in Bezug auf Frau Köpping unbedingt vorhersehbar, aber doch in Hinblick auf die Aktionsform vorhersehbar. Das war ein orchestrierter organisierter Aufmarsch.

    ZDF heute, 6.12.2021: Extremismusforscher: “Das war nicht spontan”

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Matthias Quent, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft
     
  • In den ungehinderten Aufmärschen steckt die Botschaft selbst. Man erfährt sich selbst als verschworene Gemeinschaft von Gleichgesinnten und stärkt damit die Selbstdeutung, eine Widerstandsbewegung zu sein – und das ist dann die Botschaft nach außen. Als Beobachter kann man etwa die Tatsache, dass die Protestierenden auch vor dem Corona-geplagten Kreiskrankenhaus aufmarschiert sind, als zynisch anmutende Realitätsverweigerung interpretieren – es ist aber eben auch eine Machtdemonstration, sich nicht an geltendes Recht zu halt.

    Leipziger Zeitung, 6.12.21: Leipziger Protestforscher: In den ungehinderten Aufmärschen steckt die Botschaft selbst

    ipb-Mitglied Dr. Alexander Leistner, Universität Leipzig
     
  • Das fortgesetzte Gewährenlassen der Proteste durch die Polizei [hat] fatale Signale gesendet.

    mdr aktuell, 1.12.2021: Proteste gegen die Coronamaßnahmen

    ipb-Mitglied Dr. Alexander Leistner, Universität Leipzig
     
  • In den meisten Fällen kann man zusammen gefasst sagen, geht es bei Demonstrationen darum Dinge zu verändern, Status Quo oder eine Problemlage zu verändern, das heißt qua Definition sind Proteste meist  pro aktiv für einen Wandel und selten für eine Beibehaltung von etwas.

    Deutschlandfunk Nova, 30.11.2021: Proteste dafür oder dagegen? Eine Frage der Perspektive

     

    ipb-Forscher Dr. Jannis Grimm, Freie Universität Berlin
     
  • Die Offenheit gegenüber Menschen mit anderen politischen Ansichten sei da, auch eine Kompromissbereitschaft stelle er fest. Eine große Mehrheit lehnt die Polarisierung sogar ab. All das spricht für eine geringe Polarisierung in Deutschland.

    Merkur, 24.11.2021: „Riskante Entwicklungen“: Drei Themen spalten Deutschland besonders

    ipb-Mitglied PD Dr. Jochen Roose, Konrad Adenauer Stiftung
     
  • „Marie Jahoda sah die Menschen als die, die ihre eigene Geschichte und ihr Leben schaffen. Das heißt: sie werden apathisch, indem sie sich mit dieser ungeheuren Erfahrung auseinandersetzen. Und in diesem Sinn hat sie sie nicht als Opfer gesehen, sondern als die, die Bedeutung schaffen, um mit diesen Bedeutungen ihr Leben in dieser Krise der Arbeitslosigkeit zu bewältigen.“

    Deutschlandfunk, 18.11.2021: Soziologische Feldforschung/Die Arbeitslosenstudie von Marienthal

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Ilse Lenz, Ruhr Universität Bochum
     
  • Die Bereitschaft, sich zu engagieren und politisch über das Wählen hinaus zu beteiligen, ist groß. Dieser für demokratische Problemlösungen unabdingbare Schatz wird in den Sondierungen völlig vernachlässigt. Dies ist ärgerlich, wird doch die Forderung nach mehr Beteiligung an politischen Entscheidungen bereits seit Jahren von Mehrheiten in unserer Gesellschaft erhoben und kommt nicht selten in Initiativen und Protesten zum Ausdruck.

    Frankfurter Rundschau, 7.11.2021: Und die Bürgerschaft?

    ipb-Mitglieder Prof. Dr. Roland Roth und Dr. Rupert Graf Strachwitz, DESI – Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration / Maecenata Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaft
     
  • Radikale Aktionen sind als Proteststrategie normal. Damit signalisieren einige wenige, dass sie bereit sind, Dinge zu tun, die andere nicht tun, um auf ein ihrer Meinung nach wichtiges Ziel hinzuweisen.
    FOCUS-Online, 5.11.2021: Die Klima-“Zeitbombe” tickt – jetzt bringen Aktivisten radikale Proteste ins Spiel

    ipb-Mitglied Tareq Sydiq, Zentrum für Konfliktforschung, Philipps-Universität Marburg
     
  • Die Klimabewegung ist extrem groß, und es sind nur einige wenige Personen im Hungerstreik. Eine Radikalisierung ist deshalb nicht zu beobachten – ganz anders als zum Beispiel bei der Bewegung der selbsternannten „Querdenker“. Es wäre jedenfalls unangemessen, das Mittel des Hungerstreiks der gesamten Klimabewegung zuzuschreiben.

    Tagesspiegel, 24.9.2021: Und wenn jemand beim Hungerstreik stirbt, Herr Sommer?

     

    ipb-Forscher Moritz Sommer, Freie Universität Berlin
     
  • Es muss natürlich unterschieden werden zwischen “Fridays for Future” als Bewegung und den einzelnen Aktiven. Wir haben unter Demonstrierenden Umfragen gemacht – allerdings schon eher zu Beginn der Bewegung, also 2019 – da hat sich gezeigt, dass über 40 Prozent die Grünen wählen würden, der Höchstwert.

    t-online, 24.9.2021: Klimastreik vor der Wahl: “Laschet wäre auch ohne Kandidatur eine Reizfigur”

    ipb-Forscher Dr. Moritz Sommer, Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) e.V.
     
  • Trotz brutaler Gegenbeispiele sind linke Bewegungen in der Breite und über Epochen hinweg betrachtet im Kern solidarisch und inklusiv ausgerichtet. In der Tendenz verfechten sie Menschenwürde, Freiheit und Gleichheit, also Werte, die auch in den modernen Verfassungen verankert sind. Dagegen ist für rechte Bewegungen die Ungleichheit zwischen Menschen konstitutiv. Sie sehen Ungleichheit als naturgegeben an und rechtfertigen so Ausgrenzung und Abwertung.

    Frankfurter Rundschau, 15.10.2021: Das Occupy-Erbe: „Systemfrage wird von ‚Fridays for Future‘ nicht gestellt“

    ipb-Forscher Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Was das Bilden von Bündnissen und den Umgang mit Kritik angeht, ist die Klimabewegung eine erstaunlich reflektierte Bewegung. Das kommt natürlich auch aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Generationen heraus. Wir haben die Energie der Jüngsten, die die Proteste anschieben und wir haben das organisatorische Wissen und die Ressourcen der älteren Generation, die in Organisationen oder Parteien sitzt. Das läuft in dem Fall sehr gut zusammen. Mir fallen nicht viele Beispiele ein für eine so friktionsarme Bewegung.

    Neues Deutschland, 30.9.2021: Hungern für ein Gespräch

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, IASS Potsdam
     
  • Das Repertoire an anderen Protest- und Widerstandsmöglichkeiten ist bei Weitem noch nicht ausgereizt. Damit meine ich nicht nur fröhlich-freundliche Straßenproteste, sondern auch zivilen Ungehorsam. Sowohl in Qualität als auch in Quantität ist das Spektrum da noch nicht ausgeschöpft.

    die tageszeitung, 20.9.2021: „Gandhi war auch im Hungerstreik“

    ipb-Forscher Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Es gibt ja in einigen Bundesländern Forschungsinstitute, die sich mit demokratiegefährdenden Entwicklungen befassen. Ich finde, es stellt sich die Frage, was der Verfassungsschutz in seinem Forschungsinstitut machen will, was diese Kolleg*innen nicht jetzt schon auf einem hohen Niveau tun.

    Deutschlandfunk Kultur, 8.9.2021: Offener Brief gegen Forschungsinstitut des Verfassungsschutzes

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, IASS Potsdam
     
  • „Nawalny versteht sich als Politiker, nicht als Dissident.“ Wer etwas verändern will, der muss auch am Ort des Geschehens sein, das sei Nawalnys Überzeugung. Und deshalb würde er wohl auch immer wieder so entscheiden.

    Redaktionsnetzwerk Deutschland, 29.7.2021: Revolutionär, Populist oder Rassist? Ein Autorentrio legt ein spannendes Alexej-Nawalny-Porträt vor

    ipb-Kollege Dr. Jan Matti Dollbaum, Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Standort Bremen
     
  • Verfassungsschutzbehörden berufen sich auf Geheimwissen, um ihre teils folgenschweren Einschätzungen zu begründen. Das ist mit wissenschaftlichen Standards nicht vereinbar. Gerade Sozialforschung sollte hier kritisch sein und sich nicht für die Rechtfertigung von nachrichtendienstlichen Aussagen vereinnahmen lassen.

    taz, 7.9.2021: Verfassungsschutz umwirbt Wissenschaft

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Matthias Quent, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft
     
  • Es gibt bei vielen die Erkenntnis, dass linke Koalitionen nicht unbedingt linke Politik machen, sagt Teune, selbst wenn sie programmatisch gar nicht so schlecht aufgestellt seien. […] Als Wahlkampfhilfe für die Parteien verstehen die Ak­ti­vis­t:in­nen ihre Aktionen nicht.

    taz, 14.8.2021: Wahlkampf von der Straße

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, IASS Potsdam
     
  • Die Deutungsmuster waren von Anfang an radikal. Es ist von Anfang an von einer Corona-Diktatur die Rede gewesen und es gab Vergleiche mit dem Nationalsozialismus und der DDR von Anfang an. Insofern gibt es eine Radikalisierung nicht was die Themen oder die Deutung angeht, aber sehr wohl, was die Bereitschaft angeht, Gewalt anzuwenden.

    SWR2, 2.8.2021: Querdenker: Protestbewegung wird kleiner und radikaler

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, IASS Potsdam
     
  • Der gesamte Duktus, insbesondere in der Gesetzesbegründung, geht dahin, dass man Versammlungen als Gefahr sieht, als vor allem gewalttätige Versammlung, und der Staat müsse nun alles tun, diese Gefahren abzuwehren.

    Deutschlandfunk, 30.6.2021: Proteste in Nordrhein-WestfalenWarum das geplante Versammlungsgesetz in NRW so umstritten ist

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Clemens Arzt, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
     
  • Was Kunst und Protest verbindet ist die Wahrnehmung der Welt als offen und gestaltbar und dass es bei beiden darum geht, das, was wir in der  Gesellschaft vorfinden so zu gestalten, dass auch etwas Neues in die Welt kommt.

    Deutschlandfunk Kultur, 30.6.2021: Kunst und Protest – Clevere Strategie oder Störung der Ordnung?

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, IASS Potsdam
     
  • “Statt polizeilich aufzurüsten, sollte die Kommunikation an der Basis etwa mit Streetworkern verbessert werden”

    SWR Aktuell, 8. Juni 2021: Richter haben keine Erklärung für Krawallnacht in Stuttgart

    Julika Mücke, ipb-Forscherin Uni Tübingen
     
  • Im Moment finden die Konflikte um die einzelnen Windrädern statt oder um die einzelnen Trassenverläufe. Was aber fehlt, ist eine gesamtgesellschaftliche, bundesweite Debatte zur Energiewende.

    tagesschau Zukunfts-Podcast, 3.6.2021: Nur noch Erneuerbare Energien? Was dann?

    ipb-Forscherin Julia Zilles, Göttinger Institut für Demokratieforschung
     
  • “When Day X doesn’t come and people get frustrated, they might start plotting terrorist attacks, something to trigger Day X or just to act”

    New York Times, 7. Juni 2021: From Doomsday Preppers to Doomsday Plotters

    Matthias Quent, ipb-Forscher IDZ Jena
     
  • Ohne die Proteste wären bestimmte Beschlüsse nicht so schnell gefasst worden.

    detektor.fm, 8. Juni 2021: Wer löst die Klimakrise?

    Sebastian Haunss, ipb-Vorstand Uni Bremen
     
  • In Deutschland darf jeder seinen Protest ausdrücken, das sei das Recht wie auch die Chance der Demokratie, meint der Protestforscher und Politikwissenschaftler Sebastian Haunss. Allerdings müsse derjenige, der mit seinem Unmut an die Öffentlichkeit gehe, gewillt sein zu akzeptieren, dass andere Menschen mit dem, was er sage und tue, nicht einverstanden seien.

    SWR Aktuell, 21. Mai 2021: “Protest gehört zur lebendigen Demokratie”

    Sebastian Haunss, ipb-Vorstand Uni Bremen
     
  • Dadurch, dass der Konflikt so extrem polarisiert ist, gibt es wenig Foren, in denen ein Dazwischen möglich ist und wo über die Lager hinweg diskutiert wird. Die Palästinenserinnen und Palästinenser, die hier auf die Straße gehen, agieren aus einer Situation der wahrgenommenen Schwäche. Sie erleben in Deutschland einen sehr hohen symbolischen Stellenwert des jüdischen Lebens und gleichzeitig eine pro-palästinensische Solidaritätsszene, die in der politischen Öffentlichkeit hart kritisiert wird. Dieses Gefühl der Nachrangigkeit kann zu einer Radikalisierung der Proteste beitragen.

    stern.de, 20. Mai 2021: Antisemitismus-Experte warnt: “Kein Lernen aus der Geschichte, eher eine entsetzte Flucht vor ihr”

    Dr. Dr. Peter Ullrich, ipb-Forscher TU Berlin
     
  • Demonstrationen sind das effizientere Mittel, wenn es darum geht, die Politik unter Druck zu setzten. Das funktioniert aber nur, wenn die innere Struktur einer Bewegung stabil ist. Um sich das zu erarbeiten, eigneten sich solche Camps. “Nach der Pandemie wird es sicherlich wieder Demos geben”

    klimareporter°, 13. Mai 2021: Protest auf Paletten

    Dr. Piotr Kocyba, ipb-Vorstand TU Chemnitz
     
  • «Besonders engagierte Aktivisten sind durch die Pandemie zum Teil aktiver geworden, Sympathisanten können aber nicht mehr so leicht mobilisiert werden.»

    NZZ, 14. Mai 2021: Graswurzeln im Home-Office: Wie Fridays for Future mit der Pandemie umgeht

    Dr. Michael Neuber, ipb-Forscher TU Berlin
     
  • „Wir haben über die vergangenen zwei Jahrzehnte eine merkliche Zunahme des Engagements in der Bevölkerung feststellen können, aber nun herrscht große Ungewissheit, was eineinhalb Jahre ‚Pausetaste‘ mit dem Engagement der Menschen gemacht haben.“

    Wirtschaftswoche, 11. Mai 2021: Setzt sich der Boom der Hilfe nach Corona fort?

    Ansgar Klein, ipb-Forscher Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)
     
  • Umfragen in der Schweiz und Deutschland zeigen: Bis zu einem Drittel der Menschen, die Verständnis für die Corona-Proteste haben, weiss nicht, welche Partei sie in Zukunft wählen werden oder ob sie überhaupt noch zur Wahl gehen würden. Dabei handelt es sich um eine misstrauische, nicht repräsentierte Mitte, die sich nicht mehr im politischen System aufgehoben fühlt. Dieses Misstrauen ist nachhaltig und wird wohl auch über die Pandemie hinaus bleiben.

    20min.ch, 8. Mai 2021: «Die Schweizer sind sich diesen starken Eingriff des Staates nicht gewöhnt»

    Prof. Dr. Swen Hutter, ipb-Forscher FU Berlin
     
  • It’s the idea of having an alternative. Putin’s power has been based on the notion that there isn’t an alternative to him. Of course, Putin has real support and that shouldn’t be disregarded in any way, but some of that support is based on the idea that there is no one to replace him. That’s very powerful.

    Bloomberg.com, 1. Mai 2021: Russia Doesn’t Have a Navalny 2.0

    Jan Matti Dollbaum, ipb-Forscher Uni Bremen
     
  • Das Bild von großen Menschenmengen ist für uns ein Symbol: Da gibt es ein wichtiges Thema, bei dem viele Personen bereit sind, sich hinzustellen und für etwas einzutreten.
    Der Spiegel, 19/2021: Wer gehört werden will, muss laut sein

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, IASS Potsdam
     
  • Die großen Züge der Politik erschienen uns – wie von der Bundeskanzlerin oft dargestellt – als alternativlos. Wir haben uns in Routinen eingerichtet, miteinander arrangiert und bei vielen Problemen einfach weggeschaut. Corona aber ist unbarmherzig und reißt uns jetzt aus der Wegguck-Routine heraus. Plötzlich sehen wir, dass doch vieles im Argen liegen geblieben ist. Wir erschrecken, weil wir plötzlich ein Thema haben, dass uns alle betrifft, zu dem wir aber sehr unterschiedliche Meinungen haben.

    Kieler Nachrichten, 11.4.2021: Ist die Politiker-Schelte in der Corona-Krise gerechtfertigt, Prof. Bernd Simon?

    Prof. Dr. Bernd Simon, ipb-Forscher Uni Kiel
     
  • Die Klimabewegung bzw. die Fridays for Future haben ja gleich zu Beginn gesagt: bekämpft jede Krise. Und die Erfahrung, dass eine Pandemie zu so tiefgreifenden Veränderungen führen kann, hat für viele auch um so schmerzhafter sichtbar gemacht, dass mit Blick auf eine andere Krise, nämlich die Klimakrise, über Jahrzehnte business as usual stattfand und dass es eben nicht den Mut der Verantwortlichen gab, zu sagen: die Kosten der Klimakrise sind zu hoch und wir wollen nicht, dass durch Untätigkeit Tausende sterben.

    Deutschlandfunk, 8.4.2021: Das Schweigen der Linken in den Corona-Protesten

    Dr. Simon Teune, ipb-Vorstand TU Berlin
     
  • Dabei eint die Protestversteher ein starkes Misstrauen gegenüber der Bundesregierung und die Sorge um Freiheitseinschränkungen. Beides bildet die politische Basis der Corona-Proteste.

    Berliner Zeitung, 24.3.2021: Corona-Proteste: Forscher sehen massives Radikalisierungspotenzial

     

    Prof. Dr. Swen Hutter, ipb-Forscher FU Berlin
     
  • Wie die Polizei sich auch verhält, sie verstärkt die Dynamik [der Querdenken-Proteste], sagt Teune. Die Demonstranten fühlen sich angestachelt durch eine Durchsetzung der Auflagen. Und sie fühlen sich auch bestätigt durch ein laxeres Vorgehen der Polizei.

    heute.de, 20.3.2021: Warum ließ die Polizei Demo-Züge gewähren?

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, IASS Potsdam
     
  • Letzten Endes ist es schon eine im kommunikativen Prozess hergestellte Zuschreibung, ob man Pathos würdevoll, lächerlich oder anmaßend findet.

    Wiener Zeitung, 21.2.2021: Gänsehautmoment des Protests

    Prof. Dr. Armin Scholl, ipb-Forscher Uni Münster
     
  • Auffällig ist, dass linke Bewegungen kaum eine Position zur Pandemie entwickelt haben. Der Fokus lag auf den durch Corona vertieften gesellschaftlichen Bruchlinien. Viele Gruppen arbeiteten an den Themen weiter, an denen sie ohnehin dran waren.

    Neues Deutschland, 19.2.2021: »Linke Bewegungen sind sehr aktiv«

    Dr. Daniel Mullis, ipb-Forscher HSFK
     
  • Die Bundesregierung hat im November beschlossen, etwa eine Milliarde Euro für Maßnahmen gegen Rechtsextremismus auszugeben. Gleichwohl fehlt meines Erachtens der politische Wille, der rechtsextremen Weltanschauung dadurch den Nährboden zu entziehen, dass man bestimmte Ideen offensiv in Frage stellt; also die grundlegende Vorstellung, dass es so etwas wie ein »deutsches Volk« mit bestimmten Eigenschaften gibt.

    Jungle World, 18.2.2021: »Straftaten dienen als Vorbild«

    Prof. Dr. Fabian Virchow, ipb-Forscher Hochschule Düsseldorf
     
  • Über längere Kontakte und die Netzkommunikation könnte sich die politische Tendenz nach rechts verschieben.

    web.de, 29.1.2021: Experte zu Krawallen in den Niederlanden: “Früher oder später auch in Deutschland”

    Prof. Dr. Dieter Rucht, ipb-Forscher Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Auch die Soziologin Verena Stern von der Universität Bielefeld geht aktuell nicht davon aus, dass es zu gewalttätigen Ausschreitungen kommt. Ich bezweifle aber nicht, dass grundsätzlich das Potential dafür da ist, sagt die Konfliktforscherin.

    WDR, 21.1.2021: Protest gegen Corona-Regeln in den Niederlanden: Wann kippt die Stimmung?

    Verena Stern, ipb-Forscherin Universität Bielefeld
     
  • Die Corona-Pandemie hat enorm geschadet, weil natürlich die großen Mobilisierungen, die großen Demonstration nicht mehr möglich waren. Jede Protestbewegung ist ja darauf angewiesen, ihre Anliegen in der Öffentlichkeit zu kommunizieren.

    BR24, 25.1.2021: Corona-Zwangspause: Wie geschwächt ist “Fridays for Future”?

    Prof. Dr. Sebastian Haunss, ipb-Forscher Universität Bremen
     
  • Aber es ist sicherlich ein überraschendes Ergebnis, dass so viele mit einem Universitätsabschluss – oder wir haben sogar vier Prozent mit einem Doktortitel, die promoviert sind – dann die sich der Bewegung anschließen.

    Deutschlandfunk, 21.1.2021: „Kommt zum Teil von links, geht aber eher nach rechts“

    Prof. Dr. Oliver Nachtwey, ipb-Forscher Universität Basel
     
  • Für ein Werturteil über die Bewegungen des Arabischen Frühlings ist es zu früh. Was sich auf jeden Fall positiv verändert hat ist, dass sich der Möglichkeitshorizont der jungen Bevölkerungen geweitet hat. Man kann sich heute ein anderes System vorstellen als eine Diktatur. Das ist nicht mehr zurückzunehmen.

    detektor.fm, 13.1.2021: Zehn Jahre Arabischer Frühling

    Jannis Grimm, Vorstandsmitglied ipb
     
  • Es liegt in der Natur der Sache, dass ziviler Ungehorsam Grenzen überschreitet. Nur so kann gesellschaftliche Veränderung herbeigeführt werden. Gerade Baumbesetzungen ziehen ihre Wirksamkeit aus der Friedlichkeit.

    Schwäbische Zeitung, 10.1.2021: Wipfel des Widerstandes

    Mareike Bauer, ipb-Mitglied
     
 
 

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