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Das ipb in den Medien

 
 
  • Ja, so groß hatte man das nicht erwartet“, sagt am Abend Sabrina Zajak. […] „Da kommen die streikende Ryanair-Stewardessen und der von Abschiebung bedrohte Kosovare zusammen“, sagt sie, „beim Gefühl, nicht teilhaben zu können.“ Die Menschen würden spüren, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt zu zerbrechen drohe. „Das bedroht grundlegende Normen und Werte und da sagen eben viele: Hey, so nicht.“

    taz, 14.10.2018: Abstimmung mit den Füßen

     

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Sabrina Zajak, Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung
     
  • Rucht ist selbst Attac-Mitglied und saß jahrelang im wissenschaftlichen Beirat. Vor wenigen Monaten ist er aus dem Gremium ausgetreten. Warum? Der emeritierte Professor räuspert sich. Das sei eine längere Geschichte. Zusammengefasst: Unter den mehr als hundert Wissenschaftlern geben einige wenige den Ton an, deren politische Haltung Rucht nicht teilt. Hinzu komme, dass die Wortmeldungen des Gremiums nicht wissenschaftlich unterfüttert seien. Die Organisation Attac “ist nicht tot und geht auch nicht unter, aber sie dümpelt vor sich hin“, sagt Rucht. “Es gibt keinen Mitgliederzuwachs, die Finanzen stagnieren, und die Präsenz aus der Frühphase ist geschwunden. Auch in anderen Ländern ist Attac im Rückgang.”

    Süddeutsche Zeitung, 07.10.2018: “Leute, kriegt den Hintern hoch”

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • „Ein Wald mit Symbolgehalt“, singt Bodo Wartke in seinem Protestsong. Tatsächlich gehe es auch um mehr als um diesen Wald, es gehe um das große Ganze, um den Klimawandel, sagte der Soziologe Simon Teune vom Institut für Protest- und Bewegungsforschung im Dlf. In diesem Konflikt könne man sich relativ leicht auf eine Seite stellen, die Konstellation: Leute auf den Bäumen werden von der Polizei weggeräumt habe etwas von „David gegen Goliath“, so etwas funktioniere bei Protesten immer sehr gut.

    Deutschlandfunk, 02.10.2018: Protestkultur – Musik und Kunst als Durchlauferhitzer

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Es geht darum, die landeseigenen Wohnungsunternehmen zu demokratisieren“, sagt Lisa Vollmer von der Initiative „kommunal & selbstverwaltet wohnen“. Das Bündnis veröffentliche am Montag eine Broschüre zu der Frage, wie Mieter Mitbestimmung organisieren können. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass öffentliches Eigentum nicht vor Mieterhöhungen und Verdrängung schützt, so Vollmer. „Um dem vorzubeugen, wollen wir mitreden.“ 

    Berliner Zeitung, 02.10.2018: Selbstverwaltung: Wenn Mieter bei Investitionen und Vermietungen mitreden

    ipb-Mitglied Lisa Vollmer,
     
  • Es gab schon immer einen latenten Anteil an Rechtsextremismus in der Bevölkerung, erklärt Protestforscher Dieter Rucht, dieser liege etwa bei zehn bis 20 Prozent. „Dieses Potenzial ist nicht groß an die Öffentlichkeit getreten. Es war da, blieb aber weitgehend unsichtbar.“ Das hat sich „dramatisch verändert“, etwa mit dem Aufstieg und der Radikalisierung der AfD „von einer wirtschaftsliberalen zu einer rechten Partei bis rechtsradikalen Partei“, erklärt Rucht. Dadurch sind auch rechtsextreme Gruppen an die Oberfläche gekommen, die im Schatten der AfD standen: „Sie treten selbstbewusster auf.“

    Der Kurier, 27.09.2018: Deutschland: Neonazis marschieren wieder auf der Straße

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Proteste sind ein stetiges Element in der Demokratie […], aber ein Gr0ßteil der Proteste ist unsichtbar, weil er in der Medienberichterstattung nicht auftaucht. Was sich ändert ist die Frage, wofür gehen die Menschen auf die Straße? In den sechziger Jahren waren das vor allem soziale Themen auch beherrscht von den Gewerkschaften und der SPD – das ist heute viel weniger der Fall. Seit 68, seit sich der Protest verbürgerlicht hat, hat sich auch das Themenspektrum verschoben, da geht es sehr viel stärker um Menschenrechte, um Umwelt, um Gleichstellung, um Krieg und Frieden […] und nicht mehr die Brot- und Butter-Themen.

    Deutschlandfunk, 21.9.2018: Mikrokosmos – Kampf um die Kohle

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Der Hambacher Forst ist ein Ort, an dem man auf die abstrakte Bedrohung des Klimawandels eine sehr konkrete Antwort geben kann, betont der Protestforscher. Entweder die Braunkohle gewinnt, oder der Wald. Darin liege das breite, überregionale Mobilisierungspotenzial für die Aktivisten im und am Hambacher Forst.

    tagesschau.de, 18.9.2018: Ein Wald als politisches Symbol

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • »Es gab kein lineares Ansteigen der Gewalt, sondern eine Eskalationsdynamik«, erklärte Projektleiter Malthaner das Hochschaukeln der Gemengelage, in der sich auch immer wieder Beispiele gewaltlosen Protests und deeskalativen Polizeikräften fanden. Nils Schuhmacher von der Universität Hamburg formulierte derweil ein prägnantes Resümee zum Hamburger G20-Sommer: »Falscher Ort und falscher Stil.«

    Neues Deutschland

    ipb-Forscher Nils Schuhmacher, Universität Hamburg
     
  • Es gab eine Verdichtung der Atmosphäre der Gewalt, in der es für die Beteiligten immer naheliegender und gerechtfertigter schien, Gewalt einzusetzen. In diese Deutung wird alles eingeordnet, es gibt keine andere Erklärung mehr dafür, warum der Wasserwerfer von hier nach dort fährt oder Demonstranten sich vermummen – gelesen wird das als Vorbereitung eines Angriffs. Das Gegenüber wird als homogener Block wahrgenommen. Das hat man bei der „Welcome to Hell“-Demo gesehen.

    die tageszeitung, 06.09.2018: Soziologische Forschung über G20-Protest – „Wann knallt es endlich?“

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Solche Großereignisse wie das gestrige sind hilfreich, weil sie eine Strahlkraft entfalten können. Ich denke zum Beispiel an den Marsch auf Washington und die Rede von Martin Luther King. So etwas bleibt im Gedächtnis hängen, solche Ereignisse können eine Suggestivkraft entfalten, die motiviert. Aber natürlich war dieses Konzert kein Gespräch mit der Gegenseite, sondern eine Abgrenzung und Selbstbestätigung. Das sind symbolische Akte, bei denen man sozusagen die eigene Flagge hochhält. Das führt aber nicht zu eigenen Lernprozessen und verändert auch nichts in den Köpfen der Gegenseite.
    Zeit Online, 4.9.2018: Konzert in Chemnitz: “Davon wird wenig bleiben”

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Der Politologe hält es außerdem für wichtig, Position zu beziehen im Alltag, also „widersprechen, kritisieren, Flagge zeigen“. Es gehe darum, sich einzumischen. „Man kann Flüchtlingsinitiativen unterstützen, man kann Solidarität zeigen und man kann auch die richtigen Parteien wählen.“

    Deutschlandfunk Kultur, 03.09.2018: Wie gelingt der Aufstand der Anständigen?

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • We have a strong neo-Nazi scene in eastern Germany, but we also have a strong current of far-right extremism in all of Germany — not just in Parliament but in society, said Matthias Quent, who runs an institute that studies democracy and civil society in the eastern state of Thuringia. That is why the far right is so self-confident, he said: They think their day has come.

    New York Times, 30.8.2018: Chemnitz Protests Show New Strength of Germany’s Far Right

    ipb-Mitglied Dr. Matthias Quent, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft
     
  • Bei einem Stadtfest in Ostdeutschland sind immer auch Rechtsradikale anwesend, sie sind Teil einer demokratiefernen Normalität. Das heißt ein Teil des späteren Mobs war sowieso dort auf der Straße. Der tödliche Messerangriff in der unmittelbaren Nähe wurde als Anlass genommen, um willkürlich Menschen aus Einwandererfamilien zu jagen und anzugreifen. Das hat weder mit Trauer noch mit Selbstjustiz im Sinne von Gerechtigkeit zu tun – gewaltbereite Rechtsradikale suchen und finden Triggerereignisse, mit denen sie durch Emotionalisierung Menschen aufstacheln, Gewalt rechtfertigen und den Hass auf die Straßen bringen.

    Spiegel Online, 29.8.2018: “Es gibt eine permanente Stimmungsmache von rechts”

    ipb-Mitglied Dr. Matthias Quent, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft
     
  • Es hätte keiner großen Recherche bedurft, um kurzfristig Hinweise auf die Größe und den Charakter der Demonstration [in Chemnitz] zu erhalten.

    Zeit.de, 28.8.2018: “Ausschreitungen in Chemnitz: Hat die Polizei versagt?”

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • “Der liberale Freiheitsbegriff tut so, als könnten alle frei sein. Aber das stimmt nicht. Im Moment sind die frei, die Geld haben. Wir müssen uns demokratisch Regeln setzen, die unsere Freiheiten bewusst beschränken.”

    die tageszeitung, 24.08.2018: „Wir müssen Freiheiten bewusst einschränken“

    ipb-Forscher Ulrich Brand, Universität Wien
     
  • Occupy selbst als Bewegung ist tot. Aber der Gedanke von Occupy, darüber zu reden, dass es eine gesellschaftliche Spaltung gibt – in ökonomischer, sozialer und politischer Hinsicht – dieser Gedanke wird weitergetragen.

    Deutschlandfunk Kultur, 15.8.2018: Der Geist der Occuppy-Bewegung lebt

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Oliver Nachtwey, Universität Basel
     
  • Der Soziologe Rucht glaubt, dass Sahra Wagenknecht langfristig versuchen werde, ihre Sammlungsbewegung in eine eigene Partei umzuwandeln. Er erkenne das daran, dass es keine Versuche gebe, sich den bereits existenten Bewegungen anzunähern, sagte er. Seiner Ansicht nach wird das nicht funktionieren: “Einerseits weil innerhalb der Parteien die Konkurrenz da ist, andererseits, weil es genuin Bewegte gibt, die der Form der Parteien und den Mechanismen, die damit verbunden sind, sehr skeptisch gegenüberstehen.”

    Deutschlandfunk, 09.08.2018:  “Wer im Aufwind ist, gründet keine Sammlungsbewegung”

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Solche Statements im öffentlichen Raum, wo sie möglichst lange stehen bleiben, deuten auf das Vorhandensein von Subkulturen hin. Graffiti dienen oft auch als Reviermarkierung. Dort, wo die Sprayer selbst wohnen oder wo sie auf eine sympathische Aufnahme hoffen.

    Radio Bremen, ‘buten un binnen’, 04.08.2018:  So protestieren die Bremer

    ipb-Forscher Dr. Sebastian Haunss, SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
     
  • Die Mobilisierungen [der Seebrücke-Proteste] laufen sehr dezentral, es gibt keine einzelne Organisation, die dahintersteckt. Jede Gruppe kann sich die Forderung nach einem Ende des Sterbens im Mittelmeer aneignen. Ein starker Moment liegt zudem in der Öffnung verschiedener Städte für die Protestziele. Primär geht es in diesen erst mal um eine menschenrechtliche Frage, doch sie weisen gleichzeitig auch darüber hinaus. […] Die Aktivist*innen kommen vor allem aus dem humanitären und aus dem antirassistischen Spektrum, sind tendenziell eher links, aber gleichzeitig sehr breit gefächert. Zwei Beispiele: Die Willkommensbewegung für die Geflüchteten hatte sich in Deutschland bisher wenig politisch geäußert. Und doch wurden die Helfer*innen in den vergangenen Jahren politisiert, weil sie direkt bemerkt hatten, dass die Flüchtlingspolitik Ungerechtigkeiten produziert. Genau diese Menschen gehen nun auch auf die Straße und beginnen sich politisch zu engagieren.

    Neues Deutschland, 03.08.2018: Orangener Widerstand gegen den Rechtsruck

    ipb-Forscherin Leslie Gauditz, SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
     
  • Wie WELT berichtete, schätzen Politikwissenschaftler und Wahlexperten, das Wählerpotenzial einer linken Sammlungsbewegung könnte bei 25 bis 27 Prozent liegen. Der Soziologe Dieter Rucht, seit Jahrzehnten mit Bewegungen und politischem Protest befasst, ist skeptischer. Wagenknecht vertrete eine ideologische Linie, die anderen in der Linkspartei widerspreche. Der Verdacht liege nahe, so Rucht, dass es gar nicht darum gehe, ein offenes und linkspluralistisches Projekt auf die Beine zu stellen, „sondern externe Unterstützer für eine Linie zu gewinnen, die innerhalb der Linkspartei zu wenig Anklang findet“.

    Die Welt, 03.08.2018: Was bewegt sich da eigentlich bei Sahra Wagenknecht?

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • 140 Gruppen haben den Aufruf zur #ausgehetzt-Demo am Sonntag in München unterschrieben. Wann gelingt es, ein breites Protestbündnis zu schmieden und was sind die Voraussetzungen dafür, hat sich Caroline v. Lowtzow gefragt. Mit Beiträgen von Lisa Bogerts und Dieter Rucht.

    Bayern 2 – Zündfunk, 20.07.2018: Bayerische Protestbündnisse von Wackersdorf bis #ausgehetzt

    ipb-ForscherInnen Dr. Lisa Bogerts und Prof. Dieter Rucht, Goethe Universität Frankfurt am Main / Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Die Autoren Elias Steinhilper and Rob Gruijters vergleichen […] die verschiedenen Phasen der Seenotrettung, angefangen mit Mare Nostrum (2013-2014), über die Mission Triton der EU-Grenzschutzbehörde Frontex (2014-2015), bis hin zu privaten Hilfsorganisationen (ab 2015). Die Erkenntnis: Die Rettungseinsätze hatten keinen oder einen geringen Einfluss auf die Zahl der Flüchtenden, die über das Mittelmeer wollten, sie verringerten aber die Zahl der Toten.

    BR 24, 14.07.2018: Seenotrettung im Mittelmeer – “Wir sind die Reaktion darauf, dass dort Menschen ertrinken”

    ipb-Forscher Dr. Elias Steinhilper, Scuola Normale Superiore, Florenz
     
  • 1968 hat eine große Bedeutung, weil danach die Bildungsbürger Protest als Mittel politischer Artikulation für sich entdeckt haben. Die neuen sozialen Bewegungen wie Friedensbewegung, Frauenbewegung, Ökologiebewegung, Schwulenbewegung etc. sind sehr stark geprägt von Lehrern, Akademikern und Angestellten. Weniger von Arbeitern und von Leuten, die sozial abgehängt sind. Ein Muster, das sich in Deutschland ziemlich stark durchzieht: Protest ist eigentlich ein Sache von Besserverdienenden und Bessergebildeten. In den 50er, 60er Jahren gab es noch sehr viel stärker gewerkschaftlich dominierte Proteste.

    Einsteins Magazin, 14.07.2018: Protest ist eine Sache von Bessergebildeten

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Humor ist einerseits eine gezielte Respektlosigkeit. Andererseits ist Humor auch etwas Positives, denn wenn wir lachen können, fühlen wir uns besser als vorher. Negative Gefühle, Wut, Empörung, Enttäuschung über Ungerechtigkeit […] werden umgewandelt in positive Gefühle, oft verbunden mit dem Gruppengefühl, dass man gemeinsam etwas tun kann.

    BR2 Tagesticket, 13.7.2018: “Ein Riesenbaby für Trump und: Was liebt die Band Jamaram an Festivals?” (ab 2:50)

    ipb-Forscherin Lisa Bogerts, Goethe-Universität Frankfurt
     
  • “An important feature of the G20 policing was their proactive use of social media, not just as a field of observation, but as a field of action. The police were not dependent on the press anymore to get their view published. They directly posted on Facebook and Twitter and thus reached a large audience. In fact, they spread news that later turned out to be false or were based on no evidence: I am referring, for instance, to the news about protesters using Molotov cocktails or being on roofs armed with huge stones, which never could be secured as evidence.”

    globalproject.info, 12.07.2018: Mapping #NoG20. Interview with Peter Ullrich and Donatella Della Porta one year after the counter-summit in Hamburg.

    ipb-Forscher Dr. Dr. Peter Ullrich und ipb-Gründungsmitglied Prof. Dr. Donatella della Porta, TU Berlin und Scuola Normale Superiore Florenz
     
  • Manche Lerneffekte waren lagerübergreifend. Auf jeder Seite findet man Leute, die kritisch reflektieren und diejenigen, die den Gipfel als Erfolg begreifen. Die linksradikale Szene ist hochgradig uneins über Hamburg. Manche bejubeln insbesondere den Riot als Moment der Hoffnung, dass ein Umsturz möglich ist. Andere sehen G20 als Niederlage, die linke Versuche zunichte gemacht haben, sich gesellschaftlich zu verbreitern. Jetzt führt die Linke vor allem Aufarbeitungs- und Abwehrkämpfe.

    taz, 07.07.2018: „Social Media trägt zur Eskalation bei“

    ipb-Forscher Dr. Dr. Peter Ullrich, Technische Universität Berlin
     
  • »60 bis 80 Prozent der Bürger wünschen sich zunächst eine stärkere Beteiligung«, sagte Professor Roland Roth von der Hochschule Magdeburg-Stendal. Das Modell der Bürgerkommune und des Bürgerhaushalts findet ihm zufolge in Brandenburg relativ häufig Anwendung. Roth warb für die Ressource bürgerschaftliches Engagement, denn »eine andere gibt es im ländlichen Raum gar nicht«. […] Zu bedenken wäre dabei, dass Mittel bereitstehen müssen, den auf diese Weise erzeugten Bürgerwillen auch umzusetzen. Dabei wäre zu berücksichtigen, dass Kommunalpolitiker, deren Spielraum ohnehin nicht sehr groß sei, sich durch Bürgerbeteiligung noch mehr eingeschränkt fühlen könnten.

    Neues Deutschland, 11.06.2018: Grenzen der direkten Demokratie

     

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Roland Roth, Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration (DESI).
     
  • Antiabschiebeproteste waren in Österreich in der Vergangenheit durchaus erfolgreich in dem Sinne, dass sie Abschiebungen verhindern konnten. Dieser Erfolg hängt mit dem Fokus auf Einzelfälle zusammen. Die Mobilisierung für Einzelfälle erfolgt sowohl mit emotionalen Mitteln – Empathie, Wut, Ärger – als auch mit inhaltlichen Argumenten wie etwa, dass die Abzuschiebenden bereits eine erfolgreiche Integration absolviert hätten (gute Schulerfolge, Mitarbeit in Vereinen, sportliche Leistungen et cetera). Dieser Schwerpunkt auf die Verhinderung der Implementierung nimmt den Protesten den Charakter der Radikalität.

    Der Standard / Blog, 04.06.2018: Der Einzelfall mobilisiert: Proteste gegen Abschiebungen

    ipb-Mitglied Verena Stern, Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt am Main
     
  • Protestforscher Simon Teune von der TU Berlin hält diese Art von Training nicht für gefährlich. Es macht ja viel Sinn, die Leute auf diese Situationen vorzubereiten, sagt er. Sie dienten dazu, den Aktionskonsens bei Blockaden einzuüben: Man sei entschlossen, zu blockieren, aber wolle Eskalationen vermeiden. Große Teile der Öffentlichkeit differenzieren aber leider nicht zwischen verschiedenen Protestformen, sagte der Experte. Blockaden setzen sich gerade von der rituellen Konfrontation mit der Polizei ab.

    dpa, 26.05.2018: Linkes Blockade-Trainingslager vor AfD-Demo

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Mitte der fünfziger Jahre gilt die Autorität der Göttinger Achtzehn als unantastbar. Mit ihrem Protest erlebt die noch stark restaurativ und autoritätshörig geprägte junge Bundesrepublik den bis dato einmaligen Versuch einer Einmischung der Wissenschaft in die Politik. Dieter Rucht:

    “Da gibt es auch eine Aussage dazu in diesem Appell – wir sind ja eigentlich keine Politiker, wir wollen uns ja auch nicht so einmischen, aber wir haben eben Sorgen, die sich auf die Auswirkungen von Atomkraft beziehen. Und darauf sozusagen wurde der moralische Standpunkt geltend gemacht, verbunden mit dem Argument: nur ein Rat von außen, von der quasi neutralen Position aus formuliert.”

    Deutschlandfunk, Hintergrund,19.05.2018:  Appelle des 20. Jahrhunderts (1): Die Göttinger Erklärung 1957

    Deutschlandfunk, Hintergrund,20.05.2018:  Appelle des 20. Jahrhunderts (2):Protest gegen das Abtreibungsverbot 1971

    Deutschlandfunk, Hintergrund,21.05.2018:  Appelle des 20. Jahrhunderts (3):Die Grenzen des Wachstums 1972

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht,
     
  • Parteien haben über Jahrzehnte eine gewisse Arroganz zur Schau gestellt. Man hat das Grundgesetz so interpretiert, dass sie ein Monopol auf die Meinungsbildung und Entscheidungsfindung haben. Das ist nicht der Fall. […] Engagement in der Zivilgesellschaft ist auch politischen Engagement.

    RBB Abendschau, 14.05.2018: Parteien verlieren Mitglieder

     

    ipb-Mitglied PD Dr. Ansgar Klein, Forschungsjournal Soziale Bewegungen
     
  • Auch Deutschland ist vom Bewegungsfieber nicht verschont. So fordert AfD-Rechtsaußen Björn Höcke, dass die AfD “Bewegungspartei” bleiben müsse, also nicht nur in den Parlamenten, sondern auch auf der Straße präsent sein solle. Ob Österreich da vergleichbar ist? Der deutsche Politologe Teune hält das Konzept der neuen Bewegungen, wie sie etwa Kurz propagiert, für leicht durchschaubar: “Das ist nichts anderes als alter Wein in neuen Schläuchen.” Bewegung, so Teune, suggeriere, dass hier von unten etwas entstehe, dass sich – wie bei der Friedens-, Umwelt- oder Frauenbewegung – viele Gleichgesinnte zusammentun. Das, was andernorts als Bewegung verkauft werde, sei aber “ein bloß geringfügig verändertes Parteien projekt” und eher undemokratisch. 

    Der Standard, 12.05.2018: Wozu noch Parteien?

     

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Wir haben bei der alten Arbeiterbewegung immer die Vorstellung von Männern mit Kettenfett, die die Solidarität mit der Muttermilch aufgesogen hätten. Solidarität kommt aber nicht von selbst. Solidarität war immer ein Ergebnis von Kämpfen. Sie entsteht aus sozialen Konflikten und findet in ihnen statt. Das halte ich für einen wesentlichen Gedanken. Denn die Politik der letzten zwanzig Jahre war sehr stark auf Konsens ausgerichtet und hat versucht, soziale Konflikte unter den Teppich zu kehren. Alleine die Artikulation der Frage, was Solidarität ist und wie wir solidarisch sein wollen, ist ein erster Schritt dahin, dass die Gesellschaft sich wieder über sich selbst verständigt.

    Süddeutsche Zeitung, 8.5.2018: “Solidarität war immer das Ergebnis von Kämpfen”

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Oliver Nachtwey, Universität Basel
     
  • Die angekündigte Demonstration linker Gruppen in Berlin am Vorabend des 1. Mai weckt Assoziationen an brennende Barrikaden. Doch Protestforscher Simon Teune rechnet mit viel Botschaft und wenig Krawall. “Wenn es eine ‘demonstrationsfreundliche’ Polizeibegleitung gibt und wenn auch auf Seiten der Demonstrierenden betont wird, dass es um politische Inhalte geht, kann auch eine eingefahrene Konfrontationskonstellation [wie in Berlin] aufgelöst werden

    WDR 5 Morgenecho, 30.04.2018: Linksautonome im Wandel?

     

     

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Als Bezugspunkt über die Spektren hinweg dient ’68 zeitgenössischen Antikapitalisten bis heute, berichtet Protestforscherin Priska Daphi von Interviews mit „Blockupy“-Aktivisten. Die Chiffre stehe hier für die Geburtsstunde einer neuen linken Tradition, jenes neuen Politikverständnis jenseits der Institutionen. Der Allgemeinplatz, heute werde ja gar nicht mehr protestiert, stimme nicht. […] „Die Frauenbewegung war die erfolgreichste soziale Bewegung, die es überhaupt gegeben hat“, stellt auch Sozialwissenschaftlerin Gisela Notz im Gespräch mit Wilke und Historikerin Christina von Hodenberg fest. Wir müssen heute „aufpassen, dass das Rad der Zeit nicht zurückgedreht wird“.

    Frankfurter Rundschau, 30.04.2018: Von Träumen und Trümmern What’s left: Die Römerberggespräche fragen nach dem Erbe von ’68 – und ob man es bergen sollte.

    ipb-Forscherinnen Dr. Gisela Notz (freie Wissenschaftlerin) und Dr. Priska Daphi, Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt am Main
     
  • Hat also der einlullende Kapitalismus mit seinem Wahn der immer neuen Marken vollständig gesiegt, ist die Protestkultur, wie sie 1968 aufblühte, nun vertrocknet? Ganz und gar nicht, berichtete Priska Daphi vom Institut für Protest- und Bewegungsforschung. Sie legte dar, dass die Zahl der Protestereignisse in der Bundesrepublik seit den fünfziger Jahre stetig gestiegen ist.

    FAZ, 30.04.2018: Popmusik gegen die Strapazen der Dauerreflexion. Römerberggespräche im Schauspielhaus zum Thema „1968-2018. What is left?“

    ipb-Forscherin Dr. Priska Daphi, Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt am Main
     
  • In den Medien wird die junge Generation häufig als strebsam, pragmatisch und angepasst beschrieben, doch ist der Eindruck aus der Sinus Jugendstudie repräsentativ? Die Protestforscherin Dr. Priska Daphi von der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung zeichnet ein differenzierteres Bild. Sie forscht seit Jahren zum Thema Rebellion – und beobachtet dazu verschiedenste Protestereignisse. Die Wissenschaftlerin ist Mitgründerin des Berliner Instituts für Protest- und Bewegungsforschung. Die Forscher befragen Demonstranten, analysieren soziale Bewegungen und versuchen aufzuzeigen, was eine Protestkultur ausmacht. Eine interessante Erkenntnis aus der Bestandsaufnahme der Protestforscher zeigt, die Zahl der Proteste pro Jahr schwanke zwar, eine generelle Abnahme von Protesten habe es in den vergangenen Jahrzehnten jedoch nicht gegeben, erklärt Priska Daphi.

    HR Info, Wissenswert, 22. 04.2018: 50 Jahre 68: Wozu brauchen wir Rebellen?

    ipb-Forscherin Dr. Priska Daphi, Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt am Main
     
  • Auch das Wiederaufleben von Kiezversammlungen ist für ihn so ein Signal. »Das sind Momente, wo ganz viel passieren kann, weil sich Menschen begegnen, die sonst weniger miteinander zu tun haben«, sagt Scheller. »Die Mietenbewegung gewinnt gerade an Kraft, weil sich verschiedene Stadtteilgruppen und autonome Aktivist*innen verstärkt zusammenschließen«, erklärt die Politologin Jenny Künkel, die ebenfalls ipb-Mitglied ist. Das breite Spektrum der Aktivisten – von linksradikal bis bürgerlich – bedroht aus David Schellers Sicht den Zusammenhalt der Mieterbewegung nicht, denn es sei eher ein Netzwerk als ein Bündnis.

    Neues Deutschland, 18.04.2018: Eine starke Mitte-links-Bewegung

    ipb-ForscherInnen Jenny Künkel und David Scheller, Goethe-Universität Frankfurt am Main / Fachhochschule Potsdam
     
  • The 2016 island protests have shown that potential challenges for Sissi’s rule not only stem from mass uprisings with hundreds of thousands of participants. As scholars have highlighted in the wake of the 2011 uprisings, there is significant power in “the subversion of the very images that the rulers have tried to project as evidence and instrument of their dominion.” The Tiran and Sanafir island controversy undermined the regime’s nationalist image. Egyptian authorities had seriously underestimated the emotional bond between the Egyptian people and their homeland, strengthened through fights against colonialism and military and diplomatic battles over Sinai with Israel.

    The Washington Post, 15.04.2018: Two years ago nationalism sparked massive protests in Egypt. Could it happen again?

    ipb-Forscher Jannis Grimm, Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies
     
  • Protestforscher sprechen sogar von einer Konjunktur des Marsches. Er funktioniere oft besser als eine klassische Demo. Das sagt auch Leslie Gauditz vom Institut für Protest- und Bewegungsforschung: “[Der „Marsch für Bewegungsfreiheit“] ist im Prinzip eine Gegentaktik gegen klassische politische Märsche, die vielleicht sogar bedrohlich wirken können. Es geht eigentlich darum zu zeigen, man ist friedliebend, man ist freundlich. Was sich als Taktik abzeichnet, ist der Versuch einer Umdeutung”

    mephisto 97.6, 13.04.2018: Zirkus ohne Grenzen

    ipb-Forscherin Leslie Gauditz, Socium, Universität Bremen
     
  • “As the management academic Fabian Frenzel shows in his thought-provoking book Slumming It, some observers have labelled these initiatives [of voluntary work] as mere “voluntourism”, and argued that they exist because NGOs have stepped in where governments have failed to act.

    Financial Times, 11.04.2018: What I learnt as a ‘voluntourist’

    ipb-Forscher Dr. Fabian Frenzel, University of Leicester
     
  • „Der Eindruck, dass es heute keinen oder kaum Protest gegen diese Missstände gibt, täuscht. Unsere Untersuchungen am Institut für Protest- und Bewegungsforschung etwa zeigen, dass Protestereignisse über die letzten Jahrzehnte eher zu- als abnehmen.“

    Süddeutsche Zeitung, 10.04.2018: Rührt Euch (in der Printversion erschienen am 11.04.2018 unter dem Titel “Informelle Gruppen spielen eine wichtigere Rolle”)

    ipb-Forscherin Dr. Priska Daphi, Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt am Main
     
  • Die  SWR2-Themenwoche „Die 68er“ beginnt mit einem Streifzug durch die Protestformen der Zivilgesellschaft bis heute. Was sie über die Protestierenden und deren Gegenspieler aussagen und wie sich Protest heute auf der Straße und im Netz aufbaut und auflöst, erklärt Dieter Rucht, Soziologe und Zeitzeuge. […]“Protest hat historische Errungenschaften erbracht, die wir heute für selbstverständlich erachten; der 8-Stunden-Tag, die Sozialgesetzgebung,  bürgerliche Freiheiten, Abwesenheit von Zensur, Frauenwahlrecht… All diese Errungenschaften wurden durch Proteste erkämpft und nicht einfach ‘von oben’ gewährt”

    SWR2 Tandem, 09.04.2018: Protestformen in der Zivilgesellschaft. Der Soziologe Dieter Rucht über Widerstand gestern und heute

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Auch Wissenschaftler hatten auf die Mitverantwortung der Polizei an der Eskalation während des G20-Gipfels hingewiesen. “In der Protestwoche hat sich eine Gewaltspirale ereignet, an der verschiedene Akteure mitgedreht haben – gerade der Polizei muss man eine Teilverantwortung an dieser Zuspitzung geben“, sagte der Protestforscher Peter Ullrich dem »nd« in einer früheren Auswertung der Gipfeltage. “Viele Fälle von eindeutig unverhältnismäßigen Angriffen auf Demonstrierende, zufällige Menschenansammlungen und Journalisten sind dokumentiert – es ist eine unendlich lange Liste.”

    Neues Deutschland, 09.04.2018: Hamburgs Innensenator und Polizei verteidigen G20-Einsatz

    ipb-Forscher Dr. Dr. Peter Ullrich, TU Berlin
     
  • Sogenannte “Latschdemos” wie die traditionellen Ostermärsche wirkten inzwischen “ein bisschen angestaubt“, sagt der Bewegungsforscher Dieter Rucht vom Wissenschaftszentrum Berlin. “Viele der jungen Leute, die wollen sich selbst auch irgendwie betätigen, die wollen das Gesicht bunt bemalen, die wollen auch ein Stück feiern.” Oder sie organisieren Protest im Internet: “Man sitzt zuhause, ein Mausklick – und dann hat man was für das Gewissen getan.” Inwieweit dieser “Klicktivismus” traditionelle Protestformen ersetzen kann, ist Rucht zufolge allerdings umstritten: “Es gibt durchaus Diskussionen, auch unter den Organisatoren, unter den Aktivisten, dass dieser Klicktivismus im Grunde schädigend ist.”

    Deutschlandfunk Kultur, 03.04.2018: Ein Mausklick für das gute Gewissen

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Der Soziologe Dieter Rucht vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung spürt dennoch einen “diffusen Unmut“. “Vor allem die Jüngeren sind unzufrieden mit dem jetzigen Klein-Klein der Politik. Es fehlen ihnen die Visionen.” Er möchte nicht mit einem hoffnungslosen Idealisten verwechselt werden, hält es aber sehr wohl für denkbar, dass die Mobilisierung wieder stärker wird. Mit Blick auf die jüngsten Großdemonstrationen in den USA sieht er die Möglichkeit, dass sich der Unmut zu einem grundsätzlichen politischen Engagement verstärkt. Ruchts frohe Osterbotschaft: “Das Potenzial wächst.”

    Süddeutsche Zeitung, 31.03.2018: Ostermarsch im Gänseschritt

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Natürlich ist niemand gegen Frieden. Aber wenn man genauer hinschaut, kommt man schnell in die Bredouille, sich in komplizierten Konflikten positionieren zu müssen. Die erste Generation, die die Ostermärsche organisierte, hatte selbst noch Kriegserfahrung, da war die Parole „Nie wieder Krieg!“. In den 1980er Jahren stand im Kalten Krieg nicht weniger als die Auslöschung der Menschheit auf der Tagesordnung. Da war es leichter, Stellung zu beziehen. Heute ist die Konfliktlage viel diffuser. Wenn man zum Beispiel sagt: „Kein Krieg gegen Russland“, läuft man Gefahr, die russische Außenpolitik reinzuwaschen.

    die tageszeitung, 31.3.2018: “Friedenspolitik hat ihre Unschuld verloren”

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Ein wichtiger Punkt ist, dass Jugendliche moralisch sensibel sind. Über die Kluft zwischen dem, was da offiziell an hehren Werten verkündet wird, und dem, was real passiert, können sie sich sehr empören. Erwachsene sind da abgebrühter. Sie haben in der Tendenz schon fast ein zynisches Verhältnis zur Politik.

    ntv.de, 28.3.2018: “Die Jungen sind moralisch sensibler”

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Märsche hätten im Vergleich zu ortsfesten Demonstrationen ein besonderes Aktivierungspotenzial, sagt Protestforscher Haunss: “Sie haben ein starkes Mobilisierungselement, weil sie auf ein Ereignis hin fokussieren.” Es gebe eben diesen einen Marsch, bei dem man mitmachen kann – und er hat einen definierten Anfang und ein Ende. […]

    Während in den USA der Begriff “March” seit jeher tendenziell positiv besetzt ist, weil sie mit den Bürgerrechtsbewegungen der 60er- und 70er-Jahre verbunden werden, ist die Bewertung in Deutschland weniger einfach. Simon Teune, Forscher am Institut für Protest- und Bewegungsforschung, sagt, in Deutschland würden Märsche eher als “Auf-Märsche” von rechten Gruppierungen gesehen. Protestforscher Haunss von der Universität Bremen verweist dagegen auf die Ostermärsche – die seien klassischerweise links motiviert.

    Deutschlandfunk Nova, 26.03.2018:  Marsch ist die neue Demo

    ipb-Forscher PD Dr. Sebastian Haunss, Socium, Universität Bremen
     
  • Während andere Wissenschaftler in Archiven geforscht haben, hat der Politologe seine Beobachtungen vor Ort gemacht. Im Gespräch mit dem Greenpeace Magazin schildert Hertle seine Erinnerungen an die Proteste: „In der Friedensbewegung waren Kriegsdienstverweigerer, Lehrlinge und Studenten, aber auch Menschen, die auch schon den Ersten Weltkrieg erlebt hatten und dann nach den Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg gesagt haben: Jetzt ist Schluss!

    Greenpeace Magazin, 23.08.2018: Kommunisten, Christen und Hippies vereint – im Kampf gegen Atomwaffen

    ipb-Mitglied Wolfgang Hertle,
     
 
 

Anstehende Termine

  1. #NoG20 Hamburg 2017: Eskalation statt Politik?

    18. Oktober, 19:00 - 21:30
  2. ipb-Jahrestagung: Der Kontext lokaler Proteste

    9. November, 10:00 - 10. November, 17:00