Das ipb in den Medien

 
 
  • Andy Buschmann weiß, die Menschen in Hongkong müssen nach sicheren Wegen der Kommunikation suchen. Überwachung durch den Staat macht es den Demonstrierenden schwer, sich abzusprechen. Airdrop ist hingegen eine sichere Methode, geheim zu kommunizieren und möglicher Zensur vorzubeugen – denn das Kommunikationsprinzip ist dezentral: Die Nachrichten werden von Person zu Person übertragen, ohne dass sie einen zentralen Server passieren müssten.

    Deutschlandfunk Nova, 14.10.2019: Erschwerte Kommunikation: Demonstrierende in Hongkong werden kreativ

    ipb-Mitglied Andy Buschmann, University of Michigan
     
  • Es ist die große offene Frage, wohin sich diese Klimabewegung und die politische Polarisierung bewegt. Wir wissen, dass es eine starke, neue Konfliktlinie in westeuropäischen Gesellschaften gibt, die Fragen von Öffnung, Abgrenzung, Identität und unserem Verständnis darüber, wer wir sind und wer die anderen, in den Vordergrund stellt. Es ist noch nicht klar, ob sich der Klimakonflikt da einbettet.

    Morgenpost, 13.10.2019: Forscher erklärt, wie Extinction Rebellion und Fridays for Future ticken

     

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Swen Hutter, FU Berlin/WZB
     
  • Einer der Slogans von Extinction Rebellion lautet: Hope dies, action begins. Die Aktivisten setzen also offenbar keine Hoffnung mehr in die Politik, sondern sagen sich: Wir müssen selbst handeln, bevor es zu spät ist. Das ist bei Fridays for Future immer noch anders. Greta Thunberg hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sie etwas damit bewirken kann, wenn sie zum Beispiel vor der UN spricht.

    SZ, 11.10.2019: “Aktivisten haben sich bei den Polizisten bedankt”

    ipb-Mitglied Julia Zilles , Göttinger Institut für Demokratieforschung
     
  • Operativ hatten wir es mit einem Einzeltäter zu tun, bestätigt der Rechtsextremismus-Experte Maik Fielitz gegenüber nd. Doch die Tat sei nicht zu verstehen ohne die global agierenden Hassgemeinschaften, in die der Täter eingebunden war, betont der Forscher vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg.

    Neues Deutschland, 11.10.2019: «Einzeltäter» mit 2200 Fans im Livestream

     

    ipb-Forscher Maik Fielitz, IFSH
     
  • Aber diese Massivität und die Verbindung mit einer rechtsradikalen Internetsubkultur, die international vernetzt ist, das ist eine neue besorgniserregende Dimension, die sich hier gestern in Halle sehr brutal gezeigt hat.

    Deutschlandfunk Kultur, 10.10.2019: „Es ist eine internationale Szene“

    ipb-Mitglied Dr. Matthias Quent, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft
     
  • In Deutschland ist die Protestbewegung der “Extinction Rebellion” ein Phänomen, das überhaupt erst durch “Fridays for Future” entstehen konnte. Man muss sich das so vorstellen: Es gibt unterschiedliche Akteure die präsent sind und wenn es einem Akteur gelingt, eine Mobilisierung anzuschieben, dann wirkt sich das auch auf andere Klimabewegungen aus. Die sind dadurch öfter bereit auf die Straße zu gehen, wobei die Aktionen der “Extinction Rebellion” im Vergleich zu vielen “Fridays for Future”-Protesten eher noch klein sind.

    MDR, 08.10.2019: “Damit man etwas ändern kann, braucht Protest Aufmerksamkeit”

    ipb-Forscher Prof. Dr. Sebastian Haunss, SOCIUM, Universität Bremen
     
  • Hier entscheidet die Polizei völlig alleine, was ist ein Widerstand. Die Polizei entscheidet völlig alleine, was ist ein Übergriff. Und sie kann damit auch beliebig, sozusagen selbstreferenziell, ihre eigenen Daten produzieren. Also man muss sie sehr kritisch hinterfragen und es ist sehr fragwürdig, aus diesen Zahlen eine Vermehrung der Übergriffe zu schlussfolgern.

    Deutschlandfunk, 07.10.2019: Warum Deutschlands Polizei aufgerüstet wird

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Clemens Arzt, HWR Berlin
     
  • Dass die Proteste auch in Gewalt umschlagen könnten, glaubt Teune nicht. In der Klimabewegung sei ziviler Ungehorsam die „höchste Eskalationsstufe“, betont er. Die Protestler sähen es als „moralische Notwendigkeit“, gewisse Grenzen zu übertreten, würden sich aber ausdrücklich zur Gewaltfreiheit bekennen.

    Deutschlandfunk Kultur, 07.10.2019: Ziviler Ungehorsam als Antwort auf politische Untätigkeit

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • „Die Kommunikation und die Organisation funktioniert sehr stark über soziale Medien und ist nicht mehr so stark hierarchisch organisiert, wie wir das kennen. Deswegen hantieren wir auch mit dem Begriff des digitalen Faschismus“, sagten die Forscher.

    Deutschlandfunk, 01.10.2019: Wie Social Media Faschismus fördert

     

    ipb-Forscher Maik Fielitz, IFSH
     
  • Soziale Bewegungen sind wie Eisberge, man sieht immer nur den kleinsten Teil. Die Demos sind die Spitze des Eisbergs, das, was für alle sichtbar ist. Die regelmäßige Arbeit in lokalen Gruppen und die bundesweite Koordination der Proteste finden darunter statt.

    Zeit Online, 20.9.2019: “Weltumspannend ist der Klimastreik sicher nicht”

    ipb-Forscher Prof. Dr. Sebastian Haunss, Universität Bremen
     
  • Selbst wenn das heute die allerletzte Demonstration von Fridays for Future wäre, hätten sie dennoch schon jetzt die Zukunft von Morgen damit geprägt.

    ZDF Aspekte, 20.9.2019: Ausnahmezustand Klimawandel

    Prof. Dr. Sabrina Zajak, DeZIM-Institut
     
  • Es ist sehr schwer, gegen etwas Abstraktes anzukämpfen wie zum Beispiel den Kapitalismus oder den Neoliberalismus. Im Zuge solcher Konflikte bedarf es konkreter Ansatzpunkte. Das können bestimmte Stichtage sein oder Gallionsfiguren, die als Heroen gefeiert werden wie Greta Thunberg. Aber eben auch Konfliktschauplätze wie der Hambacher Forst.

    Süddeutsche Zeitung, 13.9.2019: “Die Proteste haben den Boden für Fridays for Future bereitet”

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • “Wir müssen den Input in das politische Entscheidungssystem verbessern”, fordert Brigitte Geißel. Die Politikwissenschaftlerin leitet die Forschungsstelle “Demokratische Innovationen” an der Goethe-Universität Frankfurt und evaluiert den “Bürgerrat Demokratie”. Die Idee, dass Parteien oder Interessengruppen diesen Input liefern, funktioniere so nicht mehr. Bei den Bürger habe sich gleichzeitig der Eindruck verfestigt, dass sich die Interessen der Großen durchsetzen und ihre Anliegen oft nicht mehr ankommen in der Politik. “Deswegen sind andere Konzepte nötig, bei denen Bürger mehr einbezogen werden“, sagt Geißel – wie bei Bürgerräten.

    Süddeutsche Zeitung, 13.09.2019: Frischzellenkur für die Demokratie

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Brigitte Geißel, Goethe-Universität Frankfurt am Main
     
  • Bewegungen schaffen Bewegung. Deswegen heißen sie ja so. Sie üben den Druck aus, mobilisieren. Und so lange sich nicht genügend bewegt, hält das an. Die Unzufriedenheit mit dem, was alles bisher noch nicht erreicht wurde, hält sie in Gang.

    bento.de, 9.9.2019: “Fridays for Future” in der Krise? Eine Forscherin erklärt, wann Bewegungen kippen können

    ipb-Vorständin Prof. Dr. Sabrina Zajak, Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM)
     
  • Doch Ullrich ist sich nicht sicher, ob eine effektive Reglementierung dieser Social-Media-Tätigkeiten wirklich aus der Polizei selbst heraus möglich ist. Denn diese sei zwar gut darin, schnell die Bevölkerung über wichtige Dinge zu informieren, doch gleichzeitig würde sie auch oftmals voreilig Botschaften herausgegeben, die dank des großen Vertrauens in die Polizei immer wieder Verbreitung fänden, ohne noch einmal auf Korrektheit geprüft zu werden. Dazu würden auch politische Botschaften in Tweets, Delegitimierung von Demonstrationen und Falschdarstellungen von Verletztenzahlen gehören.

    Deutschlandfunk, 31.08.2019: Selfiestick und Schlagstock

    ipb-Forscher Peter Ullrich, Technische Universität Berlin
     
  • “Spaß, Vergnügen, das besondere, außeralltägliche Ereignis wird in der Mobilisierung für Protestaktionen wichtiger.”

    Deutschlandfunk Nova, 24.8.2019: Protest oder Party oder beides

    ipb-Forscher Dr. Gregor Betz, TU Dortmund
     
  • Der mediale Erfolg der Bewegung und seiner schwedischen Vorreiterin dauere trotz der Dringlichkeit des Klimawandel-Themas durchaus außergewöhnlich lange, räumte Rucht im Gespräch mit SR-Moderatorin Katrin Aue ein. Er sehe “eine ganze Reihe von Faktoren” für den Greta-Hype – zum Beispiel ihre Jugendlichkeit, die breite gesellschaftliche Unterstützung, die fleißigen “Strippenzieher” hinter Greta und nicht zuletzt der von vielen Menschen als unterstützenswert wahrgenommene Kampf gegen eine wenig wohl gesonnene “Interessenpolitik” ihrer Widersacher.

    SR, 24.08.2019: Was macht Greta zum Medien-Superstar?

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Zudem fällt auf, dass Fridays for Future viele Menschen aktiviert hat, die sich bisher politisch nicht engagiert haben. Weniger als 5 Prozent der in Deutschland Befragten sind Mitglied in einer Partei oder deren Jugendorganisation, unter 10 Prozent gehören einem Umweltverband an. Auch die Verbindung zu den Grünen ist weniger stark als in der öffentlichen Debatte bisweilen angenommen: Zwar stießen die Grünen mit 36 Prozent mit Abstand auf die stärkste Zustimmung, doch 43 Prozent hatten überhaupt keine Parteipräferenz.

    die tageszeitung, 19.08.2019: Optimistisch gegen die Klimakrise

    ipb-Forscherteam, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Im März, als die Bewegung noch vor ihrem Höhepunkt stand, haben Forscher des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung im Rahmen einer internationalen Studie Befragungen in Bremen und Berlin durchgeführt. Die Ergebnisse, die nun vollständig vorliegen, zeigen, wie sehr die Jugendlichen von ihrer Wirkmächtigkeit überzeugt sind. 55 Prozent der Schüler glauben, dass sie mit ihrem Engagement die Politik beeinflussen können.

    FAZ, 19.08.2019: Glaube an die eigene Macht

    ipb-Forscherteam, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Die Methode Schulstreik dürfte als Kernelement bleiben, davon geht Protestforscher Sommer aus. Aber irgendwann werde die Frage nach neuen Aktionsformen kommen: “Wenn sie merken, dass wenig umgesetzt wird, werden sie versuchen, an anderer Stelle Druck zu machen.” 

    tagesschau.de. 19.08.2019: Erfolgsgeschichte – mit offenem Ende

    ipb-Forscher Moritz Sommer, Freie Universität Berlin
     
  • Offene Proteste gegen die Automobilindustrie als Ganzes haben sich bislang in Grenzen gehalten. Bisher ging es vor allem um symbolkräftige SUVs und kommunale Verkehrspolitik. Das bekommt jetzt mit der größeren Aufmerk­samkeit für Klimapolitik eine andere Dynamik. Für die Automobilmesse IAA sind am 15. September schon die nächsten Proteste angekündigt – ­diesmal von einem größeren Bündnis. Das hat eine neue Qualität.
    die tageszeitung, 15.8.2019: “Eine neue Qualität der Proteste”

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • FFF sah sich mit dem Vorwurf konfrontiert, sie sei von Umweltorganisationen fremdgesteuert. Das konnten wir in unserer Befragung nicht feststellen. Gerade diejenigen, die zum ersten Mal demonstrieren, sind meist nur entweder im schulischen Kontexten aktiv, also in der Schülervertretung, oder in Sportvereinen. Parteien oder Umweltorganisationen haben dagegen für die jungen Demonstrierenden keine große Rolle gespielt.

    Berliner Morgenpost, 09.08.2019: “Berlin spielt für Fridays for Future eine zentrale Rolle”

    ipb-Forscher Moritz Sommer, Freie Universität Berlin
     
  • Wir haben es mit einer Situation zu tun, die nicht vergleichbar ist mit anderen Politikfeldern. Das Gelegenheitsfenster, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen, schliesst sich rasch. Es kann sein, dass die Politik die Anliegen der Klimademonstranten aufnimmt. Doch dann werden jene Stimmen, die jetzt schon lautstark versuchen, die Proteste zu delegitimieren, sie lächerlich zu machen, noch lauter werden.
    Luzerner Zeitung, 6.8.2019: “Sie werden beachtet, doch die Massnahmen sind bisher ausgeblieben”

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Dass die Sterne für den langfristigen Erfolg von Fridays for Future gut stehen, glaubt der Sozialwissenschaftler Sebastian Haunss vom Institut für Protest- und Bewegungsforschung – gerade auch nach dem Kongress. FfF habe sowohl eine lokale als auch eine überregionale Struktur und erhalte viel Unterstützung aus der Öffentlichkeit. Das sei essenziell für jede Bewegung.

    Frankfurter Rundschau, 04.08.2019: „Ihr Erwachsenen verkackt es die ganze Zeit“

    ipb-Forscher Prof. Dr. Sebastian Haunss, SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
     
  • Die Ikonisierung Greta Thunbergs wurde von Medien vorangetrieben. Auch wenn sie wichtig ist, um diejenigen auf die Straße zu bringen, die bisher noch überhaupt nie an einer Politveranstaltung teilgenommen haben.

    Tagesschau, 04.08.2019: Was die jungen Klimakämpfer motiviert

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Sabrina Zajak, Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung
     
  • Das „Zentrum Automobil“ ist ein kleines, aber symbolisch wichtiges Vorzeigeprojekt der radikalen Rechten mit engen Verbindungen zur AfD, der identitären Bewegungen und anderen rechtsradikalen Gruppen. Es ist sowohl hinsichtlich der Ideologie als auch hinsichtlich der dahinterstehenden Netzwerke ganz klar eine rechtsradikale Organisation.

    Handelsblatt, 02.08.2019: Zentrum Automobil – „Eine ganz klar rechtsradikale Organisation“

    ipb-Mitglied Dr. Matthias Quent, IDZ Jena
     
  • Protestforschern zufolge stehen Fridays for Future wichtige Weichenstellungen bevor: Erschöpfe sich die Bewegung im freitäglichen Streikritual, so drohe es “allen Beteiligten langweilig zu werden – den Medien inklusive”, findet der Soziologe Dieter Rucht. Die Bewegung müsse auch jenseits klimapolitischer Fragestellungen Position beziehen, findet er – auch wenn das Konfliktpotential berge. 

    Berliner Morgenpost/dpa, 02.08.2019: Fridays-for-Future-Fest: Mit Wir-Gefühl gegen die Klimakrise

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • „Bisher ging es vor allem darum, Aufmerksamkeit zu generieren“, sagt Teune. „Das ist sehr gut gelungen. In den nächsten Monaten könnte sich der Fokus stärker auf Kampagnen zu einzelnen Zielen richten.“

    FAZ, 31.07.2019: Auf Augenhöhe mit der Kanzlerin

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • “Die Bewegung hat sich auf jeden Fall professionalisiert”, sagt Moritz Sommer vom Berliner Institut für Protest- und Bewegungsforschung, der “Fridays for Future” als “große Erfolgsgeschichte” bezeichnet: “Sie macht clevere Medienarbeit und sieht von außen sehr organisiert aus.”

    SZ, 30.07.2019: Wie “Fridays for Future” sich professionalisiert

     

    ipb-Forscher Moritz Sommer, Freie Universität Berlin
     
  • Wir haben es hier mit jungen Menschen zu tun, die einerseits wütend sind, weil die Politiker nicht liefern, sich nicht um den Klimawandel kümmern und die Erwachsenen das Thema ignorieren in den Augen der Schülerinnen und Schüler. Wir haben andererseits aber Personen, die sehr hoffnungsvoll in die Zukunft blicken und fest daran glauben, dass sie etwas verändern können und Personen, die auch politisch hoch interessiert sind.

    MDR, 26.07.2019: Chemnitzer machen bei internationaler Studie zu “Fridays for Future” mit

    ipb-Forscher Dr. Piotr Kocyba, TU Chemnitz
     
  • Soziologe Moritz Sommer hat nach der Bedeutung von Greta Thunberg für das individuelle Interesse am Klimawandel und für die Bereitschaft, sich an der Demo zu beteiligen, gefragt. Das Ergebnis: 53 Prozent der im März befragten Frauen gaben an, dass sie Greta sehr stark oder stark motiviert habe. Bei den Männern sagten das nur 28 Prozent. Es scheint, dass eine weibliche und junge Repräsentantin wie Greta Thunberg andere junge Frauen empowert, sagt Sommer, vor allem, wenn sie auch auf der Bühne der internationalen Politik, die ja lange als Domäne von Männern galt, derart bestimmt und selbstbewusst auftritt.

    Vice.com, 15.07.2019: Klimaprotest: Warum engagieren sich vor allem junge Frauen?

    ipb-Forscher Moritz Sommer, Freie Universität Berlin
     
  • Meine Analyse von linkem und rechtem Protest seit 1950 zeigt deutlich: Die Protestgewalt insgesamt ist bis in die Neunzigerjahre deutlich gestiegen, hat sich aber ab da von links nach rechts verlagert und ist in den neuen Bundesländern deutlich stärker als in den alten.

    Süddeutsche Zeitung, 15.07.2019: Wenn Proteste in Gewalt umschlagen

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Erfolg bedeutet nicht immer dasselbe. Der Protest kann klein sein und eine einzelne konkrete Maßnahme wollen, zum Beispiel die Verhinderung des neuen Bahnhofs. Dann gelten dafür ganz andere Bedingungen, als wenn es um große gesellschaftliche Veränderungen zum Beispiel im Umgang mit dem Klima geht.

    Süddeutsche Zeitung, 05.07.2019: “Sie sind ungeschützt und haben ein ernsthaftes Anliegen”

    ipb-Forscher Prof. Dr. Sebastian Haunss, SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
     
  • Radikalisieren sich die Schüler*innen jetzt also? Moritz Sommer vom Berliner Institut für Protest- und Bewegungsforschung, der FfF insgesamt als große Erfolgsgeschichte bezeichnet, sieht das nicht so. Aktuell bestehe durch den engen Kontakt zu „Ende Gelände“ eher eine Möglichkeit für Weiterentwicklung: Viele haben sich mit Fridays for Future zum ersten Mal der Klimabewegung angeschlossen. Für sie ist es wichtig, sich neue Protestformen anschauen und sie ausprobieren zu können. Für Ende Juli ist ein FfF-Sommerkongress in Dortmund geplant, da werde sicher diskutiert, welche Aktionsformen noch in Frage kämen

    Jetzt.de, 24.06.2019: Wie geht es weiter mit „Fridays for Future“?

    ipb-Forscher Moritz Sommer, Freie Universität Berlin
     
  • „Proteste in den 50er Jahren galten vor allem in der herrschenden dominanten Wahrnehmung als Proteste von Querteibern, Querulanten oder Proteste gesteuert von Moskau. Heute ist das Bild anders geworden, es ist aber immer noch ein gemischtes Bild wohl gemerkt. Wenn man sieht, welchen Rückhalt Fridays for Future heute genießt, auch ein Wohlwollen in der Berichterstattung bei den Medien, die Wissenschaftler, die sich anschließen, die Verbände, einzelne Unternehmer, die alles das beklatschen.“

    Deutschlandfunk, 20.06.2019: Protestieren ist anerkannter

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Das ist die Generation NSU. Da kommt, nach allem, was man weiß, auch Stephan E. her. Sie haben die Erfahrung von Rostock-Lichtenhagen und der Einschränkung des Asylrechts gemacht, dieses: Mit Gewalt kann man erfolgreich Politik machen. Wir haben heute eine ganz ähnliche Situation: Wir haben Einschränkungen im Asylrecht, die mit Gewalt, mit Straßenprotesten hervorgerufen oder zumindest begleitet wurden. Wir haben in den 1990er gesehen, dass zumindest die Massengewalt sich auf zwei oder drei Jahre beschränkt hat, dass sich die radikalisierten und terroristischen Strukturen danach aber weiterentwickelt haben. Und es ist zu befürchten, dass das wieder passiert.

    die tageszeitung, 19.6.2019: Rechtsextremismusexperte über Mordfall

    ipb-Forscher Dr. Matthias Quent, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena
     
  • Die Zukunft sieht Geißel so: “Erst mal wieder immer mehr und neue Parteien geben. Die Parteien werden sich spalten, sie werden wachsen und sterben. Wir werden eine ganz andere Parteienlandschaft sehen – das zeichnet sich ja auch schon ab.” Sie spreche sich für neue Modelle und Kombinationen aus – wie direktdemokratische oder bürgerorientierte Konzepte. Es werde weiterhin Wahlen, Parteien und Parlamente geben, so Geißel: “Aber daneben mehr Volksentscheide, mehr Bürgerversammlung oder sogar ein ‘Nebenparlament’ aus zufällig ausgewählten Bürgern, das beratend tätig ist.”

    RBB, 17.06.2019: Politologin: “Brauchen neue Parteienkonzepte”

    ipb-Forscherin Prof. Dr. Brigitte Geißel, Goethe-Universität Frankfurt a.M.
     
  • Der Sozialforscher Nils Schuhmacher von der Uni Hamburg hat dazu auf Anfrage von WELT eine klare Meinung: „Wenn das Bedürfnis besteht, im Zusammenhang einer solchen Veranstaltung Kritik an Antifa-Gruppen zu üben, hätte mindestens berücksichtigt werden müssen, dass Antifaschismus gerade nicht gesellschaftlicher Konsens ist; dass es nicht das eine Verständnis von Antifaschismus gibt; dass es auch die Antifa in ideologischer und organisatorischer Form nicht als homogene Einheit gibt“.

    WELT, 14.06.2019: Als der Kultursenator in der KZ-Gedenkstätte die Antifa kritisierte

    ipb-Forscher Dr. Nils Schuhmacher, Universität Hamburg
     
  • Moritz Sommer vom Institut für Protest-und Bewegungsforschung in Berlin berichtet unserer Redaktion, wie “Fridays for Future” die jetzigen Ausmaßen erreichen konnte und was die Proteste mit den Demonstranten selbst macht. Einen Nährboden habe es bereits vor dem ersten Streik gegeben. Der Streit um den Hambacher Forst habe junge Leute bewegt. Es brauchte nur noch einen Zünder: und das war Greta Thunberg. Die Demonstranten seien keine “Nein-Sager”, sie stellen sich nicht gegen etwas, sondern fordern die Einhaltung des bestehenden Versprechen – das Pariser Abkommen. Wichtig sei auch, dass die Bewegung ein Gesicht hat. Regelmäßige und stets präsente Aktionen seien aber ohne eine gute Organisation nicht möglich. Tatsächlich ist “Fridays for Future” längst mehr als ein Schülerstreik, es ist ein starkes Netzwerk mit effektiven Strukturen.

    Neue Osnabrücker Zeitung, 10.06.2019: Warum “Fridays for Future” den Grünen auch schaden könnte

    ipb-Forscher Moritz Sommer, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • “Man kann heute auf dem Klo sitzen und dabei via Twitter Kontakt zum Wirtschaftsminister aufnehmen, und wenn man gut formuliert, bekommt man vielleicht sogar eine Antwort, bevor man sich die Hände gewaschen hat”, so Teune. Wenn solche extrem individualisierten Handlungen durch Massierung eine Wucht bekommen, könnten sie auch in die politische Sphäre hinein wirken.

    Deutschlandfunk, 09.06.2019: Mit Greta Thunberg das Möglichkeitsfenster nutzen

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • CDU und SPD, die früheren Volksparteien, wanken aber doch mächtig. Die jungen
    Wähler flüchten. Was haben die nicht mitbekommen?

    Vor allem, dass die bisherige Form von Partei nicht mehr attraktiv ist. Ochsentour? Vereinsmeierei? Der Apparat, in dem man sich hochdienen muss? Das wollen die Jungen alles nicht mehr. Wir haben die Fridays-for- Future-Demonstranten befragt. 40 Prozent identifizieren sich mit gar keiner Partei. Da haben die Volksparteien etwas versäumt. 

    Stern, 06.06.2019: „Die zerstören nicht, sie stören”

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Die Jugendlichen treffen einen gesellschaftlichen Nerv, sagt Simon Teune […]. Die Bewegung werde auch von ihrer großen Medienpräsenz und der Unterstützung durch bestehende Netzwerke der Umweltverbände getragen […]. Bereits vor der »Fridays for Future«-Bewegung habe das Thema Eingang in die gesellschaftliche Debatte gefunden. Den Kindern und Jugendlichen wird mittlerweile mit einer hohen Akzeptanz für ihre Forderungen begegnet«.
    Jungle World, 30.5.2019: Heiße Luft in Lulu

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Die Volksparteien haben in ganz Europa massiv an Stimmen eingebüßt. Überrascht Sie der Ausgang der Europawahl?

    Großartig überrascht war ich zunächst nicht. Der Trend weg von den großen Volksparteien – gerade auch in Deutschland – ist nun schon seit einiger Zeit virulent. Und die Zeit war reif für die Grünen, Umweltbewegungen wie “Fridays for Future” haben sicher ihren Anteil daran. In Deutschland haben die etablierten Parteien, insbesondere die Unionsparteien und die FDP, nicht gut auf die Jugendlichen reagiert. Das wurde als Schulschwänzen abgetan oder man sprach den Aktivisten die Kompetenz ab, sich zu Umweltfragen zu äußern – wie das FDP-Chef Christian Lindner getan hat. Das war unglücklich.

    SZ, 27.05.2019: “Ein großes Beben”

    ipb-Forscher Prof. Dr. Swen Hutter, Freie Universität Berlin
     
  • Thunberg, Neubauer, Mayer und ihre vielen Mitstreiterinnen aus aller Welt: Die Protagonistinnen der „Fridays for Future“-Bewegung sind alle jung und alle weiblich. Auch bei den freitäglichen Schülerstreiks stellen junge Frauen mit 57,6 Prozent die Mehrheit, wie eine Untersuchung des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) ergab. 41,8 Prozent der Demonstranten waren demnach Männer, 0,6 Prozent wollten sich keinem Geschlecht zuordnen. Die Zahl ist insofern bemerkenswert, als dass politischer Protest oft männlich dominiert ist.

    Welt.de, 25.05.2019: Die jungen Frauen und der Protest

     

    ipb-Studie zu F4F, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Nicht erst seit Dezember 1989, als jenes Flugblatt von der Besetzung der Dortustraße 65 kündete, lebten Menschen in inoffiziellen Wohnungen in Potsdams Innenstadt. „Die tatsächlichen Ausmaße der illegalen Bezüge sind für Potsdam nicht verlässlich quantifizierbar, aber in vielen von Altbauten geprägten Stadtteilen nachweisbar“, schreibt Warnecke in Bezug auf die 1980er-Jahre.

    Potsdamer Neueste Nachrichten, 25.05.2019: Die Geschichte der Potsdamer Hausbesetzer

    ipb-Mitglied Dr. Jakob Warnecke,
     
  • Entscheidend ist [in der Forschung zu Rechtsextremismus], dass Wissenschaft auf transparent gemachten theoretischen Vorannahmen und gesicherten methodischen Verfahren beruht. Das schließt aber selbstverständlich nicht aus, dass Forschende sich zu den Ergebnissen der Forschung auch entlang ethischer und politischer Maßstäbe beurteilend positionieren.

    Rheinische Post, 28.1.2019: “Die Bevölkerung unterschätzt die rechte Gefahr”

    ipb-Forscher Prof. Dr. Fabian Virchow, Hochschule Düsseldorf
     
  • Die ‘Fridays for Future’-Bewegung hat mit ihrem Thema schon einmal einen Startvorteil“, sagt Sebastian Haunss, Forscher am Institut für Protest- und Bewegungsforschung. “Es gibt einen sehr großen gesellschaftlichen Konsens darüber, dass in Sachen Klimaschutz was getan werden muss.”

    tagesschau.de, 17.05.2019: Was die Bewegung so erfolgreich macht

    ipb-Forscher Prof. Dr. Sebastian Haunss, SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
     
  • Swen Hutter warnt jedoch vor falschen Hoffnungen. Er vergleicht diese europäischen Bewegungen mit sozialen Bewegungen in den 1970er und 80er Jahren: Auch Themen wie Umwelt und die Frauenbewegung haben Hutter zufolge länger gebraucht, bis sie beispielsweise über Grüne Parteien in Europa ankamen.

    Deutschlandfunk, 14.05.2019: Die Macht der Vereine und Bewegungen

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Swen Hutter, Freie Universität Berlin
     
  • Für die Politik ist es schwierig, sich nicht mit zivilem Ungehorsam auseinanderzusetzen. Protest, der Grenzen überschreitet, aber nicht auf Eskalation mit der Polizei angelegt ist, kann man nicht ohne Weiteres klein oder schlecht reden. Die Vergangenheit anderer Bewegungen habe demnach gezeigt, dass ziviler Ungehorsam ein wesentliches Mittel ist, um Aufmerksamkeit zu generieren, die Dringlichkeit eines gesellschaftlichen Problems und die Entschlossenheit der Menschen deutlich zu machen, sagt Teune.

    Focus Online, 3.5.2019: Radikale Klimabewegung gewinnt an Zuspruch

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Was bringt es im digitalen Zeitalter noch, zum Demonstrieren auf die Straße zu gehen?

    Sich zu versammeln ist ein Kernelement von Protest. Demonstrationen können die Gesellschaft besonders prägen. Je mehr Menschen dabei sind, desto relevanter wirkt das Thema und desto größer ist der Druck auf die Politik. Das sehen wir bei Fridays for Future: Die vielen Schüler auf der Straße setzen ein Signal.

    SZ, 03.05.2019: “Die Versammlungsfreiheit ist ein Kern-Grundrecht”

    ipb-Forscherin Prof. Dr. Sabrina Zajak, Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung
     
 
 

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