Das ipb in den Medien

 
 
  • Radikalisieren sich die Schüler*innen jetzt also? Moritz Sommer vom Berliner Institut für Protest- und Bewegungsforschung, der FfF insgesamt als „große Erfolgsgeschichte“ bezeichnet, sieht das nicht so. Aktuell bestehe durch den engen Kontakt zu „Ende Gelände“ eher „eine Möglichkeit für Weiterentwicklung“: „Viele haben sich mit Fridays for Future zum ersten Mal der Klimabewegung angeschlossen. Für sie ist es wichtig, sich neue Protestformen anschauen und sie ausprobieren zu können.“ Für Ende Juli ist ein FfF-Sommerkongress in Dortmund geplant, da werde sicher diskutiert, welche Aktionsformen noch in Frage kämen

    Jetzt.de, 24.06.2019: Wie geht es weiter mit „Fridays for Future“?

    ipb-Forscher Moritz Sommer, Freie Universität Berlin
     
  • „Proteste in den 50er Jahren galten vor allem in der herrschenden dominanten Wahrnehmung als Proteste von Querteibern, Querulanten oder Proteste gesteuert von Moskau. Heute ist das Bild anders geworden, es ist aber immer noch ein gemischtes Bild wohl gemerkt. Wenn man sieht, welchen Rückhalt Fridays for Future heute genießt, auch ein Wohlwollen in der Berichterstattung bei den Medien, die Wissenschaftler, die sich anschließen, die Verbände, einzelne Unternehmer, die alles das beklatschen.“

    Deutschlandfunk, 20.06.2019: Protestieren ist anerkannter

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Das ist die Generation NSU. Da kommt, nach allem, was man weiß, auch Stephan E. her. Sie haben die Erfahrung von Rostock-Lichtenhagen und der Einschränkung des Asylrechts gemacht, dieses: Mit Gewalt kann man erfolgreich Politik machen. Wir haben heute eine ganz ähnliche Situation: Wir haben Einschränkungen im Asylrecht, die mit Gewalt, mit Straßenprotesten hervorgerufen oder zumindest begleitet wurden. Wir haben in den 1990er gesehen, dass zumindest die Massengewalt sich auf zwei oder drei Jahre beschränkt hat, dass sich die radikalisierten und terroristischen Strukturen danach aber weiterentwickelt haben. Und es ist zu befürchten, dass das wieder passiert.

    die tageszeitung, 19.6.2019: Rechtsextremismusexperte über Mordfall

    ipb-Forscher Dr. Matthias Quent, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena
     
  • Die Zukunft sieht Geißel so: “Erst mal wieder immer mehr und neue Parteien geben. Die Parteien werden sich spalten, sie werden wachsen und sterben. Wir werden eine ganz andere Parteienlandschaft sehen – das zeichnet sich ja auch schon ab.” Sie spreche sich für neue Modelle und Kombinationen aus – wie direktdemokratische oder bürgerorientierte Konzepte. Es werde weiterhin Wahlen, Parteien und Parlamente geben, so Geißel: “Aber daneben mehr Volksentscheide, mehr Bürgerversammlung oder sogar ein ‘Nebenparlament’ aus zufällig ausgewählten Bürgern, das beratend tätig ist.”

    RBB, 17.06.2019: Politologin: “Brauchen neue Parteienkonzepte”

    ipb-Forscherin Prof. Dr. Brigitte Geißel, Goethe-Universität Frankfurt a.M.
     
  • Der Sozialforscher Nils Schuhmacher von der Uni Hamburg hat dazu auf Anfrage von WELT eine klare Meinung: „Wenn das Bedürfnis besteht, im Zusammenhang einer solchen Veranstaltung Kritik an Antifa-Gruppen zu üben, hätte mindestens berücksichtigt werden müssen, dass Antifaschismus gerade nicht gesellschaftlicher Konsens ist; dass es nicht das eine Verständnis von Antifaschismus gibt; dass es auch die Antifa in ideologischer und organisatorischer Form nicht als homogene Einheit gibt“.

    WELT, 14.06.2019: Als der Kultursenator in der KZ-Gedenkstätte die Antifa kritisierte

    ipb-Forscher Dr. Nils Schuhmacher, Universität Hamburg
     
  • Moritz Sommer vom Institut für Protest-und Bewegungsforschung in Berlin berichtet unserer Redaktion, wie “Fridays for Future” die jetzigen Ausmaßen erreichen konnte und was die Proteste mit den Demonstranten selbst macht. Einen Nährboden habe es bereits vor dem ersten Streik gegeben. Der Streit um den Hambacher Forst habe junge Leute bewegt. Es brauchte nur noch einen Zünder: und das war Greta Thunberg. Die Demonstranten seien keine “Nein-Sager”, sie stellen sich nicht gegen etwas, sondern fordern die Einhaltung des bestehenden Versprechen – das Pariser Abkommen. Wichtig sei auch, dass die Bewegung ein Gesicht hat. Regelmäßige und stets präsente Aktionen seien aber ohne eine gute Organisation nicht möglich. Tatsächlich ist “Fridays for Future” längst mehr als ein Schülerstreik, es ist ein starkes Netzwerk mit effektiven Strukturen.

    Neue Osnabrücker Zeitung, 10.06.2019: Warum “Fridays for Future” den Grünen auch schaden könnte

    ipb-Forscher Moritz Sommer, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • “Man kann heute auf dem Klo sitzen und dabei via Twitter Kontakt zum Wirtschaftsminister aufnehmen, und wenn man gut formuliert, bekommt man vielleicht sogar eine Antwort, bevor man sich die Hände gewaschen hat”, so Teune. Wenn solche extrem individualisierten Handlungen durch Massierung eine Wucht bekommen, könnten sie auch in die politische Sphäre hinein wirken.

    Deutschlandfunk, 09.06.2019: Mit Greta Thunberg das Möglichkeitsfenster nutzen

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Die Jugendlichen treffen einen gesellschaftlichen Nerv, sagt Simon Teune […]. Die Bewegung werde auch von ihrer großen Medienpräsenz und der Unterstützung durch bestehende Netzwerke der Umweltverbände getragen […]. Bereits vor der »Fridays for Future«-Bewegung habe das Thema Eingang in die gesellschaftliche Debatte gefunden. Den Kindern und Jugendlichen wird mittlerweile mit einer hohen Akzeptanz für ihre Forderungen begegnet«.
    Jungle World, 30.5.2019: Heiße Luft in Lulu

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Die Volksparteien haben in ganz Europa massiv an Stimmen eingebüßt. Überrascht Sie der Ausgang der Europawahl?

    Großartig überrascht war ich zunächst nicht. Der Trend weg von den großen Volksparteien – gerade auch in Deutschland – ist nun schon seit einiger Zeit virulent. Und die Zeit war reif für die Grünen, Umweltbewegungen wie “Fridays for Future” haben sicher ihren Anteil daran. In Deutschland haben die etablierten Parteien, insbesondere die Unionsparteien und die FDP, nicht gut auf die Jugendlichen reagiert. Das wurde als Schulschwänzen abgetan oder man sprach den Aktivisten die Kompetenz ab, sich zu Umweltfragen zu äußern – wie das FDP-Chef Christian Lindner getan hat. Das war unglücklich.

    SZ, 27.05.2019: “Ein großes Beben”

    ipb-Forscher Prof. Dr. Swen Hutter, Freie Universität Berlin
     
  • Thunberg, Neubauer, Mayer und ihre vielen Mitstreiterinnen aus aller Welt: Die Protagonistinnen der „Fridays for Future“-Bewegung sind alle jung und alle weiblich. Auch bei den freitäglichen Schülerstreiks stellen junge Frauen mit 57,6 Prozent die Mehrheit, wie eine Untersuchung des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) ergab. 41,8 Prozent der Demonstranten waren demnach Männer, 0,6 Prozent wollten sich keinem Geschlecht zuordnen. Die Zahl ist insofern bemerkenswert, als dass politischer Protest oft männlich dominiert ist.

    Welt.de, 25.05.2019: Die jungen Frauen und der Protest

     

    ipb-Studie zu F4F, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Nicht erst seit Dezember 1989, als jenes Flugblatt von der Besetzung der Dortustraße 65 kündete, lebten Menschen in inoffiziellen Wohnungen in Potsdams Innenstadt. „Die tatsächlichen Ausmaße der illegalen Bezüge sind für Potsdam nicht verlässlich quantifizierbar, aber in vielen von Altbauten geprägten Stadtteilen nachweisbar“, schreibt Warnecke in Bezug auf die 1980er-Jahre.

    Potsdamer Neueste Nachrichten, 25.05.2019: Die Geschichte der Potsdamer Hausbesetzer

    ipb-Mitglied Dr. Jakob Warnecke,
     
  • Die ‘Fridays for Future’-Bewegung hat mit ihrem Thema schon einmal einen Startvorteil“, sagt Sebastian Haunss, Forscher am Institut für Protest- und Bewegungsforschung. “Es gibt einen sehr großen gesellschaftlichen Konsens darüber, dass in Sachen Klimaschutz was getan werden muss.”

    tagesschau.de, 17.05.2019: Was die Bewegung so erfolgreich macht

    ipb-Forscher Prof. Dr. Sebastian Haunss, SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
     
  • Swen Hutter warnt jedoch vor falschen Hoffnungen. Er vergleicht diese europäischen Bewegungen mit sozialen Bewegungen in den 1970er und 80er Jahren: Auch Themen wie Umwelt und die Frauenbewegung haben Hutter zufolge länger gebraucht, bis sie beispielsweise über Grüne Parteien in Europa ankamen.

    Deutschlandfunk, 14.05.2019: Die Macht der Vereine und Bewegungen

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Swen Hutter, Freie Universität Berlin
     
  • Für die Politik ist es schwierig, sich nicht mit zivilem Ungehorsam auseinanderzusetzen. Protest, der Grenzen überschreitet, aber nicht auf Eskalation mit der Polizei angelegt ist, kann man nicht ohne Weiteres klein oder schlecht reden. Die Vergangenheit anderer Bewegungen habe demnach gezeigt, dass ziviler Ungehorsam ein wesentliches Mittel ist, um Aufmerksamkeit zu generieren, die Dringlichkeit eines gesellschaftlichen Problems und die Entschlossenheit der Menschen deutlich zu machen, sagt Teune.

    Focus Online, 3.5.2019: Radikale Klimabewegung gewinnt an Zuspruch

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Was bringt es im digitalen Zeitalter noch, zum Demonstrieren auf die Straße zu gehen?

    Sich zu versammeln ist ein Kernelement von Protest. Demonstrationen können die Gesellschaft besonders prägen. Je mehr Menschen dabei sind, desto relevanter wirkt das Thema und desto größer ist der Druck auf die Politik. Das sehen wir bei Fridays for Future: Die vielen Schüler auf der Straße setzen ein Signal.

    SZ, 03.05.2019: “Die Versammlungsfreiheit ist ein Kern-Grundrecht”

    ipb-Forscherin Prof. Dr. Sabrina Zajak, Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung
     
  • Der Rechtsprofessor hinterfragt auch die zweite Funktion der Kameras: Die Aufnahmen sollen im Fall einer möglichen späteren Strafverfolgung genutzt werden, wenn Polizisten beleidigt oder angegriffen wurden. Arzt befürchtet, dass Polizisten – wie er es ausdrückt – auf Verdacht filmen könnten, um etwaige Rechtsverstöße später zu ahnden: „Sie tun das, was wir Juristen Verfolgungsvorsorge nennen. Das heißt, eigentlich handeln sie schon repressiv polizeilich. Also vorbeugend, falls der Bürger eine Straftat besteht, habe ich schon die Beweise.“

    Deutschlandfunk Kultur, 29.04.2019: Warum der Einsatz von Bodycams umstritten ist

    ipb-Forscher Prof. Dr. Clemens Arzt, Hochschule für Wirtschaft und Recht
     
  • Wieso kommen so wenige – so kurz vor der Schicksalswahl? Für den Protest- und Bewegungsforscher Dieter Rucht ist das keine Überraschung. „Die Brexit-Abstimmung und die Wahl von Trump waren damals konkrete Anlässe. Mittlerweile haben sich die Menschen daran gewöhnt.“ Vor allem Jüngere würden über soziale Medien mit vielen verschiedenen Problemen konfrontiert. „Sie springen dann auf das medial packendste Thema auf“, sagt Rucht.

    Der Tagesspiegel, 28.04.2019: Gehen Europa die Fans aus? Warum bei „Pulse of Europe“ nichts mehr los ist

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Kritik auch an Gendertheorien sei wichtig und willkommen, doch müsse sie auf ernsthafter inhaltlicher Auseinandersetzung beruhen, sagt Ilse Lenz, emeritierte Hochschullehrerin für Soziologie an der Universität Bochum. Die langjährige Geschlechterforscherin, die ein Standardwerk zur Geschichte des Feminismus vorgelegt hat, wundert sich über »Hassprediger«, die eigenmächtig festlegen wollen, »was unwissenschaftlich sein soll«.

    Neues  Deutschland, 13.04.2019: Die «Manndatsträger»

     

    ipb- Mitglied Prof. Dr. Ilse Lenz, Ruhr-Universität Bochum
     
  • “Im angestrebten Volksentscheid zur Vergesellschaftung der Berliner Bestände großer Immobilienkonzerne kulminieren die Forderungen und Erfahrungen aus über zehn Jahren Mieter*innenbewegung. Trotz einiger Zugeständnissen der Stadt Berlin – statt Wohnungen zu privatisieren wird das öffentliche Segment wieder ausgebaut – hat der Protest die Mietpreisdynamik bislang nicht stoppen können.”

    Der Freitag, 08.04.2019: Die Macht der Bewegung

    ipb-Mitglied Dr. Lisa Vollmer, Bauhaus-Universität Weimar
     
  • Dieter Rucht vom Berliner Institut für Protest- und Bewegungsforschung (IPB) erkennt eine doppelte Bedeutung der 16-Jährigen für Fridays for Future: “Der Nährboden war da. Unter den jungen Menschen gab es schon länger eine große Affinität zu Umweltthemen. Thunberg hat gewissermaßen die Saat ausgebracht.” Sie ist eine Orientierungsgröße, eine Identifikationsfigur. In einer nicht repräsentativen Umfrage des IPB gaben immerhin 40 Prozent der Teilnehmer an, dass Thunberg ihr Interesse am Thema Klimawandel befördert hätte.

    Zeit Online, 29.03.2019: Bei ihr sieht es einfach aus

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • „Die Frauen waren völlig rechtlos, sowohl in der Familie, als auch im Beruf, viele Berufe waren verschlossen, sie hatten kein Wahlrecht, sie konnten nicht in die Universitäten, weil die alten Philosophen haben ja alle noch gesagt: Das geht gar nicht, viel zu kleines Gehirn, viel zu emotional, das war damals die vorherrschende konservative Meinung.“

    Deutschlandfunk, 29.03.2019: Kalenderblatt – Als der Bund Deutscher Frauenvereine gegründet wurde

    ipb-Mitglied Dr. Gisela Notz,
     
  • „Aufenthaltsgebot ist im deutschen Polizeirecht eine komplett neue Maßnahme. Was wir bisher kennen sind Aufenthaltsverbote. Das heißt, vor allem im Drogenbereich hat man das eingesetzt, teilweise auch gegen Fußballfans, Hooligans. Teilweise auch im Versammlungsvorfeld, dass man jemandem sagt, du darfst für eine bestimmte Zeit die und die Gegend von Berlin oder des Bundeslandes nicht betreten. Und in Zukunft kann die Polizei Menschen aufgeben, dass sie sich aus einem bestimmten Bereich oder einem bestimmten Ort nicht wegbewegen dürfen.“

    Deutschlandfunk, 27.03.2019: Mehr Befugnisse, mehr Sicherheit?

    ipb-Forscher Prof. Dr. Clemens Arzt, Hochschule für Wirtschaft und Recht
     
  • Die regelmäßig freitags stattfindenden Demonstrationen für mehr Klimaschutz sind – zumindest in Deutschland  – vor allem ein Protest der gut gebildeten Mittelschichtkinder. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind jung, überwiegend weiblich und politisch meist sehr gut informiert. Fragt man sie nach dem Grund ihres Engagements, sagen fast alle, es gehe ihnen um die Zukunft. Das besagt eine Studie, die das Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) am Dienstag vorgestellt hat. 

    Zeit Online, 26.03.2019: Der Protest organisiert sich selbst

    ipb-Befragungsteam, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Betz hat herausgefunden, dass bei Tanzdemos das gesamte Spektrum vertreten ist: von solchen, die kommen, weil sie mit Freunden feiern wollen, über diejenigen, die ihre politische Haltung zeigen wollen und sich auf gewöhnlichen Demos nicht wohlfühlen, bis hin zu denen, für die die politischen Ziele im Vordergrund stehen. „Und dann gibt es noch die, die sich während der Demo politisieren“, sagt Betz.

    Zitty, 26.03.2019: Raven für die Revolution

    ipb-Forscher Dr. Gregor Betz, TU Dortmund
     
  • Der Regierung und den Unternehmen trauen sie nicht so viel zu, den Wissenschaftlern umso mehr. Sie sind der Ansicht: Der Lebensstil jedes einzelnen spielt eine wichtige Rolle beim Klimaschutz. Und sie fangen bei sich selber an. Sabrina Zajak, Vorstandsvorsitzende des Protest- und Bewegungsforschungsinstituts Berlin: „Kaufen Sie anders ein? Ja. Reduzieren Sie ihren Energieverbrauch? Ja. Reduzieren Sie Konsum insgesamt? Ja. “

    Deutschlandfunk Kultur, 26.03.2019: Weiblich, links, umweltbewusst

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Sabrina Zajak, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Die Behauptung des „Volkstods“ und „Genozids an den Weißen“ gehört schon sehr lange zum ideologischen Fundament der radikalen Rechten in aller Welt. Gerede vom „Bevölkerungsaustausch“ oder „Umvolkung“ ist nicht bloß eine Verschwörungstheorie oder populistisches Gewäsch von wenigen rechten Wirrköpfen. Es ist der Kern der globalen Erneuerung der rassistischen Ideologie.

    Tagesspiegel, 24.3.2019: Die Eiskälte der völkischen Ideologie

    ipb-Forscher Dr. Matthias Quent, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena
     
  • Die Äußerung Lindners zeigt, dass die Schüler die richtige Protestform gefunden haben, sagt der Protestforscher Simon Teune. Er ist an diesem Freitag bei der Berliner Demonstration, um sie zu ihren Beweggründen zu befragen. Der Schulstreik ist es, der eine Reibungsfläche erzeugt – gerade weil die Haltungen in der Klimafrage so nah beieinander scheinen. Der Streik aber unterbricht das allgemeine ,business as usual‘. Anliegen der Schüler sei es, den Leuten bewusst zu machen, dass der Alltag radikal unterbrochen werden müsse, um das Klimaziel einzuhalten. Deshalb fänden die Demonstrationen weltweit auch in über 100 Ländern und zig Städten pro Land statt: nicht irgendwo, sondern vor der eigenen Haustür müsse sich etwas ändern.

    Der Freitag, 22.3.2019: Kein Fleisch für niemand

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Die Bemühung um Protestmobilisierung, von unten oder von oben, wie im Fall von Aufstehen, führt also nur selten zu langfristigen, weit sichtbaren Bewegungen. Doch darin eine besondere Schwäche der deutschen Linken zu sehen, ist falsch.

    Zeit Online, 21.03.2019: Nur noch kurz die Welt retten

    ipb-Forscher PD Dr. Jochen Roose, Konrad-Adenauer-Stiftung
     
  • In vielen westlichen Städten ist es tatsächlich so, dass öffentliche Räume Zugriffskontrollen unterworfen werden oder der Zugang dazu nicht gleich verteilt ist. Man kann beobachten, dass die Zugangsrestriktionen zu öffentlichen Räumen vor allem für Menschen gelten, die ohnehin marginalisiert sind. Menschen mit kleineren Einkommen, die vielleicht in beengten Wohnungen leben und den öffentlichen Raum brauchen, Jugendliche, die draußen im öffentlichen Raum wichtige gesellschaftliche Selbstfindungsprozesse durchlaufen. Für diese Gruppen wird der öffentliche Raum stärker reglementiert – manchmal auch verschlossen.

    Frankfurter Rundschau, 21.03.2019: „Orte ohne Konsumzwang verschwinden“

    ipb-Mitglied Dr. Daniel Mullis, Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung
     
  • Die US-amerikanische Alt-Right setzte mit ihrem ausgerufenen ‚Meme-Krieg‘ neue Standards. Sie definierte durch diese Form des digitalen Aktivismus weiße Überlegenheitsvorstellungen neu und machte rechtsextremen Aktivismus attraktiv für Gamer-Kulturen und Männerrechtsaktivisten. 

    Der Freitag, 19.03.2019: Christchurch als bitterböses Meme

    ipf-Forscher Maik Fielitz, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik
     
  • Das Risiko für rechten Terror ist im Grunde permanent sehr groß, denn wir haben alle Zutaten. Wir haben eine gesellschaftliche Polarisierung, wir haben eine Diskussion, in der die Kernthemen der radikalen Rechten, nämlich antimuslimischer Rassismus beispielsweise sehr hoch auf der öffentlichen Agenda stehen. Wir haben feste rechtsextreme Strukturen, die verankert sind, die vernetzt sind, die hoch professionell auch sind.

    Deutschlandfunk, 18.3.2019: „Wir haben feste rechtsextreme Strukturen“

    ipb-Forscher Dr. Matthias Quent, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena
     
  • Protest ist das, was wir an der Oberfläche sehen können, aber die Leute, die protestieren gehen als andere Menschen nach Hause. Sie nehmen die Energie mit und wandeln ihr Engagement in andere Formen um.

    Deutschlandfunk Nova, 16.3.2019: Fridays for Future: Schülerdemo trifft auf Politik

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Die Demos der Schüler*innen sind ein weiterer Faktor, um den Handlungsdruck auf die politisch Verantwortlichen zu erhöhen. Der Erfolg der Proteste liege vor allem in der breiten und insgesamt unterstützenden Medienresonanz. [Dieter Rucht] sagt, der Medienrückhalt würde die Schüler*innen beflügeln. Außerdem essenziell: der Schulstreik. Es ist wichtig für Jugendliche, sich an Autoritäten zu reiben, sagt Rucht. Durch das Verpassen des Unterrichts entstünden Konflikte und Debatten in den Schulen – das sei wichtig, da Reiz und Reibungsfläche sonst fehlen würden.

    Zitty, 12.3.2019: Wir sind Greta – Klimakampf statt Klassenzimmer

     

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Heute hat sich vielleicht gezeigt: Das war eine Massendemonstration, wie wir sie als Frauendemonstration wirklich seit 1911 nicht mehr hatten. Das war vielleicht auch dem geschuldet, dass der Tag eben Feiertag war. Es war ein guter Auftakt, daraus wirklich was zu machen. Für mich ist wichtig: Hauptsache, es bleibt ein Frauenkampftag.

    Deutschlandfunk Kultur, 09.03.2019:„Hauptsache, es bleibt ein Frauenkampftag“

    ipb-Mitglied Dr. Gisela Notz,
     
  • Solche Figuren [wie Greta Thunberg] sind aus zwei Gründen wichtig: zum einen weil Medien eine große Rolle spielen, wenn es darum geht, wie über Proteste geredet wird und so ein Gesicht zu einer Forderung, da kann man den Hintergrund einer Protestbewegung erzählen. Das andere ist, dass so eine Figur auch zur Projektionsfläche wird für die Leute, die Veränderung wollen. Das funktioniert aber nur da, wo vorher schon ein Potenzial ist. Das heißt, einzelne Personen schaffen keine Protestbewegungen.

    Deutschlandfunk Nova, 1.3.2019: Bewegungen brauchen keine Anführerin

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Dass Schüler von sich aus auf die Straßen gehen, ist ungewöhnlich. Jugendproteste seien bislang meist von Studenten getragen worden, sagt die Soziologin und Protestforscherin Sabrina Zajak. Schüler hätten sich ihnen bislang nur angeschlossen, wie etwa bei den Studentenprotesten aus den sechziger Jahren. Bei „Fridays for Future“ ist es so, dass die Demos direkt aus den Schulen in die Breite getragen werden.

    Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.2.2019: “Friss Tofu, Du Würstchen!”

    ipb-Vorständin Prof. Dr. Sabrina Zajak, Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM)
     
  • Rucht sieht außerdem potentiellen Streit um die politische Ausrichtung der Gilet Jaunes: „Also sind wir eigentlich eine Bewegung eher der radikalen Rechten, sind wir eine Bewegung der radikalen Linken oder bewegen wir uns irgendwo in der Mitte oder ist alles zugleich der Fall? Und das beschreibt eigentlich den jetzigen Zustand.“

    Deutschlandfunk, 17.02.2019: „In Deutschland wird deutlich mehr protestiert als in Frankreich“

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Man kann sich ja lustig machen über Aktivisten im Bienenkostüm, aber strategisch ist es sehr sinnvoll, verschiedene Formen der Ansprache zu finden. Die einen werden eben von solchen Aktionen angesprochen, Menschen mit einer anderen Motivation spricht man dagegen mit einer kalten Statistik oder einer düsteren Zukunftsprognose an. So hat man eben sehr unterschiedliche Möglichkeiten, die Menschen zum Unterschreiben zu mobilisieren.

    Deutschlandfunk Kultur, 13.2.2019: Politik machen im Bienenkostüm

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Unklar sei nicht zuletzt, ob »Aufstehen« eine Parteigründung anstrebt. Einige Initiatoren dementieren dies, andere bringen die Möglichkeit ins Spiel oder schließen sie nicht aus. »Ich halte es für eine Option, dass ›Aufstehen‹ in eine Partei überführt wird, wenn es nicht gelingt, sich in der Linkspartei zu verankern«, meinte Rucht.

    Neues Deutschland, 03.02.2019: Nachhilfe für »Aufstehen«

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Haunss zur Besonderheit von SchülerInnenprotesten: “Schülerinnen und Schüler sind wehrloser und ungeschützter als Erwachsene, wenn sie in der Öffentlichkeit auftreten. Gleichzeitig vermutet man bei ihnen zu Recht erst mal nicht, dass sie sich taktisch oder strategisch verhalten, sondern dass sie wirklich überzeugt sind von dem, was sie sagen. Deshalb bekommen sie auch mehr Aufmerksamkeit, als wenn die gleiche Art des Protestes von Erwachsenen gemacht würde.”

    Deutsche Welle, 30.01.2019: Weltverbesserer zwischen den Fronten

    ipb-Forscher Prof. Dr. Sebastian Haunss, SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
     
  • Wächst da eine neue Bewegung heran? “An sich ist das Format des Bildungsstreiks nicht neu“, sagt Jana Bosse vom Arbeitskreis Umwelt und Protest des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung in Berlin. […] Wie es in Deutschland mit dem Klimastreik weitergeht, hängt nach Bosses Einschätzung stark vom Ergebnis der Kohlekommission ab: “Gelingt es ihr, einen die Gesellschaft befriedenden Kompromiss zu finden, verliert der Protest vermutlich an Kraft.” Weltweit kann sie sich durch die internationale Vernetzung einiges an Dynamik vorstellen – aber, so Bosse, “in Deutschland ist der Klimaprotest der Schüler in erster Linie ein Protest gegen die Kohle.”

    Klimafakten.de, 25.01.2019: “Warum sollen wir lernen für eine Zukunft, die es vielleicht gar nicht mehr gibt?”

    ipb-Forscherin Dr. Jana Bosse,
     
  • Auch Swen Hutter, Experte am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, findet bemerkenswert, dass die Schüler alles selbst auf die Beine stellen: “Es überrascht mich, wie schnell sie sich mobilisieren und wie viel öffentliche Aufmerksamkeit sie generieren. Das beobachten wir nicht oft bei Jugendprotestbewegungen.”

    Süddeutsche Zeitung, 18.01.2019: Auf die Straße statt in die Schule

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Swen Hutter, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Mit dem Projekt »Mapping #NoG20« haben Sie die Eskalation beim G-20-Gipfel intensiv untersucht. […] Wie lassen sich die Ergebnisse zusammenfassen?

    “Eine Kernaussage ist: Unter den gegebenen Rahmenbedingungen, der Konfrontation bereits im Vorfeld, hat sich eine Eskalationsspirale entfaltet. Diese Zuspitzung war aber nicht zwangsläufig. Es ist nicht so, dass alle Beteiligten nur Opfer einer Entwicklung waren, die keiner mehr in der Hand hatte. Es sind viele Möglichkeiten, anders zu entscheiden, verschenkt oder schlichtweg negiert worden.”

    Junge Welt, 14.01.2019: »Die Debatte war doch sehr holzschnittartig«

    ipb-Forscher Dr. Dr. Peter Ullrich, Zentrum Technik und Gesellschaft
     
  • Haunss‘ Beobachtung: Zuvor hatten sich rechte Proteste oft an Jahrestagen orientiert, etwa dem Todestag von Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß in Wunsiedel oder in Dresden zur Erinnerung an die Bombardierung von 1945. Heute machen die Rechten schnell mobil. „Dass man so kurzfristig große Demonstrationen von rechts sieht, ist wirklich eine neuere Entwicklung.“

    Saarbrücker Zeitung, 27.12.2018: Gibt es eine Renaissance der Demo?

    ipb-Forscher PD. Sebastian Haunss, SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
     
  • Die Protest-Bewegungen in Frankreich und Ungarn richten sich gegen soziale Ungerechtigkeit. In beiden Fällen war ein sozialpolitisches Thema der Auslöser. Es handelt sich aber um sehr national ausgeprägte Proteste, momentan sehe ich keinen übergreifenden europäischen Protest, weil vieles noch in die Zuständigkeit der Nationalstaaten fällt und deren jeweilige Regierung der primäre und auch namentlich bekannte Adressat ist. Zudem sind grenzüberschreitende Proteste aufgrund unterschiedlicher Sprachen und Protestkulturen schwerer organisierbar.

    heute.de, 16.12.2018: “Unmut-Pegel” in Europa steigt.

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Auf der einen Seite gibt es die sozial-privilegierten, kosmopolitischen, öko-liberalen Pariser-Eliten, auf der anderen Seite sind die Menschen, die sich abgehängt fühlen. Die soziale Ungleichheit spielt eine große Rolle. Und Benzin ist ein wichtiger Faktor: Es sind nicht die Pariser, die auf das Auto angewiesen sind, sondern die ländliche oder mittelstädtische Bevölkerung, die ihr Auto braucht. Und die Themen des Protests haben sich ausgeweitet: Es geht um soziale Ungleichheit, um die “Égalité”, um ungleiches Einkommen. Grob gesprochen: Es geht um die soziale Frage.

    dw.com, 7.12.2018: “Gelbe Westen” in Frankreich: Erreicht die Protestwelle auch Deutschland?

     

    ipb-Vorständin Prof. Dr. Sabrina Zajak, Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM)
     
  • Es war als Satire beabsichtigt, daran habe ich nach den bisherigen Aktionen dieser Gruppe keinen Zweifel. Es war aber ein Spiel mit dem Feuer: Man nutzte dieselben Methoden, die man eigentlich verdammt. Man hoffte, dass die Betrachter merken, dass man diese Methoden verdammt. Aber es blieb das Problem, dass es missverstanden wurde. 

    Cicero, 06.12.2018: „Denunziationen sind nicht Aufgabe der Bürgergesellschaft“

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Unmut gibt es auch in Deutschland und das nicht zu knapp. Dass es zu Protesten wie in Frankreich kommt, hält Protestforscherin Sabrina Zajak aber für ziemlich unwahrscheinlich. Dafür seien die politischen Strukturen doch zu verschieden und die gesellschaftliche Polarisierung wesentlich geringer. Die Wissenschaftlerin vom Institut für Protest- und Bewegungsforschung  forscht zur Zeit am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung.

    Deutschlandfunk, 05.12.2018: Der Tag – Deutsche Gelbwesten?

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Sabrina Zajak, Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung
     
  • Er  war repräsentativ für alle, die zu der Zeit in Kairo geforscht haben, sagt Jannis Grimm über Giulio Regeni, den er flüchtig kannte. Grimm promoviert an der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies (BGSMCS) der Freien Universität und arbeitet zu Ägypten. Weder sein Auftreten noch seine Forschung über die informelle Gewerkschaftsbewegung in Kairo hätten Regeni laut Grimm zu einem offensichtlichen Ziel gemacht.

    Zenith, 27.11.2018: In Giulios Schatten

    ipb-Forscher Jannis Grimm, Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies
     
  • Einen zentralen Makel von “Aufstehen” sieht der Soziologe in der Gründung von oben: Ginge es wirklich um den Aufbau einer Bewegung, so stünde bereits an deren Vorbereitung und Anfangsstadium der Versuch, vorhandene Gruppen und Organisationen in einen offenen, basisdemokratischen und längeren Diskussionsprozess einzubinden, schreibt er. Stattdessen fehlten der Initiative offenbar Verbindungen zu bereits vorhandenen Bewegungen und Netzwerken. “Aufstehen” sei eher von professioneller PR statt Dialog geprägt. Den Initiatoren, so Rucht, scheint die Eigenlogik sozialer Bewegungen fremd zu sein. Die entstünden nicht per Deklamation.

    Süddeutsche Zeitung, 28.11.2018: Woran es bei “Aufstehen” hakt

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung