Das ipb in den Medien

 
 
  • Entscheidend ist [in der Forschung zu Rechtsextremismus], dass Wissenschaft auf transparent gemachten theoretischen Vorannahmen und gesicherten methodischen Verfahren beruht. Das schließt aber selbstverständlich nicht aus, dass Forschende sich zu den Ergebnissen der Forschung auch entlang ethischer und politischer Maßstäbe beurteilend positionieren.

    Rheinische Post, 28.1.2019: “Die Bevölkerung unterschätzt die rechte Gefahr”

    ipb-Forscher Prof. Dr. Fabian Virchow, Hochschule Düsseldorf
     
  • Offene Proteste gegen die Automobilindustrie als Ganzes haben sich bislang in Grenzen gehalten. Bisher ging es vor allem um symbolkräftige SUVs und kommunale Verkehrspolitik. Das bekommt jetzt mit der größeren Aufmerk­samkeit für Klimapolitik eine andere Dynamik. Für die Automobilmesse IAA sind am 15. September schon die nächsten Proteste angekündigt – ­diesmal von einem größeren Bündnis. Das hat eine neue Qualität.
    die tageszeitung, 15.8.2019: “Eine neue Qualität der Proteste”

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • FFF sah sich mit dem Vorwurf konfrontiert, sie sei von Umweltorganisationen fremdgesteuert. Das konnten wir in unserer Befragung nicht feststellen. Gerade diejenigen, die zum ersten Mal demonstrieren, sind meist nur entweder im schulischen Kontexten aktiv, also in der Schülervertretung, oder in Sportvereinen. Parteien oder Umweltorganisationen haben dagegen für die jungen Demonstrierenden keine große Rolle gespielt.

    Berliner Morgenpost, 09.08.2019: “Berlin spielt für Fridays for Future eine zentrale Rolle”

    ipb-Forscher Moritz Sommer, Freie Universität Berlin
     
  • Wir haben es mit einer Situation zu tun, die nicht vergleichbar ist mit anderen Politikfeldern. Das Gelegenheitsfenster, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen, schliesst sich rasch. Es kann sein, dass die Politik die Anliegen der Klimademonstranten aufnimmt. Doch dann werden jene Stimmen, die jetzt schon lautstark versuchen, die Proteste zu delegitimieren, sie lächerlich zu machen, noch lauter werden.
    Luzerner Zeitung, 6.8.2019: “Sie werden beachtet, doch die Massnahmen sind bisher ausgeblieben”

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Dass die Sterne für den langfristigen Erfolg von Fridays for Future gut stehen, glaubt der Sozialwissenschaftler Sebastian Haunss vom Institut für Protest- und Bewegungsforschung – gerade auch nach dem Kongress. FfF habe sowohl eine lokale als auch eine überregionale Struktur und erhalte viel Unterstützung aus der Öffentlichkeit. Das sei essenziell für jede Bewegung.

    Frankfurter Rundschau, 04.08.2019: „Ihr Erwachsenen verkackt es die ganze Zeit“

    ipb-Forscher Prof. Dr. Sebastian Haunss, SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
     
  • Die Ikonisierung Greta Thunbergs wurde von Medien vorangetrieben. Auch wenn sie wichtig ist, um diejenigen auf die Straße zu bringen, die bisher noch überhaupt nie an einer Politveranstaltung teilgenommen haben.

    Tagesschau, 04.08.2019: Was die jungen Klimakämpfer motiviert

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Sabrina Zajak, Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung
     
  • Das „Zentrum Automobil“ ist ein kleines, aber symbolisch wichtiges Vorzeigeprojekt der radikalen Rechten mit engen Verbindungen zur AfD, der identitären Bewegungen und anderen rechtsradikalen Gruppen. Es ist sowohl hinsichtlich der Ideologie als auch hinsichtlich der dahinterstehenden Netzwerke ganz klar eine rechtsradikale Organisation.

    Handelsblatt, 02.08.2019: Zentrum Automobil – „Eine ganz klar rechtsradikale Organisation“

    ipb-Mitglied Dr. Matthias Quent, IDZ Jena
     
  • Protestforschern zufolge stehen Fridays for Future wichtige Weichenstellungen bevor: Erschöpfe sich die Bewegung im freitäglichen Streikritual, so drohe es “allen Beteiligten langweilig zu werden – den Medien inklusive”, findet der Soziologe Dieter Rucht. Die Bewegung müsse auch jenseits klimapolitischer Fragestellungen Position beziehen, findet er – auch wenn das Konfliktpotential berge. 

    Berliner Morgenpost/dpa, 02.08.2019: Fridays-for-Future-Fest: Mit Wir-Gefühl gegen die Klimakrise

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • „Bisher ging es vor allem darum, Aufmerksamkeit zu generieren“, sagt Teune. „Das ist sehr gut gelungen. In den nächsten Monaten könnte sich der Fokus stärker auf Kampagnen zu einzelnen Zielen richten.“

    FAZ, 31.07.2019: Auf Augenhöhe mit der Kanzlerin

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • “Die Bewegung hat sich auf jeden Fall professionalisiert”, sagt Moritz Sommer vom Berliner Institut für Protest- und Bewegungsforschung, der “Fridays for Future” als “große Erfolgsgeschichte” bezeichnet: “Sie macht clevere Medienarbeit und sieht von außen sehr organisiert aus.”

    SZ, 30.07.2019: Wie “Fridays for Future” sich professionalisiert

     

    ipb-Forscher Moritz Sommer, Freie Universität Berlin
     
  • Wir haben es hier mit jungen Menschen zu tun, die einerseits wütend sind, weil die Politiker nicht liefern, sich nicht um den Klimawandel kümmern und die Erwachsenen das Thema ignorieren in den Augen der Schülerinnen und Schüler. Wir haben andererseits aber Personen, die sehr hoffnungsvoll in die Zukunft blicken und fest daran glauben, dass sie etwas verändern können und Personen, die auch politisch hoch interessiert sind.

    MDR, 26.07.2019: Chemnitzer machen bei internationaler Studie zu “Fridays for Future” mit

    ipb-Forscher Dr. Piotr Kocyba, TU Chemnitz
     
  • Soziologe Moritz Sommer hat nach der Bedeutung von Greta Thunberg für das individuelle Interesse am Klimawandel und für die Bereitschaft, sich an der Demo zu beteiligen, gefragt. Das Ergebnis: 53 Prozent der im März befragten Frauen gaben an, dass sie Greta sehr stark oder stark motiviert habe. Bei den Männern sagten das nur 28 Prozent. Es scheint, dass eine weibliche und junge Repräsentantin wie Greta Thunberg andere junge Frauen empowert, sagt Sommer, vor allem, wenn sie auch auf der Bühne der internationalen Politik, die ja lange als Domäne von Männern galt, derart bestimmt und selbstbewusst auftritt.

    Vice.com, 15.07.2019: Klimaprotest: Warum engagieren sich vor allem junge Frauen?

    ipb-Forscher Moritz Sommer, Freie Universität Berlin
     
  • Meine Analyse von linkem und rechtem Protest seit 1950 zeigt deutlich: Die Protestgewalt insgesamt ist bis in die Neunzigerjahre deutlich gestiegen, hat sich aber ab da von links nach rechts verlagert und ist in den neuen Bundesländern deutlich stärker als in den alten.

    Süddeutsche Zeitung, 15.07.2019: Wenn Proteste in Gewalt umschlagen

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Erfolg bedeutet nicht immer dasselbe. Der Protest kann klein sein und eine einzelne konkrete Maßnahme wollen, zum Beispiel die Verhinderung des neuen Bahnhofs. Dann gelten dafür ganz andere Bedingungen, als wenn es um große gesellschaftliche Veränderungen zum Beispiel im Umgang mit dem Klima geht.

    Süddeutsche Zeitung, 05.07.2019: “Sie sind ungeschützt und haben ein ernsthaftes Anliegen”

    ipb-Forscher Prof. Dr. Sebastian Haunss, SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
     
  • Radikalisieren sich die Schüler*innen jetzt also? Moritz Sommer vom Berliner Institut für Protest- und Bewegungsforschung, der FfF insgesamt als große Erfolgsgeschichte bezeichnet, sieht das nicht so. Aktuell bestehe durch den engen Kontakt zu „Ende Gelände“ eher eine Möglichkeit für Weiterentwicklung: Viele haben sich mit Fridays for Future zum ersten Mal der Klimabewegung angeschlossen. Für sie ist es wichtig, sich neue Protestformen anschauen und sie ausprobieren zu können. Für Ende Juli ist ein FfF-Sommerkongress in Dortmund geplant, da werde sicher diskutiert, welche Aktionsformen noch in Frage kämen

    Jetzt.de, 24.06.2019: Wie geht es weiter mit „Fridays for Future“?

    ipb-Forscher Moritz Sommer, Freie Universität Berlin
     
  • „Proteste in den 50er Jahren galten vor allem in der herrschenden dominanten Wahrnehmung als Proteste von Querteibern, Querulanten oder Proteste gesteuert von Moskau. Heute ist das Bild anders geworden, es ist aber immer noch ein gemischtes Bild wohl gemerkt. Wenn man sieht, welchen Rückhalt Fridays for Future heute genießt, auch ein Wohlwollen in der Berichterstattung bei den Medien, die Wissenschaftler, die sich anschließen, die Verbände, einzelne Unternehmer, die alles das beklatschen.“

    Deutschlandfunk, 20.06.2019: Protestieren ist anerkannter

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Das ist die Generation NSU. Da kommt, nach allem, was man weiß, auch Stephan E. her. Sie haben die Erfahrung von Rostock-Lichtenhagen und der Einschränkung des Asylrechts gemacht, dieses: Mit Gewalt kann man erfolgreich Politik machen. Wir haben heute eine ganz ähnliche Situation: Wir haben Einschränkungen im Asylrecht, die mit Gewalt, mit Straßenprotesten hervorgerufen oder zumindest begleitet wurden. Wir haben in den 1990er gesehen, dass zumindest die Massengewalt sich auf zwei oder drei Jahre beschränkt hat, dass sich die radikalisierten und terroristischen Strukturen danach aber weiterentwickelt haben. Und es ist zu befürchten, dass das wieder passiert.

    die tageszeitung, 19.6.2019: Rechtsextremismusexperte über Mordfall

    ipb-Forscher Dr. Matthias Quent, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena
     
  • Die Zukunft sieht Geißel so: “Erst mal wieder immer mehr und neue Parteien geben. Die Parteien werden sich spalten, sie werden wachsen und sterben. Wir werden eine ganz andere Parteienlandschaft sehen – das zeichnet sich ja auch schon ab.” Sie spreche sich für neue Modelle und Kombinationen aus – wie direktdemokratische oder bürgerorientierte Konzepte. Es werde weiterhin Wahlen, Parteien und Parlamente geben, so Geißel: “Aber daneben mehr Volksentscheide, mehr Bürgerversammlung oder sogar ein ‘Nebenparlament’ aus zufällig ausgewählten Bürgern, das beratend tätig ist.”

    RBB, 17.06.2019: Politologin: “Brauchen neue Parteienkonzepte”

    ipb-Forscherin Prof. Dr. Brigitte Geißel, Goethe-Universität Frankfurt a.M.
     
  • Der Sozialforscher Nils Schuhmacher von der Uni Hamburg hat dazu auf Anfrage von WELT eine klare Meinung: „Wenn das Bedürfnis besteht, im Zusammenhang einer solchen Veranstaltung Kritik an Antifa-Gruppen zu üben, hätte mindestens berücksichtigt werden müssen, dass Antifaschismus gerade nicht gesellschaftlicher Konsens ist; dass es nicht das eine Verständnis von Antifaschismus gibt; dass es auch die Antifa in ideologischer und organisatorischer Form nicht als homogene Einheit gibt“.

    WELT, 14.06.2019: Als der Kultursenator in der KZ-Gedenkstätte die Antifa kritisierte

    ipb-Forscher Dr. Nils Schuhmacher, Universität Hamburg
     
  • Moritz Sommer vom Institut für Protest-und Bewegungsforschung in Berlin berichtet unserer Redaktion, wie “Fridays for Future” die jetzigen Ausmaßen erreichen konnte und was die Proteste mit den Demonstranten selbst macht. Einen Nährboden habe es bereits vor dem ersten Streik gegeben. Der Streit um den Hambacher Forst habe junge Leute bewegt. Es brauchte nur noch einen Zünder: und das war Greta Thunberg. Die Demonstranten seien keine “Nein-Sager”, sie stellen sich nicht gegen etwas, sondern fordern die Einhaltung des bestehenden Versprechen – das Pariser Abkommen. Wichtig sei auch, dass die Bewegung ein Gesicht hat. Regelmäßige und stets präsente Aktionen seien aber ohne eine gute Organisation nicht möglich. Tatsächlich ist “Fridays for Future” längst mehr als ein Schülerstreik, es ist ein starkes Netzwerk mit effektiven Strukturen.

    Neue Osnabrücker Zeitung, 10.06.2019: Warum “Fridays for Future” den Grünen auch schaden könnte

    ipb-Forscher Moritz Sommer, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • “Man kann heute auf dem Klo sitzen und dabei via Twitter Kontakt zum Wirtschaftsminister aufnehmen, und wenn man gut formuliert, bekommt man vielleicht sogar eine Antwort, bevor man sich die Hände gewaschen hat”, so Teune. Wenn solche extrem individualisierten Handlungen durch Massierung eine Wucht bekommen, könnten sie auch in die politische Sphäre hinein wirken.

    Deutschlandfunk, 09.06.2019: Mit Greta Thunberg das Möglichkeitsfenster nutzen

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • CDU und SPD, die früheren Volksparteien, wanken aber doch mächtig. Die jungen
    Wähler flüchten. Was haben die nicht mitbekommen?

    Vor allem, dass die bisherige Form von Partei nicht mehr attraktiv ist. Ochsentour? Vereinsmeierei? Der Apparat, in dem man sich hochdienen muss? Das wollen die Jungen alles nicht mehr. Wir haben die Fridays-for- Future-Demonstranten befragt. 40 Prozent identifizieren sich mit gar keiner Partei. Da haben die Volksparteien etwas versäumt. 

    Stern, 06.06.2019: „Die zerstören nicht, sie stören”

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Die Jugendlichen treffen einen gesellschaftlichen Nerv, sagt Simon Teune […]. Die Bewegung werde auch von ihrer großen Medienpräsenz und der Unterstützung durch bestehende Netzwerke der Umweltverbände getragen […]. Bereits vor der »Fridays for Future«-Bewegung habe das Thema Eingang in die gesellschaftliche Debatte gefunden. Den Kindern und Jugendlichen wird mittlerweile mit einer hohen Akzeptanz für ihre Forderungen begegnet«.
    Jungle World, 30.5.2019: Heiße Luft in Lulu

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Die Volksparteien haben in ganz Europa massiv an Stimmen eingebüßt. Überrascht Sie der Ausgang der Europawahl?

    Großartig überrascht war ich zunächst nicht. Der Trend weg von den großen Volksparteien – gerade auch in Deutschland – ist nun schon seit einiger Zeit virulent. Und die Zeit war reif für die Grünen, Umweltbewegungen wie “Fridays for Future” haben sicher ihren Anteil daran. In Deutschland haben die etablierten Parteien, insbesondere die Unionsparteien und die FDP, nicht gut auf die Jugendlichen reagiert. Das wurde als Schulschwänzen abgetan oder man sprach den Aktivisten die Kompetenz ab, sich zu Umweltfragen zu äußern – wie das FDP-Chef Christian Lindner getan hat. Das war unglücklich.

    SZ, 27.05.2019: “Ein großes Beben”

    ipb-Forscher Prof. Dr. Swen Hutter, Freie Universität Berlin
     
  • Thunberg, Neubauer, Mayer und ihre vielen Mitstreiterinnen aus aller Welt: Die Protagonistinnen der „Fridays for Future“-Bewegung sind alle jung und alle weiblich. Auch bei den freitäglichen Schülerstreiks stellen junge Frauen mit 57,6 Prozent die Mehrheit, wie eine Untersuchung des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) ergab. 41,8 Prozent der Demonstranten waren demnach Männer, 0,6 Prozent wollten sich keinem Geschlecht zuordnen. Die Zahl ist insofern bemerkenswert, als dass politischer Protest oft männlich dominiert ist.

    Welt.de, 25.05.2019: Die jungen Frauen und der Protest

     

    ipb-Studie zu F4F, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Nicht erst seit Dezember 1989, als jenes Flugblatt von der Besetzung der Dortustraße 65 kündete, lebten Menschen in inoffiziellen Wohnungen in Potsdams Innenstadt. „Die tatsächlichen Ausmaße der illegalen Bezüge sind für Potsdam nicht verlässlich quantifizierbar, aber in vielen von Altbauten geprägten Stadtteilen nachweisbar“, schreibt Warnecke in Bezug auf die 1980er-Jahre.

    Potsdamer Neueste Nachrichten, 25.05.2019: Die Geschichte der Potsdamer Hausbesetzer

    ipb-Mitglied Dr. Jakob Warnecke,
     
  • Die ‘Fridays for Future’-Bewegung hat mit ihrem Thema schon einmal einen Startvorteil“, sagt Sebastian Haunss, Forscher am Institut für Protest- und Bewegungsforschung. “Es gibt einen sehr großen gesellschaftlichen Konsens darüber, dass in Sachen Klimaschutz was getan werden muss.”

    tagesschau.de, 17.05.2019: Was die Bewegung so erfolgreich macht

    ipb-Forscher Prof. Dr. Sebastian Haunss, SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
     
  • Swen Hutter warnt jedoch vor falschen Hoffnungen. Er vergleicht diese europäischen Bewegungen mit sozialen Bewegungen in den 1970er und 80er Jahren: Auch Themen wie Umwelt und die Frauenbewegung haben Hutter zufolge länger gebraucht, bis sie beispielsweise über Grüne Parteien in Europa ankamen.

    Deutschlandfunk, 14.05.2019: Die Macht der Vereine und Bewegungen

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Swen Hutter, Freie Universität Berlin
     
  • Für die Politik ist es schwierig, sich nicht mit zivilem Ungehorsam auseinanderzusetzen. Protest, der Grenzen überschreitet, aber nicht auf Eskalation mit der Polizei angelegt ist, kann man nicht ohne Weiteres klein oder schlecht reden. Die Vergangenheit anderer Bewegungen habe demnach gezeigt, dass ziviler Ungehorsam ein wesentliches Mittel ist, um Aufmerksamkeit zu generieren, die Dringlichkeit eines gesellschaftlichen Problems und die Entschlossenheit der Menschen deutlich zu machen, sagt Teune.

    Focus Online, 3.5.2019: Radikale Klimabewegung gewinnt an Zuspruch

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Was bringt es im digitalen Zeitalter noch, zum Demonstrieren auf die Straße zu gehen?

    Sich zu versammeln ist ein Kernelement von Protest. Demonstrationen können die Gesellschaft besonders prägen. Je mehr Menschen dabei sind, desto relevanter wirkt das Thema und desto größer ist der Druck auf die Politik. Das sehen wir bei Fridays for Future: Die vielen Schüler auf der Straße setzen ein Signal.

    SZ, 03.05.2019: “Die Versammlungsfreiheit ist ein Kern-Grundrecht”

    ipb-Forscherin Prof. Dr. Sabrina Zajak, Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung
     
  • Der Rechtsprofessor hinterfragt auch die zweite Funktion der Kameras: Die Aufnahmen sollen im Fall einer möglichen späteren Strafverfolgung genutzt werden, wenn Polizisten beleidigt oder angegriffen wurden. Arzt befürchtet, dass Polizisten – wie er es ausdrückt – auf Verdacht filmen könnten, um etwaige Rechtsverstöße später zu ahnden: „Sie tun das, was wir Juristen Verfolgungsvorsorge nennen. Das heißt, eigentlich handeln sie schon repressiv polizeilich. Also vorbeugend, falls der Bürger eine Straftat besteht, habe ich schon die Beweise.“

    Deutschlandfunk Kultur, 29.04.2019: Warum der Einsatz von Bodycams umstritten ist

    ipb-Forscher Prof. Dr. Clemens Arzt, Hochschule für Wirtschaft und Recht
     
  • Wieso kommen so wenige – so kurz vor der Schicksalswahl? Für den Protest- und Bewegungsforscher Dieter Rucht ist das keine Überraschung. „Die Brexit-Abstimmung und die Wahl von Trump waren damals konkrete Anlässe. Mittlerweile haben sich die Menschen daran gewöhnt.“ Vor allem Jüngere würden über soziale Medien mit vielen verschiedenen Problemen konfrontiert. „Sie springen dann auf das medial packendste Thema auf“, sagt Rucht.

    Der Tagesspiegel, 28.04.2019: Gehen Europa die Fans aus? Warum bei „Pulse of Europe“ nichts mehr los ist

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Kritik auch an Gendertheorien sei wichtig und willkommen, doch müsse sie auf ernsthafter inhaltlicher Auseinandersetzung beruhen, sagt Ilse Lenz, emeritierte Hochschullehrerin für Soziologie an der Universität Bochum. Die langjährige Geschlechterforscherin, die ein Standardwerk zur Geschichte des Feminismus vorgelegt hat, wundert sich über »Hassprediger«, die eigenmächtig festlegen wollen, »was unwissenschaftlich sein soll«.

    Neues  Deutschland, 13.04.2019: Die «Manndatsträger»

     

    ipb- Mitglied Prof. Dr. Ilse Lenz, Ruhr-Universität Bochum
     
  • “Im angestrebten Volksentscheid zur Vergesellschaftung der Berliner Bestände großer Immobilienkonzerne kulminieren die Forderungen und Erfahrungen aus über zehn Jahren Mieter*innenbewegung. Trotz einiger Zugeständnissen der Stadt Berlin – statt Wohnungen zu privatisieren wird das öffentliche Segment wieder ausgebaut – hat der Protest die Mietpreisdynamik bislang nicht stoppen können.”

    Der Freitag, 08.04.2019: Die Macht der Bewegung

    ipb-Mitglied Dr. Lisa Vollmer, Bauhaus-Universität Weimar
     
  • Dieter Rucht vom Berliner Institut für Protest- und Bewegungsforschung (IPB) erkennt eine doppelte Bedeutung der 16-Jährigen für Fridays for Future: “Der Nährboden war da. Unter den jungen Menschen gab es schon länger eine große Affinität zu Umweltthemen. Thunberg hat gewissermaßen die Saat ausgebracht.” Sie ist eine Orientierungsgröße, eine Identifikationsfigur. In einer nicht repräsentativen Umfrage des IPB gaben immerhin 40 Prozent der Teilnehmer an, dass Thunberg ihr Interesse am Thema Klimawandel befördert hätte.

    Zeit Online, 29.03.2019: Bei ihr sieht es einfach aus

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • „Die Frauen waren völlig rechtlos, sowohl in der Familie, als auch im Beruf, viele Berufe waren verschlossen, sie hatten kein Wahlrecht, sie konnten nicht in die Universitäten, weil die alten Philosophen haben ja alle noch gesagt: Das geht gar nicht, viel zu kleines Gehirn, viel zu emotional, das war damals die vorherrschende konservative Meinung.“

    Deutschlandfunk, 29.03.2019: Kalenderblatt – Als der Bund Deutscher Frauenvereine gegründet wurde

    ipb-Mitglied Dr. Gisela Notz,
     
  • „Aufenthaltsgebot ist im deutschen Polizeirecht eine komplett neue Maßnahme. Was wir bisher kennen sind Aufenthaltsverbote. Das heißt, vor allem im Drogenbereich hat man das eingesetzt, teilweise auch gegen Fußballfans, Hooligans. Teilweise auch im Versammlungsvorfeld, dass man jemandem sagt, du darfst für eine bestimmte Zeit die und die Gegend von Berlin oder des Bundeslandes nicht betreten. Und in Zukunft kann die Polizei Menschen aufgeben, dass sie sich aus einem bestimmten Bereich oder einem bestimmten Ort nicht wegbewegen dürfen.“

    Deutschlandfunk, 27.03.2019: Mehr Befugnisse, mehr Sicherheit?

    ipb-Forscher Prof. Dr. Clemens Arzt, Hochschule für Wirtschaft und Recht
     
  • Die regelmäßig freitags stattfindenden Demonstrationen für mehr Klimaschutz sind – zumindest in Deutschland  – vor allem ein Protest der gut gebildeten Mittelschichtkinder. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind jung, überwiegend weiblich und politisch meist sehr gut informiert. Fragt man sie nach dem Grund ihres Engagements, sagen fast alle, es gehe ihnen um die Zukunft. Das besagt eine Studie, die das Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) am Dienstag vorgestellt hat. 

    Zeit Online, 26.03.2019: Der Protest organisiert sich selbst

    ipb-Befragungsteam, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Betz hat herausgefunden, dass bei Tanzdemos das gesamte Spektrum vertreten ist: von solchen, die kommen, weil sie mit Freunden feiern wollen, über diejenigen, die ihre politische Haltung zeigen wollen und sich auf gewöhnlichen Demos nicht wohlfühlen, bis hin zu denen, für die die politischen Ziele im Vordergrund stehen. „Und dann gibt es noch die, die sich während der Demo politisieren“, sagt Betz.

    Zitty, 26.03.2019: Raven für die Revolution

    ipb-Forscher Dr. Gregor Betz, TU Dortmund
     
  • Der Regierung und den Unternehmen trauen sie nicht so viel zu, den Wissenschaftlern umso mehr. Sie sind der Ansicht: Der Lebensstil jedes einzelnen spielt eine wichtige Rolle beim Klimaschutz. Und sie fangen bei sich selber an. Sabrina Zajak, Vorstandsvorsitzende des Protest- und Bewegungsforschungsinstituts Berlin: „Kaufen Sie anders ein? Ja. Reduzieren Sie ihren Energieverbrauch? Ja. Reduzieren Sie Konsum insgesamt? Ja. “

    Deutschlandfunk Kultur, 26.03.2019: Weiblich, links, umweltbewusst

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Sabrina Zajak, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Die Behauptung des „Volkstods“ und „Genozids an den Weißen“ gehört schon sehr lange zum ideologischen Fundament der radikalen Rechten in aller Welt. Gerede vom „Bevölkerungsaustausch“ oder „Umvolkung“ ist nicht bloß eine Verschwörungstheorie oder populistisches Gewäsch von wenigen rechten Wirrköpfen. Es ist der Kern der globalen Erneuerung der rassistischen Ideologie.

    Tagesspiegel, 24.3.2019: Die Eiskälte der völkischen Ideologie

    ipb-Forscher Dr. Matthias Quent, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena
     
  • Die Äußerung Lindners zeigt, dass die Schüler die richtige Protestform gefunden haben, sagt der Protestforscher Simon Teune. Er ist an diesem Freitag bei der Berliner Demonstration, um sie zu ihren Beweggründen zu befragen. Der Schulstreik ist es, der eine Reibungsfläche erzeugt – gerade weil die Haltungen in der Klimafrage so nah beieinander scheinen. Der Streik aber unterbricht das allgemeine ,business as usual‘. Anliegen der Schüler sei es, den Leuten bewusst zu machen, dass der Alltag radikal unterbrochen werden müsse, um das Klimaziel einzuhalten. Deshalb fänden die Demonstrationen weltweit auch in über 100 Ländern und zig Städten pro Land statt: nicht irgendwo, sondern vor der eigenen Haustür müsse sich etwas ändern.

    Der Freitag, 22.3.2019: Kein Fleisch für niemand

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Die Bemühung um Protestmobilisierung, von unten oder von oben, wie im Fall von Aufstehen, führt also nur selten zu langfristigen, weit sichtbaren Bewegungen. Doch darin eine besondere Schwäche der deutschen Linken zu sehen, ist falsch.

    Zeit Online, 21.03.2019: Nur noch kurz die Welt retten

    ipb-Forscher PD Dr. Jochen Roose, Konrad-Adenauer-Stiftung
     
  • In vielen westlichen Städten ist es tatsächlich so, dass öffentliche Räume Zugriffskontrollen unterworfen werden oder der Zugang dazu nicht gleich verteilt ist. Man kann beobachten, dass die Zugangsrestriktionen zu öffentlichen Räumen vor allem für Menschen gelten, die ohnehin marginalisiert sind. Menschen mit kleineren Einkommen, die vielleicht in beengten Wohnungen leben und den öffentlichen Raum brauchen, Jugendliche, die draußen im öffentlichen Raum wichtige gesellschaftliche Selbstfindungsprozesse durchlaufen. Für diese Gruppen wird der öffentliche Raum stärker reglementiert – manchmal auch verschlossen.

    Frankfurter Rundschau, 21.03.2019: „Orte ohne Konsumzwang verschwinden“

    ipb-Mitglied Dr. Daniel Mullis, Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung
     
  • Die US-amerikanische Alt-Right setzte mit ihrem ausgerufenen ‚Meme-Krieg‘ neue Standards. Sie definierte durch diese Form des digitalen Aktivismus weiße Überlegenheitsvorstellungen neu und machte rechtsextremen Aktivismus attraktiv für Gamer-Kulturen und Männerrechtsaktivisten. 

    Der Freitag, 19.03.2019: Christchurch als bitterböses Meme

    ipf-Forscher Maik Fielitz, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik
     
  • Das Risiko für rechten Terror ist im Grunde permanent sehr groß, denn wir haben alle Zutaten. Wir haben eine gesellschaftliche Polarisierung, wir haben eine Diskussion, in der die Kernthemen der radikalen Rechten, nämlich antimuslimischer Rassismus beispielsweise sehr hoch auf der öffentlichen Agenda stehen. Wir haben feste rechtsextreme Strukturen, die verankert sind, die vernetzt sind, die hoch professionell auch sind.

    Deutschlandfunk, 18.3.2019: „Wir haben feste rechtsextreme Strukturen“

    ipb-Forscher Dr. Matthias Quent, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena
     
  • Protest ist das, was wir an der Oberfläche sehen können, aber die Leute, die protestieren gehen als andere Menschen nach Hause. Sie nehmen die Energie mit und wandeln ihr Engagement in andere Formen um.

    Deutschlandfunk Nova, 16.3.2019: Fridays for Future: Schülerdemo trifft auf Politik

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Die Demos der Schüler*innen sind ein weiterer Faktor, um den Handlungsdruck auf die politisch Verantwortlichen zu erhöhen. Der Erfolg der Proteste liege vor allem in der breiten und insgesamt unterstützenden Medienresonanz. [Dieter Rucht] sagt, der Medienrückhalt würde die Schüler*innen beflügeln. Außerdem essenziell: der Schulstreik. Es ist wichtig für Jugendliche, sich an Autoritäten zu reiben, sagt Rucht. Durch das Verpassen des Unterrichts entstünden Konflikte und Debatten in den Schulen – das sei wichtig, da Reiz und Reibungsfläche sonst fehlen würden.

    Zitty, 12.3.2019: Wir sind Greta – Klimakampf statt Klassenzimmer

     

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Heute hat sich vielleicht gezeigt: Das war eine Massendemonstration, wie wir sie als Frauendemonstration wirklich seit 1911 nicht mehr hatten. Das war vielleicht auch dem geschuldet, dass der Tag eben Feiertag war. Es war ein guter Auftakt, daraus wirklich was zu machen. Für mich ist wichtig: Hauptsache, es bleibt ein Frauenkampftag.

    Deutschlandfunk Kultur, 09.03.2019:„Hauptsache, es bleibt ein Frauenkampftag“

    ipb-Mitglied Dr. Gisela Notz,
     
  • Solche Figuren [wie Greta Thunberg] sind aus zwei Gründen wichtig: zum einen weil Medien eine große Rolle spielen, wenn es darum geht, wie über Proteste geredet wird und so ein Gesicht zu einer Forderung, da kann man den Hintergrund einer Protestbewegung erzählen. Das andere ist, dass so eine Figur auch zur Projektionsfläche wird für die Leute, die Veränderung wollen. Das funktioniert aber nur da, wo vorher schon ein Potenzial ist. Das heißt, einzelne Personen schaffen keine Protestbewegungen.

    Deutschlandfunk Nova, 1.3.2019: Bewegungen brauchen keine Anführerin

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
 
 

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