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Das ipb in den Medien

 
 
  • Auch das Wiederaufleben von Kiezversammlungen ist für ihn so ein Signal. »Das sind Momente, wo ganz viel passieren kann, weil sich Menschen begegnen, die sonst weniger miteinander zu tun haben«, sagt Scheller. »Die Mietenbewegung gewinnt gerade an Kraft, weil sich verschiedene Stadtteilgruppen und autonome Aktivist*innen verstärkt zusammenschließen«, erklärt die Politologin Jenny Künkel, die ebenfalls ipb-Mitglied ist. Das breite Spektrum der Aktivisten – von linksradikal bis bürgerlich – bedroht aus David Schellers Sicht den Zusammenhalt der Mieterbewegung nicht, denn es sei eher ein Netzwerk als ein Bündnis.

    Neues Deutschland, 18.04.2018: Eine starke Mitte-links-Bewegung

    ipb-ForscherInnen Jenny Künkel und David Scheller, Goethe-Universität Frankfurt am Main / Fachhochschule Potsdam
     
  • The 2016 island protests have shown that potential challenges for Sissi’s rule not only stem from mass uprisings with hundreds of thousands of participants. As scholars have highlighted in the wake of the 2011 uprisings, there is significant power in “the subversion of the very images that the rulers have tried to project as evidence and instrument of their dominion.” The Tiran and Sanafir island controversy undermined the regime’s nationalist image. Egyptian authorities had seriously underestimated the emotional bond between the Egyptian people and their homeland, strengthened through fights against colonialism and military and diplomatic battles over Sinai with Israel.

    The Washington Post, 15.04.2018: Two years ago nationalism sparked massive protests in Egypt. Could it happen again?

    ipb-Forscher Jannis Grimm, Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies
     
  • Protestforscher sprechen sogar von einer Konjunktur des Marsches. Er funktioniere oft besser als eine klassische Demo. Das sagt auch Leslie Gauditz vom Institut für Protest- und Bewegungsforschung: “[Der „Marsch für Bewegungsfreiheit“] ist im Prinzip eine Gegentaktik gegen klassische politische Märsche, die vielleicht sogar bedrohlich wirken können. Es geht eigentlich darum zu zeigen, man ist friedliebend, man ist freundlich. Was sich als Taktik abzeichnet, ist der Versuch einer Umdeutung”

    mephisto 97.6, 13.04.2018: Zirkus ohne Grenzen

    ipb-Forscherin Leslie Gauditz, Socium, Universität Bremen
     
  • “As the management academic Fabian Frenzel shows in his thought-provoking book Slumming It, some observers have labelled these initiatives [of voluntary work] as mere “voluntourism”, and argued that they exist because NGOs have stepped in where governments have failed to act.

    Financial Times, 11.04.2018: What I learnt as a ‘voluntourist’

    ipb-Forscher Dr. Fabian Frenzel, University of Leicester
     
  • „Der Eindruck, dass es heute keinen oder kaum Protest gegen diese Missstände gibt, täuscht. Unsere Untersuchungen am Institut für Protest- und Bewegungsforschung etwa zeigen, dass Protestereignisse über die letzten Jahrzehnte eher zu- als abnehmen.“

    Süddeutsche Zeitung, 10.04.2018: Rührt Euch (in der Printversion erschienen am 11.04.2018 unter dem Titel “Informelle Gruppen spielen eine wichtigere Rolle”)

    ipb-Forscherin Dr. Priska Daphi, Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt am Main
     
  • Die  SWR2-Themenwoche „Die 68er“ beginnt mit einem Streifzug durch die Protestformen der Zivilgesellschaft bis heute. Was sie über die Protestierenden und deren Gegenspieler aussagen und wie sich Protest heute auf der Straße und im Netz aufbaut und auflöst, erklärt Dieter Rucht, Soziologe und Zeitzeuge. […]“Protest hat historische Errungenschaften erbracht, die wir heute für selbstverständlich erachten; der 8-Stunden-Tag, die Sozialgesetzgebung,  bürgerliche Freiheiten, Abwesenheit von Zensur, Frauenwahlrecht… All diese Errungenschaften wurden durch Proteste erkämpft und nicht einfach ‘von oben’ gewährt”

    SWR2 Tandem, 09.04.2018: Protestformen in der Zivilgesellschaft. Der Soziologe Dieter Rucht über Widerstand gestern und heute

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Auch Wissenschaftler hatten auf die Mitverantwortung der Polizei an der Eskalation während des G20-Gipfels hingewiesen. “In der Protestwoche hat sich eine Gewaltspirale ereignet, an der verschiedene Akteure mitgedreht haben – gerade der Polizei muss man eine Teilverantwortung an dieser Zuspitzung geben“, sagte der Protestforscher Peter Ullrich dem »nd« in einer früheren Auswertung der Gipfeltage. “Viele Fälle von eindeutig unverhältnismäßigen Angriffen auf Demonstrierende, zufällige Menschenansammlungen und Journalisten sind dokumentiert – es ist eine unendlich lange Liste.”

    Neues Deutschland, 09.04.2018: Hamburgs Innensenator und Polizei verteidigen G20-Einsatz

    ipb-Forscher Dr. Dr. Peter Ullrich, TU Berlin
     
  • Sogenannte “Latschdemos” wie die traditionellen Ostermärsche wirkten inzwischen “ein bisschen angestaubt“, sagt der Bewegungsforscher Dieter Rucht vom Wissenschaftszentrum Berlin. “Viele der jungen Leute, die wollen sich selbst auch irgendwie betätigen, die wollen das Gesicht bunt bemalen, die wollen auch ein Stück feiern.” Oder sie organisieren Protest im Internet: “Man sitzt zuhause, ein Mausklick – und dann hat man was für das Gewissen getan.” Inwieweit dieser “Klicktivismus” traditionelle Protestformen ersetzen kann, ist Rucht zufolge allerdings umstritten: “Es gibt durchaus Diskussionen, auch unter den Organisatoren, unter den Aktivisten, dass dieser Klicktivismus im Grunde schädigend ist.”

    Deutschlandfunk Kultur, 03.04.2018: Ein Mausklick für das gute Gewissen

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Der Soziologe Dieter Rucht vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung spürt dennoch einen “diffusen Unmut“. “Vor allem die Jüngeren sind unzufrieden mit dem jetzigen Klein-Klein der Politik. Es fehlen ihnen die Visionen.” Er möchte nicht mit einem hoffnungslosen Idealisten verwechselt werden, hält es aber sehr wohl für denkbar, dass die Mobilisierung wieder stärker wird. Mit Blick auf die jüngsten Großdemonstrationen in den USA sieht er die Möglichkeit, dass sich der Unmut zu einem grundsätzlichen politischen Engagement verstärkt. Ruchts frohe Osterbotschaft: “Das Potenzial wächst.”

    Süddeutsche Zeitung, 31.03.2018: Ostermarsch im Gänseschritt

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Natürlich ist niemand gegen Frieden. Aber wenn man genauer hinschaut, kommt man schnell in die Bredouille, sich in komplizierten Konflikten positionieren zu müssen. Die erste Generation, die die Ostermärsche organisierte, hatte selbst noch Kriegserfahrung, da war die Parole „Nie wieder Krieg!“. In den 1980er Jahren stand im Kalten Krieg nicht weniger als die Auslöschung der Menschheit auf der Tagesordnung. Da war es leichter, Stellung zu beziehen. Heute ist die Konfliktlage viel diffuser. Wenn man zum Beispiel sagt: „Kein Krieg gegen Russland“, läuft man Gefahr, die russische Außenpolitik reinzuwaschen.

    die tageszeitung, 31.3.2018: “Friedenspolitik hat ihre Unschuld verloren”

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Ein wichtiger Punkt ist, dass Jugendliche moralisch sensibel sind. Über die Kluft zwischen dem, was da offiziell an hehren Werten verkündet wird, und dem, was real passiert, können sie sich sehr empören. Erwachsene sind da abgebrühter. Sie haben in der Tendenz schon fast ein zynisches Verhältnis zur Politik.

    ntv.de, 28.3.2018: “Die Jungen sind moralisch sensibler”

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Märsche hätten im Vergleich zu ortsfesten Demonstrationen ein besonderes Aktivierungspotenzial, sagt Protestforscher Haunss: “Sie haben ein starkes Mobilisierungselement, weil sie auf ein Ereignis hin fokussieren.” Es gebe eben diesen einen Marsch, bei dem man mitmachen kann – und er hat einen definierten Anfang und ein Ende. […]

    Während in den USA der Begriff “March” seit jeher tendenziell positiv besetzt ist, weil sie mit den Bürgerrechtsbewegungen der 60er- und 70er-Jahre verbunden werden, ist die Bewertung in Deutschland weniger einfach. Simon Teune, Forscher am Institut für Protest- und Bewegungsforschung, sagt, in Deutschland würden Märsche eher als “Auf-Märsche” von rechten Gruppierungen gesehen. Protestforscher Haunss von der Universität Bremen verweist dagegen auf die Ostermärsche – die seien klassischerweise links motiviert.

    Deutschlandfunk Nova, 26.03.2018:  Marsch ist die neue Demo

    ipb-Forscher PD Dr. Sebastian Haunss, Socium, Universität Bremen
     
  • Während andere Wissenschaftler in Archiven geforscht haben, hat der Politologe seine Beobachtungen vor Ort gemacht. Im Gespräch mit dem Greenpeace Magazin schildert Hertle seine Erinnerungen an die Proteste: „In der Friedensbewegung waren Kriegsdienstverweigerer, Lehrlinge und Studenten, aber auch Menschen, die auch schon den Ersten Weltkrieg erlebt hatten und dann nach den Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg gesagt haben: Jetzt ist Schluss!

    Greenpeace Magazin, 23.08.2018: Kommunisten, Christen und Hippies vereint – im Kampf gegen Atomwaffen

    ipb-Mitglied Wolfgang Hertle,
     
  • Die AfD hat ja auch viele Proteste mit organisiert und hat lange so getan, als hätte sie mit Pegida nichts zu tun – aber inhaltlich gab es da nie eine Trennungslinie zwischen den beiden. Es kann gut sein, dass viele Leute, die in dieser Welle auf die Straße gegangen sind, auch sagen: Wir haben jetzt die AfD gewählt, die übernimmt ab jetzt, und ich muss jetzt gar nicht mehr auf die Straße gehen.

    Deutschlandfunk Kultur, 21.3.2018: Hauptsache irgendwie bewegt?

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, TU Berlin
     
  • [Die] Erfolge der sozialen Bewegungen zeigen auch, wie geschmeidig und anpassungsfähig unser Politik- und Wirtschaftssystem ist. Protest werde teilweise assimiliert und dadurch ungefährlich, so Dieter Rucht. Wenn Protest bestimmte Fehlentwicklungen innerhalb einer Gesellschaft benennt, kann die Politik diese korrigieren. Daraus gehe das Gesamtsystem gestärkt hervor.

    Greenpeace Magazin, 16.3.2018: Protest wirkt als Frühwarnsystem unserer Gesellschaft

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Vielleicht finden die Studierenden und die Dienstleister in Zukunft wieder in Gewerkschaften zusammen. Viele Studierende, zum Beispiel Leute von der Occupy-Bewegung, gehen wieder in die Gewerkschaften und modernisieren sie von innen. Ich sage nicht, dass wir an der Schwelle zu einer neuen sozialen Bewegung stehen, aber die Menschen sind offener für Diskussionen. Schauen Sie nach Grossbritannien: Dort konnte ein alter, authentischer Linker wie Jeremy Corbyn die Jungen für die Labour Party mobilisieren.

    Tageswoche, 14.3.2018: «Ich bin Soziologe – aber auch Sozialist»: Oliver Nachtwey tritt Nachfolge von Ueli Mäder an

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Oliver Nachtwey, Universität Basel
     
  • Ich bin total froh, dass der Begriff Frauenkampftag seit einigen Jahren wieder genutzt wird und die Frauen ihren Protest gegen die Ungerechtigkeit auf die Straße tragen. Denn der Rechtsruck in der Gesellschaft ist nicht nur in der AfD zu finden, sondern auch bei den selbsternannten “Lebensschützern” und anderen konservativen Kreisen. Dass dieser Protest auf die Straße getragen wird, ist sehr wichtig.

    ZDF heute, 08.03.2018: Kampf um Gleichstellung“Es gibt noch viel zu tun”

    Dr. Gisela Notz, ipb
     
  • Es hat [mit den Protesten gegen die Startbahn West] Lernprozesse gegeben. Die Polizei konzentriert sich heute viel stärker auf die Kommunikation mit Demonstranten. Sie sieht es stärker als ihre Aufgabe an, Bürgern ihr Demonstrationsrecht zu ermöglichen. In den 1970er Jahren hieß es bei Konflikten schneller „Knüppel raus“. Auch Verwaltungen haben dazu gelernt. Infrastrukturprojekte werden heute anders geplant. Ohne Beteiligungsprozesse sind sie nur schwer zu vermitteln. […] Die Einstellung zu militantem Protest [unter Protestierenden] hat sich verändert. Nach den Schüssen an der Startbahn und den Anschlägen der RAF wurden Attacken auf Polizisten vielfach diskutiert und in der Folge breit abgelehnt.

    Frankfurter Neue Presse, 28.2.2018: Darum ist der Startbahn-West-Protest eskaliert

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, TU Berlin
     
  • In previous elections, we didn’t see the disintegration of the centre-left we are seeing now, Della Porta continues, referring to the 2013 election which saw comedian Beppe Grillo’s M5S first emerge as a third force in Italian politics. In those elections, [the M5S] was the party that channelled discontent, including towards austerity policies imposed by the Monti government, supported by both the centre-left and centre-right. But it focused on environmental and ethical issues as opposed to issues of inequality and social justice like Podemos in Spain or Syriza in Greece.

    Al Jazeera, 28.02.2018: Power to the People: Left-wing party challenges ‘racist logic’

    ipb-Gründungsmitglied Prof. Dr. Donatella della Porta, Scuola Normale Superiore, Florenz
     
  • «Es gibt kein institutionelles Gedächtnis», sagt Teune. «Die mediale Berichterstattung ist meist sehr kurzatmig. Sie orientiert sich daran, wie an dem Ort Proteste normalerweise verlaufen. Über die gleichen Geschehnisse in Frankreich oder Griechenland wäre anders berichtet worden.» Unsere Vorstellung sei stark vom Zugang zu Informationen geprägt: So sei zwar die Anzahl verletzter Polizisten zugänglich, aber nicht, wie viele Demonstrantinnen verletzt worden sind. «Die Polizei macht in Bezug auf G20 sehr offensive Öffentlichkeitsarbeit. Durch die selektiven Informationen bestimmt sie das Bild, wie schlimm was war.»

    Die Wochenzeitung, 22.02.2018: Taucherbrille plus Böller gibt sechs Monate Haft

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, TU Berlin
     
  • Die Kritiker der Identitätspolitik denken in kommunizierenden Röhren, wenn sie fordern, wieder mehr auf die soziale Frage und weniger die Identitätspolitik zu setzen. Sie vergessen, dass die gesamte Geschichte linker Bewegungen, nicht zuletzt der frühen Arbeiterbewegung, sich um die Frage von Identität, Anerkennung, Autonomie und Würde – und ja, auch Stolz – drehte.

    Die Zeit, 04.02.2018: Die Linken: Für die vielen, nicht die wenigen

    ipb-Forscher Prof. Dr. Oliver Nachtwey, Universität Basel
     
  • Dass die Bewegung nach den Wahlen so schnell an Zulauf verlor, lag wohl auch an ihren diffusen Zielen. „Es fehlte eine Stoßrichtung, ein klarer Nenner“, erklärt Dieter Rucht. Forderungen nach „EU“, „Demokratie“ und „Frieden“ seien zwar sympathisch. Langfristig könne man damit aber kaum Unterstützer mobilisieren. „Im Grunde handelte es sich um harmlose Friede-Freude-Eierkuchen-Veranstaltungen mit viel Symbolik, aber keinen konkreten Forderungen und strategischen Überlegungen.“

    die tageszeitung, 23.01.2018: Aktivisten machen unbeirrt weiter

    Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Auch wenn das Projekt nicht verhindert wurde, hat der Protest die Diskussion in der Stadt und die Wahrnehmung des Projekts deutlich verändert. Die Proteste gegen Stuttgart 21 haben aber auch das Bewusstsein bei den Planenden und politisch Verantwortlichen verändert. Nach allem, was in Stuttgart passiert ist, spielt die Einbeziehung der Bevölkerung bei Infrastrukturprojekten eine größere Rolle. Dabei gibt es keine Garantie, dass das auch gut umgesetzt wird, aber es ist kaum zu vermitteln, dass die Betroffenen nicht gehört werden.

    Stuttgarter Zeitung, 14.01.2018: Die Gegenargumente gelten auch heute weiter

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, TU Berlin
     
  • „Es gab ein großes Vorbild, das hat sehr, sehr viele Leute beeindruckt. Das war die Situation in Italien, wo Mitte der 70er Jahre das öffentlich-rechtliche Rundfunkmonopol gekippt ist. Es gab aber keine neuen Gesetze. Das heißt, es war so eine Grauzone. Da sind ja hunderte bis tausende Radios entstanden. Und das wurde hier in der damaligen BRD sehr genau wahrgenommen. Da haben viele gesagt, das brauchen wir auch.“

    WDR 5 Neugier genügt – das Feature, 19.12.2017: Alice im Radioland
    ipb-Forscher Jan Bönkost, Universität Münster
     
  • Es gab in der Bundesrepublik und den meisten westlichen Ländern in den fünfziger und sechziger Jahren ein relativ geringes Verständnis für Protest […] Die Polizei hat damals bei kleinsten Ungehorsamkeiten oder kleinsten Regelübertretungen, über die heute hinweggesehen würde, sehr schnell mit aller Härte reagiert – deswegen nennt man diesen Stil Legalismus. Damals hat ein starkes Umdenken angefangen und der legalistische Stil hat sich gewandelt zu einem, den man pragmatischen Stil nennt. D. h. man hat eigentlich gelernt, dass man die eine oder andere kleine Regelübertretung – ein Transparent, was mal ein bisschen länger ist als zugelassen usw. – hinnehmen kann und damit ein zentrales Ziel erreicht: nämlich die Gesamtsituation zu befrieden, dafür zu sorgen, dass Demonstrationen weniger schnell eskalieren.

    Bayern 2 – Zündfunk Generator, 23.11.2017: Autoritäre Sicherheitskonzepte in postdemokratischen Zeiten

    ipb-Forscher Dr. Dr. Peter Ullrich, TU Berlin
     
  • „Bewegungen werden immer dann stark, wenn sie offensiv ihre Anliegen bündeln können und an einen Adressaten, das mag auch ein symbolisches Objekt sein, richten können. Bei Europa ist das eigentlich zu diffus. Man hat keinen konkreten Anknüpfungspunkt.“  […] Auch Rucht stellt aber fest: „Es ist ein sympathisches Anliegen.“ Allerdings gebe es auch Bewegungen, die an Umarmungen erstickten. „Die Politiker freuen sich darüber.“ So sei kein Zufall, dass „Pulse of Europe“ inzwischen mit Preisen regelrecht überhäuft werde. „Das ist aber auch ein Anzeichen dafür: es tut nicht weh, es ist harmlos und man kann es beklatschen.“

    Sächsische Zeitung / dpa, 18.11.2017: Ein Jahr Pulse of Europe

    Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • In Polen haben wir es seit vielen Jahren mit einem extremen Graben zwischen den unterschiedlichen politischen Lagern zu tun, der auch durch die Gesellschaft geht, dieser Riss. Das führt teilweise zu einem Gefühl, dass nichts anderes mehr hilft außer die Extremform des Aufmerksammachens.

    Detektor.fm, 13.11.2017: Selbstverbrennung in Polen

    ipb-Forscher Dr. Piotr Kocyba, TU Chemnitz
     
  • Doch eine Studie des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung (IPB) kommt nun zu dem Ergebnis: Die Teilnehmer_innen der unterschiedlichen Demonstrationen waren sich sowohl in ihren Zielen als auch in der Frage nach legitimen Protestformen weitestgehend einig. Für ihre Analyse befragten die Forscher insgesamt 1095 Personen, die sich den Demonstrationen zum Auftakt (»Protestwelle«) und zum Ende (»Grenzenlose Solidarität«) der Gipfelwoche angeschlossen hatten. In beiden Fällen seien die Proteste »wesentlich von protesterfahrenen Teilnehmenden geprägt« gewesen, die »sich eindeutig links verorten« ließen und »über einen hohen formalen Bildungsstatus« verfügen.

    Neues Deutschland, 08.11.2017: Geeint in der Kritik am Kapitalismus

    ipb-Forscher_innen-Team, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Gewalt ist einer der zentralen Nachrichtenfaktoren – sobald es dazu kommt, dominiert diese die Berichterstattung. Die Polizei genießt zudem traditionell einen sehr hohen Stellenwert in der Bevölkerung und auch in den Medien. In der Regel wird ihre Sicht der Dinge von Medien erst mal übernommen, wenn es nicht starke Hinweise darauf gibt, dass diese zu hinterfragen ist.

    Neues Deutschland, 24.10.2017: »Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen«. Der Sozialwissenschaftler Peter Ullrich im Interview über die schleppende Aufarbeitung der G20-Protesttage

    ipb-Forscher Dr. Dr. Peter Ullrich, TU Berlin
     
  • Die Parteien und das Parteiensystem werden assoziiert mit Verfestigung, mit Geschäftsordnungen, langweiligen Reden, Fraktionskämpfen, Kompromissfindung und so weiter. Das passt für viele nicht zum Wunsch nach Veränderung, Dynamik, Angriff, dem eine “Bewegung” zu entsprechen scheint. Mit dem Begriff meint man die Unzufriedenen besser einsammeln zu können.

    Süddeutsche Zeitung, 23.10.2017: Dynamisch, jung, on marche!

    Prof. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • In Hamburg ist auf der Strecke geblieben, dass gegen den G20-Gipfel die größte Demonstration seit Jahrzehnten auf der Straße war. Langfristig hat die Gewalt bei Gipfelprotesten auch einen Nebeneffekt, der das Gegenteil bewirkt. […] Sie hat die Gipfel zu Medienereignissen gemacht, zu denen sich Tausende Journalist*innen akkreditieren. Die Redaktionen geben diesen Ereignissen viel Platz, der auch mit hintergründigen Artikeln gefüllt wird. Das ist ein Grund, warum Globalisierungskritik zum Teil in den Mainstream gelangt ist.

    die tageszeitung, 4.10.2017: „Bei Protesten Handbremse anziehen“

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, TU Berlin
     
  • Zum Beispiel wurde jetzt bei den Protesten gegen G20 gesagt, diese Eskalation der Gewalt sei einmalig in der Geschichte der Bundesrepublik. Da sage ich: Nun mal langsam. Wir hatten massive Ausschreitungen am 1. Mai in Berlin, wir hatten die ausländerfeindlichen Attacken in Rostock-Lichtenhagen, wir hatten den Terrorismus der 70er und 80er Jahre, wir hatten gewaltsame Konflikte in Brokdorf und anderswo. Ganz zu schweigen vom Ausmaß der Gewalt in anderen Ländern.

    die tageszeitung, 16.9.2017: „Ich lege auch die wunden Punkte einer Bewegung offen“

    Prof. Dr. Dieter Rucht, Vorsitzender des Vereins für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Dann gewöhnten sich die Menschen an Proteste. Die Gewalt nahm in der Tendenz ab, dafür zogen Demonstrationen und Kundgebungen auch wenig politische Menschen an. Selbst auf den ersten Blick unpolitische Vereinigungen wie Ärzteverbände oder Polizeigewerkschaften organisierten Proteste. Proteste wurden entspannter und ein akzeptables Mittel der Meinungsäußerung, sowohl für die Bevölkerung als auch für die Polizei, sagt Teune. Das nahm Protesten aber den Stachel. Um größere Aufmerksamkeit zu erzeugen, mussten sie kreativer werden und neue Ausdrucksformen finden.

    Zeit Online, 23.8.2017: Linker Protest – Zuhören bei Kaffee und Kuchen

     

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, TU Berlin
     
  • [Die Aufgabe der Protest- und Bewegungsforschung] ist es, den Gegenstand ernst zu nehmen. Nehmen wir erneut das Beispiel der Montagsmahnwachen. Da gab es eine heiße Debatte. Die einen sagten, das ist ein rechtsradikaler Antisemitenhaufen, die anderen sagten, das ist die neue Friedensbewegung, ein Hoffnungszeichen, das die Linke endlich wieder nach vorne bringt. Wir haben gesagt, wir schauen uns das mit unserer Erfahrung bei den Demonstrationsbefragungen genauer an. Wir konnten zeigen, dass die Bandbreite politischer Positionen von humanistischem, linkem Gedankengut und Neigungen zu rechtslastigen Verschwörungsdeutungen dort tatsächlich anzutreffen war. Es gab eine Gleichzeitigkeit von sehr unterschiedlichen Aspekten. [… ] Unserer Resultate unterschieden sich daher von der politischen Diskussion, bei der bestehende Deutungsschablonen dem Phänomen Montagsmahnwachen regelrecht aufgezwungen wurden, statt genau hinzusehen, wer da wie tickt. Eine Protest- und Bewegungsforschung, wie ich sie vertrete, dient der Aufklärung über soziale Prozesse.

    Junge Welt, 5.8.2017: »Der Protestforscher ist eher links bis linksliberal«. Gespräch mit Peter Ullrich. Über die Widrigkeiten im Wissenschaftsbetrieb und die Gefahren der Vereinnahmung der eigenen Forschungen durch den Staat

     

     

    ipb-Forscher Dr. Dr. Peter Ullrich, TU Berlin
     
  • Die Grundidee ist, durch Störung Unordnung zu schaffen, und damit die Gipfel-Inszenierung zu durchbrechen. Das hat zunächst mal noch nichts mit Gewalt zu tun. Da geht es zum Beispiel um Sitzblockaden oder um den Versuch, in Sperrzonen zu kommen. Die bezeichnet die eine Seite als Schutzzone für die Politiker, die andere Seite sieht sie als demokratiefreie Zone, weil dort das Versammlungsrecht nicht gilt. Was dann passiert, ist nicht Teil eines Plans. Es ist eine Eigendynamik, die sich entfaltet, ohne dass die Demonstranten darüber noch Kontrolle haben. Es gehören ja noch andere Akteure dazu, wie die Polizei und die Politik.

    Frankfurter Rundschau, 14.7.2017: Linke Gewalt hat abgenommen

    ipb-Forscher Nils Schuhmacher, Universität Hamburg
     
  • Während CDU und SPD sich streiten, plädiert der Berliner Sozialforscher Dieter Rucht für einen weniger aufgeregten Umgang mit dem Thema. Er fordert eine unabhängige Untersuchungskommission. “Man muss aus diesem Fall Hamburg Konsequenzen ziehen, aber nicht nur durch weitere Diskussionen ohne konkretes Ergebnis”, sagte der 71-Jährige.

    Spiegel Online, 12.7.2017: Protestforscher fordert unabhängige G20-Kommission

    Prof. Dr. Dieter Rucht, Vorsitzender des Vereins für Protest- und Bewegungsforschung
     
  • Mit der Auflösung der Protestcamps auf der Halbinsel Entenwerder und dem schnellen Eingreifen bei der “Welcome to hell”-Demonstration sei eine Spirale der Gewalt in Gang gesetzt worden. Soziologe Ullrich spricht von einer “Kriegslogik”. Diese sei bereits vor dem G20-Gipfel von einigen militanten Linksradikalen aufgebaut worden. Aber auch die Polizei habe im Vorfeld “Horrorszenarien” heraufbeschworen und später durch das eigene Eingreifen freigesetzt. “Das entspricht nicht einem modernen Verständnis von Versammlungsrecht”, sagt Peter Ullrich.

    Berliner Morgenpost, 10.7.2017: “Hamburg war ein Rückfall in die 80er-Jahre”

    ipb-Forscher Dr. Dr. Peter Ullrich, TU Berlin
     
  • Die Ausschreitungen in Hamburg kann man ohne die Vorgeschichte nicht verstehen. Die Polizei hat von Anfang an Signale ausgesendet, dass Proteste in Hamburg keinen Raum haben. […] Diese Vorgeschichte hat dazu geführt, dass die Leute, die die Polizei als Gegner sehen und ein Zeichen des Widerstands setzen wollen, angespitzt wurden.

    Süddeutsche Zeitung, 9.7.2017: “Die Strategie der Polizei ist kolossal gescheitert”

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, TU Berlin
     
  • Die Polizei ist auf der Straße, wo sich militanter linker Protest meist abspielt, der Repräsentant eines Staates, den Autonome und andere radikale Linke ablehnen. Daher kommt es auf Demos wie in Hamburg oft zu Zusammenstößen. Aber neben dem ideologisch motivierten Widerstand gibt es auch eine Lust am Konflikt. “Die Polizei ist der Lieblingsfeind der Autonomen, aber die Autonomen sind auch der Lieblingsfeind der Polizei”, sagt Sebastian Haunss. Es ist unklar, von wem die Eskalation bei der Welcome-to-Hell-Demo ausging.

    Zeit Online, 7.7.2017: Wer ist der schwarze Block?

    ipb-Forscher PD Dr. Sebastian Haunss, Socium, Universität Bremen
     
  • Durch Social Media hat die Quellenvielfalt zugenommen. Neutrale Beobachter starten Live-Streams oder twittern. Als User hat man die Möglichkeit, mehrere Kanäle zu vergleichen. Hinzu kommt, dass Demonstrierende ihre Positionen und ihre eigene Sicht so unmittelbar und ungefiltert darstellen können.

    WDR.de, 7.7.2017: Zum G20-Gipfel: Interview mit einem Protestforscher

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, Technische Universität Berlin
     
  • Es gibt eine Krise und Neuordnung der repräsentativen Demokratie, in der Parteien als negativ angesehen werden. Und der Begriff der Bewegung weckt positive Assoziationen von Aufbruch und Veränderung. […] Aber man ist keine Bewegung, nur weil man sich so nennt. Wenn man das nur tut, um auf der Welle der Parteienverdrossenheit zu reiten und Wählerstimmen einzufangen, dann ist das ein Etikettenschwindel. Es gibt in einer Bewegung keine Organisation von oben nach unten, es gibt eine gleichberechtige Beteiligung, es bestehen immer Vielfalt und Unterschiede –das alles läuft einem Projekt zuwider, das auf die Maximierung von Wählerstimmen ausgerichtet ist.

    Kurier, 6.7.2017: Kurz’ Bewegung “hat Züge einer Panikreaktion”

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, TU Berlin
     
  • Der G20-Gipfel in Hamburg hat noch nicht begonnen, aber die Medien laufen schon über. Welchen Gesetzen die mediale Berichterstattung bei solch großen Protesten folgt, das hat das Berliner Institut für Protest- und Bewegungsforschung ermittelt. Ihre Schlagzeile: “Gewaltfixierung als Wiederholungszwang”.

    Deutschlandfunk @mediasres, 4.7.2017: Journalisten fixieren sich auf Gewaltdarstellungen

    ipb-Forscherteam Simon Teune/Moritz Sommer/Dieter Rucht, ipb
     
  • Ich finde es unredlich zu behaupten, die Sicherheit habe zwar oberste Priorität, aber man werde zugleich Grundrechten ihren Platz einräumen. Das entspricht nicht den Erfahrungen von vergangenen G7- und G8-Veranstaltungen. Wenn man einen Gipfel in der Hamburger Innenstadt durchdrücken will, sind massive Grundrechtseinschränkungen eingeplant.

    der Freitag, 30.6.2017: “Eskalation mit Ansage”

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, TU Berlin
     
  • »Seit den späten 1990er-, frühen 2000er-Jahren sind zunehmend diese kreativen Formen mit großen Figuren, Clowns, Verkleidungen häufiger zu sehen«, stellt Haunss fest, »Und die sind natürlich deswegen häufiger zu sehen, weil dann die Wahrscheinlichkeit, dass darüber in den Medien berichtet wird, steigt.«

    NDR Kultur, 27.6.2017: »Proteste aus wissenschaftlicher Sicht«

    ipb-Forscher Dr. Sebastian Haunss, SOCIUM, Uni Bremen
     
  • „Die pro-europäischen Demonstrationen von Pulse of Europe wurden als neuartig wahrgenommen”, schreibt mir Moritz Sommer vom Institut für Protest- und Bewegungsforschung per Mail, „und sie trafen in Zeiten von Rechtspopulismus und Euroskeptizismus einen Nerv.”

    Krautreporter, 12.06.2017: Warum politische Bewegungen Erfolg haben (und warum nicht)

     

    ipb-Forscher Moritz Sommer, ipb / Freie Universität Berlin
     
  • „In [ihrer Studie „Handlungsfähigkeit in der bundesdeutschen Flüchtlingsunterbringung“]  hat sich Studienleiterin Dr. Judith Vey von der Technischen Universität Berlin verschiedene Flüchtlingsunterkünfte angeschaut. Doch sie hat nicht nur mit den Bewohnern, dem Personal und Betreibern gesprochen, sondern sie ist auch selbst aktiv geworden. Als freiwillige Helferin hatte sie noch einmal einen anderen Blickwinkel auf die Situation.“

    detektor.fm; Forschungsquartett, 09.05.2017: Mehr als ein Dach über dem Kopf

    ipb-Forscherin Dr. Judith Vey, Technische Universität Berlin
     
  • „Früher war die Friedensbewegung größer, weil es den einen großen Konflikt gegeben hat.“ Den gebe es heute trotz der gefühlten Bedrohungslage nicht. Vielmehr seien es viele einzelne Anlässe, auf die Menschen direkt reagierten. […] „Engagement wird anders kanalisiert, es müssen nicht immer Friedensläufe sein“, sagt die Soziologin.

    WAZ, 14/15.05.2017: Die Friedensbewegung harrt aus / Warum die Ostermärsche trotz weltweiter Krisen klein bleiben

    ipb-Forscherin Prof. Dr. Sabrina Zajak, Institut für soziale Bewegungen Bochum
     
  • “Wenn ich etwas erreichen will, das mir die im Parlament vertretenen Parteien nicht ermöglichen, komme ich um eine Demo nicht herum”, sagt Haunss. Proteste würden zuerst die Aufmerksamkeit auf ein Thema lenken – und so schließlich Debatten auch in die Politik bringen.

    bento, 4.5.2017: Bringt es überhaupt was, demonstrieren zu gehen?

    ipb-Forscher PD Dr. Sebastian Haunss, Universität Bremen
     
  • Ein Post alleine hat nie etwas in einem relevanten Themenbereich bewegt, sagt Protestforscher Haunss, sie stehen aber durchaus am Anfang einer Bewegung und können Aufmerksamkeitsverstärker sein.

    Glamour, 5/2017: Bringt das Überhaupt etwas?

    ipb-Forscher PD Dr. Sebastian Haunss, Universität Bremen
     
  • Die Situation ist ja wie jedes Jahr kompliziert, aber relativ stabil. In den letzten Jahren ist [der Berliner erste Mai] davon geprägt gewesen, dass alle Akteure einen Gang zurückgeschaltet haben, die Polizei, die Medien und auch die Organisatoren des Protestes. Insofern kann man auch davon ausgehen, dass das eine gewisse Kontinuität haben wird. […] Die Tatsache, dass es jetzt eine rot-rot-grüne Regierung gibt, bedeutet nicht, dass eine linksradikale Stadtpolitik obsolet geworden ist. Man sieht ja, das jedes Jahr wieder 20.000 Menschen zu einer antikapitalistischen, linksradikalen Demonstration gehen – der erste Mai ist nicht wirklich entpolitisiert.

    rbb Inforadio, 28.4.2017: 1. Mai: Kompliziert, aber stabil

    ipb-Forscher Dr. Simon Teune, TU Berlin