Das ipb in den Medien

 
 
  • Die Herausforderung [der Klimabewegung ist], Aktionsräume zu schaffen, die von Leuten gefüllt werden können, die nicht ihr Leben der Klimabewegung widmen wollen, aber trotzdem das Bedürfnis haben, sich zu engagieren. Da gibt es die Freitagsdemos und Klimastreiks, aber der Effekt ist überschaubar. Solche Aktionen landen mittlerweile, ebenso wie der Bericht des Weltklimarats, nur noch auf Seite drei der Zeitungen.

    Klimareporter, 7.5.2022: Wie geht es weiter mit dem Protest, Simon Teune?

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, Freie Universität Berlin
     
  • Betrachtet man die Entstehung von Rechtsextremismus, liegt diesem oft eine Polarisierung zwischen Stadt-Land oder Ost-West zugrunde. Diese Trennung lebt von Bildern und Vorstellungen im Kopf, die vermeintlich bestätigt werden, aber auch historische und soziale Gefüge tragen dazu bei, dass Rechtsextremen in bestimmten Orten gedeihe.

    SWR2, 19.4.22: „Lokal extrem Rechts“: Wie nationale Bewegungen ihren Ursprung im Lokalen haben

    ipb-Mitglied Dr. Daniel Mullis, Leibniz Institut
     
  • Dass es bei vielen Protesten gegendie Corona-Maßnahmen zu Gewalt kommt, liegt an einer radikalisierten Kritik, bei der Politiker*innen, Journalist*innen und Maßnahmenbefürworter*innen als Feinde markiert werden. Es herrscht die Haltung vor, dass man angegriffen wird und Gewalt deshalb legitim ist.

    Schwarzwälder Bote, 15.4.2022: Montagsspaziergänge in Calw: Warum hört der Protest nicht auf?

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, Freie Universität Berlin
     
  • Akte zu spontaner Hilfe in Krisenzeiten sind schon erwartbar, individuell, aber auch kollektiv.

    SZ, 11.3.22: Der Preis der Solidarität

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Stephan Lessenich, Ludwig-Maximilians-Universität München
     
  • In familistischen Gesellschaften ist die Familie der Dreh- und Angelpunkt aller sozialer Organisationen. Sie unterstützt auch den Rückzug der Individuen ins Private. Dort herrschen dann komplementäre Rollenaufteilung entlang der Geschlechterlinie.

    Radio Corax, 8.3.22: Zur Kritik am Familismus und dem Potenzial von Frauen_freundinnenschaft

    ipb-Mitglied Dr. Gisela Notz, Freie Wissenschaftlerin
     
  • Wir fühlen uns im Angesicht dieser schrecklichen Ereignisse wirklich ohnmächtig und würden gerne helfen und etwas tun. Unsere Meinung auf die Straße zu tragen und dort zu äußern – gerade wenn es Zehntausende von Menschen gleichzeitig tun – ist natürlich ein starkes Signal an Putin. Aber es geht nicht nur um ihn. Es geht auch darum, Solidarität zu zeigen mit den Menschen in der Ukraine, ihnen zu zeigen, wir können hier vielleicht nicht aktiv mit euch kämpfen.

    SWR Aktuell, 7.3.22: Konstanzer Protestforscher zu Ukraine-Demos: “Flagge zeigen und ein Signal senden”

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Sebastian Koos, Universität Konstanz
     
  • Im Rohstoffsektor fehlt es an Transparenz – beim Abbau aber auch bei Schmelzen, die die Herkunft ihrer Rohstoffe häufig nicht offen legen. Das macht es bislang unmöglich, die Lieferkette vom Abbau bis Endprodukt genau nachzuvollziehen – obwohl es an allen Stationen der Lieferkette zu Menschenrechtsverletzungen kommen kann.

    SZ, 6.3.22: Bergbau ist ein extrem intransparenter Sektor

    ipb-Mitglied Dr. Melanie Müller, Stiftung Wissenschaft und Politik
     
  • Es ist möglicherweise der Abschied von einer Weltordnung, sagt der Protestforscher Alexander Leistner von der Universität in Leipzig. Wenn sich der Schreck nach diesen Angriffen etwas legt, wird sich bestimmt wieder ein kritisches Korrektiv zu Wort melden.

    Auffällig war die bunte Mischung der Demonstrierenden. Von Jung bis Alt und sogar Familien mit kleinen Kindern, so Rucht.

    tagesschau, 3.3.2022: Zeitenwende – auch für Pazifisten

    ipb-Mitglied Dr. Alexander Leistner / ipb-Forscher Prof. Dr. Dieter Rucht, Universität Leipzig / Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Ich persönlich begreife das als Ausweitung der polizeilichen Definitionsmacht. Mit der Social Media-Aktivität wird das ausgeweitet, auf einen Bereich wo die Polizei bisher keinen Zugriff hatte. Das heißt man kann im Grunde genommen die begrenzte Kontrolle, die sich durch Presse – durch Medien ergibt umgehen, indem man direkt die Menschen erreicht. Und das wird in den Fällen problematisch, wo Polizei selber Akteur von einem Konflikt oder selber ein großes partikulares Interesse hat.

    WDR, 6.3.22: Hier spricht die Polizei! – Polizeiarbeit in Sozialen Medien

     

    ipb-Forscher Dr. Dr. Peter Ullrich, TU Berlin
     
  • Durch die Bilder sieht man, wie viele Menschen hinter einer Forderung stehen, dadurch ist die Demonstration die sichtbarste Form des Protests.

    Zeit, 28.2.2022: Hilfe für die Ukraine: Wie kann ich helfen?

    ipb-Vorstand Prof. Dr. Sebastian Haunss, Universität Bremen
     
  • Der Ansatz ist sehr stark geprägt von der Wahrnehmung, dass die Welt auf eine Katastrophe zusteuert – und dass außergewöhnliche Mittel nicht nur legitim, sondern auch moralisch geboten sind.

    FAZ, 23.2.2022: Protest mit Pathos

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, IASS Potsdam
     
  • So braucht es dann mehr argumentative Schritte, um von der Notwendigkeit des Protestes und auch dieser Protestform zu überzeugen.

    Deutschlandfunk Kultur, 14.2.2022: “Blockaden als Protestform. Der neue Exportschlager aus Kanada”

     

    ipb-Vorstand Moritz Sommer, Freie Universität Berlin
     
  • Die Klimaaktivisten in Berlin sind sich vermutlich einig, dass sie keine Sympathien bei denen, die gerade auf dem Weg zur Arbeit sind, hervorrufen. Es geht darum, ein Zeichen für die Zuspitzung der Klimakrise zu setzen. Die Protestform verdeutlicht die Dringlichkeit und die Verzweiflung derjenigen, die später von den Folgen der Krise betroffen sein werden. Diese Blockade erscheint ihnen deshalb als ein letztes Mittel, um sich Gehör zu verschaffen.

    FAZ, 12.2.2022: „Eine langweilige Latschdemo wird kaum aufgegriffen werden“

    ipb-Vorstand Moritz Sommer, Freie Universität Berlin
     
  • Disruptive Proteste haben schon häufiger dazu geführt, dass gesellschaftliche Problemlagen neu gedacht worden sind.

    SZ, 11.2.2022:“Sitzenbleiben für das Klima

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, IASS Potsdam
     
  • Dass mit Zahlen Politik gemacht wurde, ist nicht neu. Bei einer großen Berliner Wahlrechtsdemonstration am 6. März 1910 sprachen die Organisatoren von bis zu 30.000 Teilnehmern, während der damalige Polizeipräsident von Jagow behauptete, aufgrund ‘sorgfältiger Nachprüfungen’ habe sich eine Zahl von ‘nur 2.000’ ergeben.

    BR24, 4.2.2022: “#Faktenfuchs: So verlässlich sind Demo-Teilnehmerzahlen”

    ipb-Forscher Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Ein Blick zurück zu den Anfängen Pegidas lehrt, dass ein weiterer Wohlfühlmonolog mit den am lautesten  polternden fatal für die Qualität der Demokratie in Sachsen wäre. Das jetzige Déjà-vu-Erlebnis sollte uns ein Warnsignal sein, wenn wir uns der weiteren Erosion des gesellschaftlichen Zusammenhalts und einer zunehmenden Radikalisierung gesellschaftlicher Konflikte wirksam entgegenstellen wollen.

    Sächsische, 16.1.2022: “Hinter all den Protesten steckt derselbe Geist”

    ipb-Vorstand Dr. Piotr Kocyba, TU Chemnitz
     
  • Spaltung heißt, dass es eine Konfliktlinie gibt, die viele Menschen auf die eine oder andere Seite bringt, dass mittlere Positionen schwach besetzt sind und dass sich die Lager zunehmend anfeinden und polarisieren. Damit kann verbunden sein, dass sich Leute in ihrem persönlichen Umfeld auseinander dividieren, auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene kann das bedeuten, […] dass sich die Leute bekämpfen und dass langfristig gesehen die Demokratie in Gefahr gerät.

    rbb Inforadio, 15.1.22: Protestforscher sieht Spaltung der Gesellschaft kommen

    ipb-Forscher Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Die Gefahr kommt eher davon, dass wir wirklich eine Radikalisierung innerhalb der Bewegung sehen. Wir sehen deutlich mehr Aufrufe auch zu Gewalt, gegen Amtsträger, gegen Journalisten, und gegen Vertreter:innen der anscheinend herrschenden Meinung. Und da sieht man schon eine Gefahr.

    euronews, 11.1.2022: Inzidenz bei fast 388: Wieder Proteste und “gesteigertes Gewaltpotenzial”

     

     

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Swen Hutter, FU Berlin, Institut für Soziologie
     
  • Corona hat große Wunden in der Gesellschaft aufgerissen. Das Misstrauen dieser Menschen gegen den Staat und der Wissenschaft ist nicht einfach weg mit dem Ende der Krise. Das ist ein immenser Schaden für unsere Demokratiequalität.

    mdr.de, 8.1.2022: Protestforscher: “Uns erwartet großes Reinemachen nach Ende der Corona-Pandemie”

    ipb-Vorstand Dr. Piotr Kocyba, TU Chemnitz
     
  • Die Idee vom Kampf gegen die Diktatur ist der Kitt der Proteste. Das wird aber regional unterschiedlich gespielt in Baden-Württemberg gibt es Anknüpfungspunkte an Stuttgart 21 und die schwäbische Aufmüpfigkeit, im Osten wird an 1989 erinnert.

    Märkische Allgemeine, 23.12.2021: Protestforscher zu Corona-Demos: “Die Idee vom Kampf gegen die Diktatur ist der Kitt der Proteste”

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, IASS Potsdam
     
  • Der Staat muss sich Bedingungen ausdenken, unter denen die Versammlungsfreiheit wahrgenommen werden kann. Hier denkt er sich nur Bedingungen aus, sie zu unterbinden.

    Oldenburger Onlinezeitung, 17.12.2021: Staatsrechtler rügen Einschränkungen der Versammlungsfreiheit

     

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Clemens Arzt, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
     
  • Die «Querdenker»-Bewegung sei in Baden-Württemberg sehr stark. «In Ostdeutschland gibt es einzelne Regionen, die stark von Rechtsradikalen dominiert werden. Dazu zählen Thüringen und Sachsen.”

    Zeit Online, 14.12.2021: “Demonstranten spielen “Katz-und-Maus-Spiel” mit Polizei”

    ipb-Forscher Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Das war nicht spontan. Man konnte in Telegram-Kanälen ablesen, dass hier schon seit Wochen dafür geworben wird, die Privatadressen von Politikerinnen und Politikern zu sammeln, um dann dort Vorort-Aktionen durchzuführen. Das war nicht in Bezug auf Frau Köpping unbedingt vorhersehbar, aber doch in Hinblick auf die Aktionsform vorhersehbar. Das war ein orchestrierter organisierter Aufmarsch.

    ZDF heute, 6.12.2021: Extremismusforscher: “Das war nicht spontan”

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Matthias Quent, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft
     
  • In den ungehinderten Aufmärschen steckt die Botschaft selbst. Man erfährt sich selbst als verschworene Gemeinschaft von Gleichgesinnten und stärkt damit die Selbstdeutung, eine Widerstandsbewegung zu sein – und das ist dann die Botschaft nach außen. Als Beobachter kann man etwa die Tatsache, dass die Protestierenden auch vor dem Corona-geplagten Kreiskrankenhaus aufmarschiert sind, als zynisch anmutende Realitätsverweigerung interpretieren – es ist aber eben auch eine Machtdemonstration, sich nicht an geltendes Recht zu halt.

    Leipziger Zeitung, 6.12.21: Leipziger Protestforscher: In den ungehinderten Aufmärschen steckt die Botschaft selbst

    ipb-Mitglied Dr. Alexander Leistner, Universität Leipzig
     
  • Das fortgesetzte Gewährenlassen der Proteste durch die Polizei [hat] fatale Signale gesendet.

    mdr aktuell, 1.12.2021: Proteste gegen die Coronamaßnahmen

    ipb-Mitglied Dr. Alexander Leistner, Universität Leipzig
     
  • In den meisten Fällen kann man zusammen gefasst sagen, geht es bei Demonstrationen darum Dinge zu verändern, Status Quo oder eine Problemlage zu verändern, das heißt qua Definition sind Proteste meist  pro aktiv für einen Wandel und selten für eine Beibehaltung von etwas.

    Deutschlandfunk Nova, 30.11.2021: Proteste dafür oder dagegen? Eine Frage der Perspektive

     

    ipb-Forscher Dr. Jannis Grimm, Freie Universität Berlin
     
  • Die Offenheit gegenüber Menschen mit anderen politischen Ansichten sei da, auch eine Kompromissbereitschaft stelle er fest. Eine große Mehrheit lehnt die Polarisierung sogar ab. All das spricht für eine geringe Polarisierung in Deutschland.

    Merkur, 24.11.2021: „Riskante Entwicklungen“: Drei Themen spalten Deutschland besonders

    ipb-Mitglied PD Dr. Jochen Roose, Konrad Adenauer Stiftung
     
  • „Marie Jahoda sah die Menschen als die, die ihre eigene Geschichte und ihr Leben schaffen. Das heißt: sie werden apathisch, indem sie sich mit dieser ungeheuren Erfahrung auseinandersetzen. Und in diesem Sinn hat sie sie nicht als Opfer gesehen, sondern als die, die Bedeutung schaffen, um mit diesen Bedeutungen ihr Leben in dieser Krise der Arbeitslosigkeit zu bewältigen.“

    Deutschlandfunk, 18.11.2021: Soziologische Feldforschung/Die Arbeitslosenstudie von Marienthal

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Ilse Lenz, Ruhr Universität Bochum
     
  • Die Bereitschaft, sich zu engagieren und politisch über das Wählen hinaus zu beteiligen, ist groß. Dieser für demokratische Problemlösungen unabdingbare Schatz wird in den Sondierungen völlig vernachlässigt. Dies ist ärgerlich, wird doch die Forderung nach mehr Beteiligung an politischen Entscheidungen bereits seit Jahren von Mehrheiten in unserer Gesellschaft erhoben und kommt nicht selten in Initiativen und Protesten zum Ausdruck.

    Frankfurter Rundschau, 7.11.2021: Und die Bürgerschaft?

    ipb-Mitglieder Prof. Dr. Roland Roth und Dr. Rupert Graf Strachwitz, DESI – Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration / Maecenata Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaft
     
  • Radikale Aktionen sind als Proteststrategie normal. Damit signalisieren einige wenige, dass sie bereit sind, Dinge zu tun, die andere nicht tun, um auf ein ihrer Meinung nach wichtiges Ziel hinzuweisen.
    FOCUS-Online, 5.11.2021: Die Klima-“Zeitbombe” tickt – jetzt bringen Aktivisten radikale Proteste ins Spiel

    ipb-Mitglied Tareq Sydiq, Zentrum für Konfliktforschung, Philipps-Universität Marburg
     
  • Die Klimabewegung ist extrem groß, und es sind nur einige wenige Personen im Hungerstreik. Eine Radikalisierung ist deshalb nicht zu beobachten – ganz anders als zum Beispiel bei der Bewegung der selbsternannten „Querdenker“. Es wäre jedenfalls unangemessen, das Mittel des Hungerstreiks der gesamten Klimabewegung zuzuschreiben.

    Tagesspiegel, 24.9.2021: Und wenn jemand beim Hungerstreik stirbt, Herr Sommer?

     

    ipb-Forscher Moritz Sommer, Freie Universität Berlin
     
  • Es muss natürlich unterschieden werden zwischen “Fridays for Future” als Bewegung und den einzelnen Aktiven. Wir haben unter Demonstrierenden Umfragen gemacht – allerdings schon eher zu Beginn der Bewegung, also 2019 – da hat sich gezeigt, dass über 40 Prozent die Grünen wählen würden, der Höchstwert.

    t-online, 24.9.2021: Klimastreik vor der Wahl: “Laschet wäre auch ohne Kandidatur eine Reizfigur”

    ipb-Forscher Dr. Moritz Sommer, Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) e.V.
     
  • Trotz brutaler Gegenbeispiele sind linke Bewegungen in der Breite und über Epochen hinweg betrachtet im Kern solidarisch und inklusiv ausgerichtet. In der Tendenz verfechten sie Menschenwürde, Freiheit und Gleichheit, also Werte, die auch in den modernen Verfassungen verankert sind. Dagegen ist für rechte Bewegungen die Ungleichheit zwischen Menschen konstitutiv. Sie sehen Ungleichheit als naturgegeben an und rechtfertigen so Ausgrenzung und Abwertung.

    Frankfurter Rundschau, 15.10.2021: Das Occupy-Erbe: „Systemfrage wird von ‚Fridays for Future‘ nicht gestellt“

    ipb-Forscher Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Was das Bilden von Bündnissen und den Umgang mit Kritik angeht, ist die Klimabewegung eine erstaunlich reflektierte Bewegung. Das kommt natürlich auch aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Generationen heraus. Wir haben die Energie der Jüngsten, die die Proteste anschieben und wir haben das organisatorische Wissen und die Ressourcen der älteren Generation, die in Organisationen oder Parteien sitzt. Das läuft in dem Fall sehr gut zusammen. Mir fallen nicht viele Beispiele ein für eine so friktionsarme Bewegung.

    Neues Deutschland, 30.9.2021: Hungern für ein Gespräch

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, IASS Potsdam
     
  • Das Repertoire an anderen Protest- und Widerstandsmöglichkeiten ist bei Weitem noch nicht ausgereizt. Damit meine ich nicht nur fröhlich-freundliche Straßenproteste, sondern auch zivilen Ungehorsam. Sowohl in Qualität als auch in Quantität ist das Spektrum da noch nicht ausgeschöpft.

    die tageszeitung, 20.9.2021: „Gandhi war auch im Hungerstreik“

    ipb-Forscher Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
     
  • Es gibt ja in einigen Bundesländern Forschungsinstitute, die sich mit demokratiegefährdenden Entwicklungen befassen. Ich finde, es stellt sich die Frage, was der Verfassungsschutz in seinem Forschungsinstitut machen will, was diese Kolleg*innen nicht jetzt schon auf einem hohen Niveau tun.

    Deutschlandfunk Kultur, 8.9.2021: Offener Brief gegen Forschungsinstitut des Verfassungsschutzes

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, IASS Potsdam
     
  • „Nawalny versteht sich als Politiker, nicht als Dissident.“ Wer etwas verändern will, der muss auch am Ort des Geschehens sein, das sei Nawalnys Überzeugung. Und deshalb würde er wohl auch immer wieder so entscheiden.

    Redaktionsnetzwerk Deutschland, 29.7.2021: Revolutionär, Populist oder Rassist? Ein Autorentrio legt ein spannendes Alexej-Nawalny-Porträt vor

    ipb-Kollege Dr. Jan Matti Dollbaum, Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Standort Bremen
     
  • Verfassungsschutzbehörden berufen sich auf Geheimwissen, um ihre teils folgenschweren Einschätzungen zu begründen. Das ist mit wissenschaftlichen Standards nicht vereinbar. Gerade Sozialforschung sollte hier kritisch sein und sich nicht für die Rechtfertigung von nachrichtendienstlichen Aussagen vereinnahmen lassen.

    taz, 7.9.2021: Verfassungsschutz umwirbt Wissenschaft

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Matthias Quent, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft
     
  • Es gibt bei vielen die Erkenntnis, dass linke Koalitionen nicht unbedingt linke Politik machen, sagt Teune, selbst wenn sie programmatisch gar nicht so schlecht aufgestellt seien. […] Als Wahlkampfhilfe für die Parteien verstehen die Ak­ti­vis­t:in­nen ihre Aktionen nicht.

    taz, 14.8.2021: Wahlkampf von der Straße

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, IASS Potsdam
     
  • Die Deutungsmuster waren von Anfang an radikal. Es ist von Anfang an von einer Corona-Diktatur die Rede gewesen und es gab Vergleiche mit dem Nationalsozialismus und der DDR von Anfang an. Insofern gibt es eine Radikalisierung nicht was die Themen oder die Deutung angeht, aber sehr wohl, was die Bereitschaft angeht, Gewalt anzuwenden.

    SWR2, 2.8.2021: Querdenker: Protestbewegung wird kleiner und radikaler

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, IASS Potsdam
     
  • Der gesamte Duktus, insbesondere in der Gesetzesbegründung, geht dahin, dass man Versammlungen als Gefahr sieht, als vor allem gewalttätige Versammlung, und der Staat müsse nun alles tun, diese Gefahren abzuwehren.

    Deutschlandfunk, 30.6.2021: Proteste in Nordrhein-WestfalenWarum das geplante Versammlungsgesetz in NRW so umstritten ist

    ipb-Mitglied Prof. Dr. Clemens Arzt, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
     
  • Was Kunst und Protest verbindet ist die Wahrnehmung der Welt als offen und gestaltbar und dass es bei beiden darum geht, das, was wir in der  Gesellschaft vorfinden so zu gestalten, dass auch etwas Neues in die Welt kommt.

    Deutschlandfunk Kultur, 30.6.2021: Kunst und Protest – Clevere Strategie oder Störung der Ordnung?

    ipb-Vorstand Dr. Simon Teune, IASS Potsdam
     
  • “Statt polizeilich aufzurüsten, sollte die Kommunikation an der Basis etwa mit Streetworkern verbessert werden”

    SWR Aktuell, 8. Juni 2021: Richter haben keine Erklärung für Krawallnacht in Stuttgart

    Julika Mücke, ipb-Forscherin Uni Tübingen
     
  • Im Moment finden die Konflikte um die einzelnen Windrädern statt oder um die einzelnen Trassenverläufe. Was aber fehlt, ist eine gesamtgesellschaftliche, bundesweite Debatte zur Energiewende.

    tagesschau Zukunfts-Podcast, 3.6.2021: Nur noch Erneuerbare Energien? Was dann?

    ipb-Forscherin Julia Zilles, Göttinger Institut für Demokratieforschung
     
  • “When Day X doesn’t come and people get frustrated, they might start plotting terrorist attacks, something to trigger Day X or just to act”

    New York Times, 7. Juni 2021: From Doomsday Preppers to Doomsday Plotters

    Matthias Quent, ipb-Forscher IDZ Jena
     
  • Ohne die Proteste wären bestimmte Beschlüsse nicht so schnell gefasst worden.

    detektor.fm, 8. Juni 2021: Wer löst die Klimakrise?

    Sebastian Haunss, ipb-Vorstand Uni Bremen
     
  • In Deutschland darf jeder seinen Protest ausdrücken, das sei das Recht wie auch die Chance der Demokratie, meint der Protestforscher und Politikwissenschaftler Sebastian Haunss. Allerdings müsse derjenige, der mit seinem Unmut an die Öffentlichkeit gehe, gewillt sein zu akzeptieren, dass andere Menschen mit dem, was er sage und tue, nicht einverstanden seien.

    SWR Aktuell, 21. Mai 2021: “Protest gehört zur lebendigen Demokratie”

    Sebastian Haunss, ipb-Vorstand Uni Bremen
     
  • Dadurch, dass der Konflikt so extrem polarisiert ist, gibt es wenig Foren, in denen ein Dazwischen möglich ist und wo über die Lager hinweg diskutiert wird. Die Palästinenserinnen und Palästinenser, die hier auf die Straße gehen, agieren aus einer Situation der wahrgenommenen Schwäche. Sie erleben in Deutschland einen sehr hohen symbolischen Stellenwert des jüdischen Lebens und gleichzeitig eine pro-palästinensische Solidaritätsszene, die in der politischen Öffentlichkeit hart kritisiert wird. Dieses Gefühl der Nachrangigkeit kann zu einer Radikalisierung der Proteste beitragen.

    stern.de, 20. Mai 2021: Antisemitismus-Experte warnt: “Kein Lernen aus der Geschichte, eher eine entsetzte Flucht vor ihr”

    Dr. Dr. Peter Ullrich, ipb-Forscher TU Berlin
     
  • Demonstrationen sind das effizientere Mittel, wenn es darum geht, die Politik unter Druck zu setzten. Das funktioniert aber nur, wenn die innere Struktur einer Bewegung stabil ist. Um sich das zu erarbeiten, eigneten sich solche Camps. “Nach der Pandemie wird es sicherlich wieder Demos geben”

    klimareporter°, 13. Mai 2021: Protest auf Paletten

    Dr. Piotr Kocyba, ipb-Vorstand TU Chemnitz
     
  • «Besonders engagierte Aktivisten sind durch die Pandemie zum Teil aktiver geworden, Sympathisanten können aber nicht mehr so leicht mobilisiert werden.»

    NZZ, 14. Mai 2021: Graswurzeln im Home-Office: Wie Fridays for Future mit der Pandemie umgeht

    Dr. Michael Neuber, ipb-Forscher TU Berlin
     
 
 

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