
Zu- und Gegenstand der Protestforschung
Zwei Mitglieder des Vereins für Protest- und Bewegungsforschung, Sebastian Haunss und Peter Ullrich, widmen sich
Hier finden sich die aktuellen Aktivitäten des ipb und seiner Mitglieder: Informationen zu neuen Projekten und Veranstaltungen, Kommentare zum aktuellen (Protest-)Geschehen.

Zwei Mitglieder des Vereins für Protest- und Bewegungsforschung, Sebastian Haunss und Peter Ullrich, widmen sich

Tagtäglich treffen wir auf Proteste. Und wir reagieren sehr unterschiedlich auf sie. Worauf gründet unser Umgang mit Protesten? Was wissen wir über sie? Und woher kommt dieses Protestwissen? Diese Fragen beantwortet Simon Teune in einem Radioessay für detektor.fm.

Am 19. und 20. Juni 2013 fand im Wissenschaftszentrum Berlin die Tagung „Viel Bewegung – Wenig Forschung?“ statt, mit der das ipb den Auftakt für die gemeinsame Arbeit geben wollte und den Austausch mit Zivilgesellschaft, politischer Bildung und Journalismus suchte. Ein Konferenzbericht,

Wir dokumentieren hier die Podiumsdiskussion zu städtischen Protesten auf der Auftaktkonferenz des ipb. Es diskutierten Katharina Brichetti, Luise neumann-Cosel, Margit Mayer und Andrej Holm, moderiert von Martin Kaul.

Mit der Diskussion eines Kapitels aus ihrem in diesem Jahr erscheinenden Buch Clandestine Political Violence ist der Gastaufenthalt von Donatella della Porta zu Ende gegangen. In der Vorbereitung der Auftaktkonferenz, in einem eintägigen Strategieratschlag und in zahlreichen Gesprächen hat Donatella den Aufbau des ipb mit geprägt

In Kooperation mit der tageszeitung (taz), dem Forschungsjournal Soziale Bewegungen und der Bewegungsstiftung startet das ipb ein neues Diskussionsformat: die Bewegungsgespräche. Wir beginnen mit einer Bestandsaufnahme der europäischen Krisenproteste.

Stuttgart 21 und der arabische Frühling dominieren die Titelseiten. Gleichzeitig gibt es in Deutschland überraschend Forschung zu Protesten. In einem Gastbeitrag für das Neue Deutschland, analysiert Peter Ullrich den gegenwärtigen Stand der Protest- und Bewegungsforschung.

Intransparente Verfahren bei Großprojekten wie Stuttgart 21 lösen Misstrauen, Protest und eine grundsätzliche Kritik an politischer Repräsentation aus. Verfahren wie Schlichtungen oder Referenden können zur Befriedung beitragen, bleiben aber oft unausgewogen oder heben hohe Hürden, meint Dieter Rucht.

Die Krisen der letzten Jahre haben weltweit Proteste ausgelöst, die eine wachsende Entfremdung von der repräsentativen Demokratie sichtbar machen. In den staatlichen Reaktionent zeigt sich, meint Peter Ullrich, eine autoritäre Tendenz zur Einschränkung von Bürgerrechten.

Mit der Gründung des Vereins für Protest- und Bewegungsforschung hat die Initiative von Forschenden zur Einrichtung eines Protestforschungsinstituts einen wichtigen Schritt getan. Eine Notiz zur Gründungsversammlung.
Wir haben viele Möglichkeiten, uns zu beteiligen, wenn wir uns nicht überfordern lassen, nicht zurück ziehen, sondern unser soziales und politisches Engagement gut einteilen und auch effektiv ausrichten.
hr2, 25.2.2026: „Diese Vielfalt von Krisen führt dazu, dass es noch weniger durchschaubar erscheint“
Matthias Quent (HS Magdeburg-Stendal)
[Die Aktivist*innen der Letzten Generation] „haben extrem effektiv verschiedene Formen von Protesten neu erfunden. Darin, mit sehr wenigen Akteuren, die Medienaufmerksamkeit zu maximieren, waren sie sehr erfolgreich“. […] „Am Ende ist es ihnen tatsächlich gelungen, das Bild zu erzeugen, dass der Alltag gestört wurde,“ sagt Teune, obwohl das öffentliche Leben freilich nicht ganz stillstand. […] Aber, und hier kommt das große Aber: Die große Aufmerksamkeit helfe nicht, „wenn es nicht gelingt, mit der Störung zu vermitteln, was damit bezweckt wird“.
Die Presse, 20.2.2026: Großprozess gegen „Letzte Generation“: Was hat der Protest gebracht?
Simon Teune (FU Berlin)
Die öffentlichen Debatten haben sich ganz klar mit dem Auftreten der Straßenblockaden der Letzten Generation komplett verschoben. Es gibt eigentlich keinen positiven Bezug mehr auf die Klimabewegung, sondern die Klimabewegung wird als Problem dargestellt und als Sicherheitsrisiko.
3sat Kulturzeit, 17.2.2026: Kriminelle Klima-Kleber?
Simon Teune (FU Berlin)
Letztendlich ging es darum, mit einer relativ einfachen Technik eine wahnsinnig große Reichweite zu bekommen. Ein weiterer Punkt war: Radio hat eine unglaubliche Geschwindigkeit. […] Also unmittelbare Kommunikation. Die große Vision war, einen Ort der Kommunikation zu schaffen, dass Menschen zusammenfinden, gemeinsam ins Gespräch kommen und zusammen überlegen: wie werden wir stärker, um Lösungen für unsere Probleme zu finden.
Golem.de Podcast Besser Wissen, 10.2.2026: Politische Radiopiraten in Deutschland: Ein Blick zurück auf Theorie und Technik
Jan Bönkost (Uni Münster)
Der Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke forderte 2017 ein Ende der „dämlichen Bewältigungspolitik“. Von solchen Möglichkeiten sei die Partei im Bund allerdings auch deshalb weit entfernt, weil die Gedenkkultur und Aufarbeitung der NS-Zeit in der Mitte der Gesellschaft verankert sei. Das Besondere daran: Diese Aufarbeitung sei eben gerade nicht „von oben“ verordnet gewesen. „Die kritische Holocaust-Aufarbeitung und Erinnerung wurde von der Zivilgesellschaft angestoßen und erst später von der Politik aufgenommen.“
Neue Osnabrücker Zeitung, 9.2.2026: Die AfD und der Holocaust – so will die Partei das Geschichtsbild der Deutschen umkrempeln
Sabine Volk (Uni Tübingen)
Wenn die extreme Rechte an der Macht ist, berühre dies die gesamte Gesellschaft – nicht nur Parlamente und Gerichte, sondern auch den Arbeitsplatz und das Alltagsleben vor Ort. „Das heißt aber auch: Wir alle können genau dort aktiv werden, wo wir uns bewegen – bei der Arbeit, in der Schule, im Sport- oder Faschingsverein, im Stadtteil oder Dorf“.
Stuttgarter Nachrichten, 6.2.2026: Was die Demokratie schützt
Daniel Mullis (mit Victoria Gulde)